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Highlights

  • Libeskind-Bau
  • Holocaust-Turm
  • Garten des Exils
  • Shalechet – Gefallenes Laub
  • Kinderwelt ANOHA

Audioguide

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Berlin: Was verschwand – und wiederkam

Audio-Spaziergang durch Berlin — 14 Stationen, 2 davon kostenlos anhören

14 Stationen 95 Min. 4,2 km

Über diesen Ort

Das Jüdische Museum Berlin in Kreuzberg ist das größte jüdische Museum Europas und eines der meistbesuchten Museen der Hauptstadt. Es erzählt die Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Deutschland – und das in einem Gebäude, das selbst zum Erlebnis wird: Daniel Libeskinds silbern glänzender Zickzack-Bau mit seinen leeren „Voids“, dem Holocaust-Turm und dem Garten des Exils. Die Dauerausstellung ist kostenlos, und mit der Kinderwelt ANOHA lohnt sich der Besuch auch für Familien.

Geschichte: Barockbau trifft Libeskind

Der Eingang liegt im Kollegienhaus, einem barocken Bau von 1735, in dem früher das preußische Kammergericht tagte. Im Krieg brannte es bis auf die Außenmauern aus und wurde in den 1960er-Jahren wieder aufgebaut.

Für die Erweiterung gewann Daniel Libeskind 1989 den Architekturwettbewerb. Der Neubau war so spektakulär, dass er schon ab Januar 1999 besichtigt werden konnte – noch völlig leer, ohne ein einziges Ausstellungsstück. Als Museum öffnete das Haus am 13. September 2001 – wegen der Terroranschläge in den USA zwei Tage später als geplant. Seitdem kamen Millionen Besucherinnen und Besucher; es sind rund 700.000 pro Jahr. Gegenüber entstanden in einer früheren Blumengroßmarkthalle die W. Michael Blumenthal Akademie (2012) und die Kinderwelt ANOHA (2021).

Libeskind wollte kein neutrales Ausstellungsgebäude, sondern Architektur, die selbst erzählt. Die schmalen, diagonalen Fensterschlitze in der Fassade aus Titanzink wirken wie Schnitte. Durch das Haus ziehen sich leere Betonschächte – die Voids –, die du teils betreten, meist aber nur über Brücken queren oder durch Öffnungen sehen kannst. Sie stehen für die Leerstelle, die die Vertreibung und Ermordung der Jüdinnen und Juden in der deutschen Kultur hinterlassen hat. Seit 2007 überspannt zudem ein Glasdach den Innenhof des Altbaus: Der Glashof ist heute ein heller Treffpunkt mit Café.

Was du sehen solltest

  • Die Achsen im Untergeschoss: Du betrittst den Libeskind-Bau unterirdisch über das Kollegienhaus. Drei schräge Gänge – die Achsen der Kontinuität, des Exils und des Holocaust – führen zu unterschiedlichen Zielen.
  • Holocaust-Turm: Ein kalter, dunkler Betonraum, nur durch einen schmalen Spalt von oben beleuchtet. Viele Besucher empfinden die Stille hier als eindringlichsten Moment.
  • Garten des Exils: 49 Betonstelen, jeweils sechs Meter hoch und mit Ölweiden bepflanzt, stehen auf schiefem Boden. Beim Durchgehen gerät dein Gleichgewichtssinn ins Wanken – genau das ist gewollt.
  • Shalechet – Gefallenes Laub: In einem der Voids liegen über 10.000 Gesichter aus Stahl von Menashe Kadishman. Wer darüber geht, erzeugt ein metallisches Klirren.
  • Dauerausstellung: Seit August 2020 zeigt „Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland“ auf über 3.500 m² mehr als 1.000 Objekte vom Mittelalter bis heute, mit Medienstationen und Kunst.
  • ANOHA: Die Kinderwelt gegenüber dreht sich um eine riesige hölzerne Arche mit 150 Tierskulpturen aus recycelten Materialien.

