Historische Orte & Gedenkstätten
East Side Gallery
Berlin, Berlin
- Öffnungszeiten
- Eintritt frei
- 45–120 Min.
- Familienfreundlich
Historische Orte & Gedenkstätten
Berlin, Berlin

Audioguide
Audioguide
Audio-Spaziergang durch Berlin — 14 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
14 Stationen 95 Min. 4,2 km
Die East Side Gallery in Berlin-Friedrichshain ist das längste erhaltene Stück der Berliner Mauer und zugleich eine der größten Open-Air-Galerien der Welt. Auf 1.316 Metern entlang der Mühlenstraße zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke bemalten 1990 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt die einstige Grenzmauer. Werke wie der „Bruderkuss“ oder der Trabi, der durch die Wand bricht, sind weltberühmt – und weil der Besuch rund um die Uhr kostenlos ist, gehört die Galerie zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Berlins.
Die Mauer an der Mühlenstraße war nicht die eigentliche Grenze, sondern die Hinterlandmauer auf Ost-Berliner Seite. Die Grenze selbst verlief am Kreuzberger Ufer der Spree – der Fluss war also Teil des Grenzgebiets. Nach dem Mauerfall im November 1989 begannen 118 Künstler aus 21 Ländern, die graue Ostseite zu bemalen. Initiiert wurde das Projekt 1990 von den Künstlerverbänden aus Ost und West. Am 28. September 1990 wurde die Galerie mit einer Feier auf einem Spreeschiff eröffnet; seit November 1991 steht sie unter Denkmalschutz.
Wind, Wetter und Graffiti setzten den Bildern stark zu. 2008/09 wurde die Galerie für rund 2,2 Millionen Euro saniert, viele Künstler malten ihre Werke neu. Das war nicht unumstritten: Einige lehnten die Pauschalvergütung ab, sodass manche Flächen leer blieben. 2013 sorgte die Entfernung einzelner Segmente für eine Zufahrt für heftige Proteste. Seit dem 1. November 2018 kümmert sich die Stiftung Berliner Mauer um Erhalt, Uferpark und Vermittlung. Die Galerie steht damit heute in einer Reihe mit der Gedenkstätte Berliner Mauer und anderen Erinnerungsorten der Stiftung – sie ist Kunstwerk, Denkmal und Zeitdokument zugleich.
Stand: Oktober 2026. Die East Side Gallery ist rund um die Uhr zugänglich, der Eintritt ist frei. Die Stiftung Berliner Mauer bietet öffentliche Überblicksführungen von etwa einer Stunde mit Audioguide an; eine Anmeldung ist nicht nötig, Schülerinnen und Schüler nehmen kostenlos teil. Treffpunkt ist das Infomobil auf der Spreeseite, schräg gegenüber der Tamara-Danz-Straße. Gruppen bis zehn Personen können individuelle Termine buchen. An Wochenenden gibt es außerdem kurze Live-Speaking-Formate vor Ort. Aktuelle Termine findest du auf der Website der Stiftung.
Nicht verwechseln: Das private „The Wall Museum“ im benachbarten Mühlenspeicher ist ein eigenständiges, kostenpflichtiges Museum.
Für den Spaziergang an der ganzen Galerie entlang brauchst du etwa 30 bis 45 Minuten, mit Fotostopps und Uferpark gern eine Stunde. Am besten startest du am Ostbahnhof und gehst Richtung Oberbaumbrücke – so endest du an der schönsten Brücke Berlins und kannst direkt nach Kreuzberg weiterlaufen. Morgens, vor allem unter der Woche, ist es deutlich leerer; vor dem Bruderkuss bilden sich tagsüber oft kleine Schlangen von Fotografierenden. Bitte bemale oder beschrifte die Kunstwerke nicht – die Schäden durch Kritzeleien sind ein großes Problem für den Erhalt.
Anders als an der Bernauer Straße erinnert hier kein rekonstruierter Grenzstreifen an die Teilung. Die East Side Gallery erzählt vielmehr von der Aufbruchstimmung nach dem Mauerfall: Künstler aus Ost und West, aus Europa, Amerika und anderen Kontinenten nutzten die Mauer als Leinwand für ihre Hoffnungen auf Frieden, Freiheit und eine Welt ohne Grenzen. Viele Motive kommentieren die Ereignisse von 1989 mit Witz und Ironie, andere sind ernst und politisch. Gerade dieser Mix macht den Spaziergang so abwechslungsreich – und zeigt, wie schnell sich ein Symbol der Unterdrückung in ein Symbol der Befreiung verwandeln kann.
Mit dem Auto ist die Anfahrt in Friedrichshain mühsam, Parkplätze sind knapp. Der Gehweg an der Mühlenstraße ist eben und gut mit Rollstuhl oder Kinderwagen zu befahren. Auch der Uferweg auf der Spreeseite ist überwiegend asphaltiert. Da es entlang der Mauer kaum Schatten gibt, solltest du im Sommer an Wasser und Sonnenschutz denken; Cafés und Imbisse findest du rund um die Warschauer Straße und am Ostbahnhof.
Mit Kindern: Kinder entdecken an der bunten Mauer immer neue Figuren und Motive. Die Galerie ist ein guter Anlass, über die Teilung Berlins zu sprechen – besonders, wenn du anschließend noch die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße besuchst, wo der Grenzstreifen erhalten ist.
Rund um die Uhr frei zugänglich.
Eintritt frei; öffentliche Überblicksführungen der Stiftung Berliner Mauer ohne Anmeldung, für Schülerinnen und Schüler kostenlos.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026