Bauwerke & Wahrzeichen
Oberbaumbrücke
Berlin, Berlin
- 20–45 Min.
- Familienfreundlich
Bauwerke & Wahrzeichen
Berlin, Berlin

Audioguide
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Audio-Spaziergang durch Berlin — 14 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
14 Stationen 95 Min. 4,2 km
Die Oberbaumbrücke in Berlin ist eine der markantesten Brücken der Stadt und das Wahrzeichen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Sie überspannt die Spree zwischen Kreuzberg und Friedrichshain, trägt eine Hochbahnstrecke, eine Straße sowie Geh- und Radwege und verbindet damit zwei Szeneviertel. Wegen ihrer roten Backsteinarkaden, der beiden Türme und ihrer wechselvollen Geschichte lohnt sich ein Spaziergang hier auch dann, wenn du nur wenig Zeit hast.
Die heutige Brücke entstand zwischen 1894 und 1896 im neugotischen Stil nach Plänen von Stadtbauinspektor Georg Pinkenburg und Architekt Otto Stahn. Sie ersetzte eine hölzerne Vorgängerin. Rund 150 Meter lang, mit sieben Gewölben und zwei Türmen, wirkt sie bis heute wie ein Stück Backsteingotik mitten in der Großstadt. Die Hochbahn über der Fahrbahn wurde 1902 eröffnet und wird heute von den Linien U1 und U3 befahren.
Im April 1945 sprengten Wehrmachtstruppen einen Teil des mittleren Bogens. In der Teilung Berlins verlief die Sektorengrenze hier: Die Brücke war Grenzübergang und wurde nach dem Mauerbau 1961 für den gesamten Verkehr gesperrt. Erst 1972 durften Fußgänger sie unter bestimmten Bedingungen wieder nutzen. Nach der Wende wurde die Brücke aufwendig saniert; der Architekt Santiago Calatrava entwarf den neuen mittleren Abschnitt aus Stahl. Der U-Bahn- und Straßenverkehr lief am 9. November 1994 wieder an.
Jedes Jahr findet hier traditionell die „Gemüseschlacht“ zwischen Kreuzberg und Friedrichshain statt, und im Sommer lockt die Open Air Gallery am nahen Ufer Besucher an.
Die Brücke ist öffentlicher Straßenraum: Es gibt keinen Eintritt, keine Öffnungszeiten und keine Warteschlange. Für den Weg von einem Ufer zum anderen brauchst du etwa zehn Minuten, mit Fotostopps rechnest du 20 bis 45 Minuten. Am besten kommst du morgens oder zur goldenen Stunde. Beachte, dass die Brücke viel von Radfahrern genutzt wird. 2018 fuhren rund 10.000 Radfahrer pro Tag hier entlang, bleib also auf dem Gehweg.
Am bequemsten kommst du mit der U-Bahn: Die Linie U1 hält an beiden Brückenenden (Schlesisches Tor auf Kreuzberger Seite, Warschauer Straße auf Friedrichshainer Seite). Von Warschauer Straße fahren zusätzlich S-Bahnen. Parkplätze sind in der Umgebung knapp und teilweise bewirtschaftet; die Anreise ohne Auto ist deutlich entspannter.
Die Brücke ist für Kinder unproblematisch, solange sie an der Hand bleiben, denn Rad- und Autoverkehr sind dicht. Die Gehwege sind eben. Hunde sind an der Leine kein Problem.
Gleich am Friedrichshainer Ufer beginnt die East Side Gallery an der Mühlenstraße, das längste erhaltene Stück der Berliner Mauer. In Kreuzberg erreichst du über die Oberbaumstraße schnell die Kneipen und Cafés rund um das Schlesische Tor. Auf der anderen Seite liegen der Bahnhof Warschauer Straße und der Berliner Fernsehturm in Sichtweite flussabwärts.
Oberbaumstraße, 10997 Berlin (Kreuzberg) / 10243 Berlin (Friedrichshain)
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Geprüft: Oktober 2026