Öffnungszeiten und Tickets

Das Museum ist dienstags bis sonntags 10–18 Uhr geöffnet, letzter Einlass 17 Uhr. Seit dem 1. März 2026 ist montags geschlossen. Zusätzlich bleibt das Haus an einzelnen Tagen zu, etwa am 14. November 2026 und an Heiligabend.

  • Dauerausstellung, Libeskind-Bau und ANOHA: Eintritt frei
  • Sonderausstellungen im Altbau: 10 €, ermäßigt 4 €, unter 18 Jahren frei
  • Öffentliche Themenführungen: 6 €, ermäßigt 3 €

Ein Zeitfenster-Ticket im Online-Shop wird empfohlen, damit du nicht lange warten musst. Für ANOHA brauchst du online immer ein Zeitfenster-Ticket (Buchungsgebühr 3 € pro Bestellung); an der Museumskasse gibt es die Tickets ohne Gebühr. ANOHA hat eigene Zeiten: Dienstag bis Freitag 9–16 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen 10–17 Uhr (Stand: Oktober 2026).

Am Eingang gibt es eine Sicherheitskontrolle. Plane dafür etwas Zeit ein, besonders bei Veranstaltungen.

Besichtigung und Zeitplanung

Für Libeskind-Bau und Dauerausstellung solltest du mindestens drei Stunden einplanen, wer gründlich ist, braucht einen halben Tag. Beste Besuchszeit: Unter der Woche am Vormittag ist es meist ruhiger als am Wochenende. Die kostenlose JMB-App dient als Audioguide, unter anderem auf Deutsch, in Leichter Sprache, in Deutscher Gebärdensprache und auf Englisch – Kopfhörer mitbringen. Café, Glashof und Garten kannst du auch ohne Ticket besuchen; das Café „Shalom'chen“ serviert vegetarische und vegane israelische Küche und nimmt nur Kartenzahlung.

Anfahrt und Barrierefreiheit

Die Adresse ist Lindenstraße 9–14 in 10969 Berlin. Mit der U-Bahn fährst du mit der U1 oder U6 bis Hallesches Tor oder mit der U6 bis Kochstraße, von dort sind es etwa zehn Minuten zu Fuß. Näher halten die Busse M29, M41 und 248. Eigene Besucherparkplätze gibt es nicht, nahe dem Eingang liegen aber zwei Behindertenparkplätze. Die gesamte Ausstellungsfläche ist rollstuhlgerecht; der schräge Boden im Garten des Exils kann allerdings schwierig sein.

Mit Kindern: ANOHA ist speziell für Kinder gemacht: Hier darf angefasst, gespielt und gebaut werden. Im Libeskind-Bau sind Holocaust-Turm und Voids für kleine Kinder bedrückend – erkläre vorher, was sie erwartet.

In der Nähe

  • Checkpoint Charlie – etwa zehn Minuten zu Fuß nördlich
  • Topographie des Terrors – rund 15 Minuten zu Fuß, ideal als inhaltliche Ergänzung
  • Berlinische Galerie – das Landesmuseum für moderne Kunst liegt nur wenige Gehminuten entfernt
  • Deutsches Technikmuseum – rund 20 Minuten zu Fuß Richtung Gleisdreieck
  • Gendarmenmarkt – über die Friedrichstraße in etwa 20 Minuten

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Öffnungszeiten

Öffnungszeiten
Montag
geschlossen
Dienstag
10:00–18:00
Mittwoch
10:00–18:00
Donnerstag
10:00–18:00
Freitag
10:00–18:00
Samstag
10:00–18:00
Sonntag
10:00–18:00

Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr), montags geschlossen; zusätzlich geschlossen am 14.11.2026 und 24.12.2026; Kinderwelt ANOHA Di–Fr 9–16 Uhr, Sa, So und feiertags 10–17 Uhr.

Tickets

Dauerausstellung, Libeskind-Bau und ANOHA Eintritt frei; Sonderausstellungen im Altbau 10 €, ermäßigt 4 €, unter 18 Jahren frei; Zeitfenster-Ticket online empfohlen.

Adresse & Anfahrt

Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin

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Quellen und weiterführende Lektüre

Verifiziert10. Oktober 2026

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