Altstädte & Plätze
Gendarmenmarkt
Berlin, Berlin
- Öffnungszeiten
- Eintritt frei
- 0,5–3 Std.
- Familienfreundlich
- Mit Hund
Altstädte & Plätze
Berlin, Berlin

Audioguide
Station 8 von 14 · Diese Sehenswürdigkeit ist Station eines Audio-Spaziergangs
„Ein Dom, der keiner ist – und ein Dichter, getrennt von seinen Musen.”
14 Stationen 95 Min. 4,2 km
Der Gendarmenmarkt in Berlin gilt vielen als schönster Platz der Hauptstadt: Zwischen dem Konzerthaus von Karl Friedrich Schinkel und den beiden fast baugleichen Kuppeltürmen von Deutschem und Französischem Dom entsteht ein Ensemble, das an italienische Piazze erinnert. Der Platz liegt mitten in Berlin-Mitte, nur wenige Schritte von der Friedrichstraße entfernt, und ist rund um die Uhr frei zugänglich. Seit der Sanierung, die im Frühjahr 2025 abgeschlossen wurde, wirkt er heller, aufgeräumter und ist barrierefrei begehbar.
Angelegt wurde der Platz ab 1688 als Teil der neuen Friedrichstadt, die unter Kurfürst Friedrich III. – dem späteren König Friedrich I. – nach Plänen von Johann Arnold Nering entstand. In das Viertel zogen viele Hugenotten, also französische Glaubensflüchtlinge, die in Brandenburg eine neue Heimat fanden. Für sie und für die deutsche lutherische Gemeinde entstanden ab 1701 die beiden Kirchen, die bis heute den Platz prägen.
Der Name hat einen militärischen Hintergrund: König Friedrich Wilhelm I. ließ hier 1736 Ställe für das Kürassierregiment „Gens d'armes“ errichten. Bevor sich 1799 der heutige Name durchsetzte, hieß der Platz unter anderem Linden-Markt und Neuer Markt.
Seine heutige Gestalt verdankt der Gendarmenmarkt vor allem Friedrich II.: Er ließ 1780 bis 1785 von Carl von Gontard die beiden Kuppeltürme vor die eher schlichten Kirchen setzen – reine Repräsentationsbauten, die den Platz monumental rahmen. Das Schauspielhaus von Carl Gotthard Langhans brannte 1817 ab, Schinkel ersetzte es durch den klassizistischen Bau, der 1821 eröffnet wurde.
Im Zweiten Weltkrieg brannten alle drei Gebäude aus. Der Wiederaufbau zog sich von 1976 bis in die 1990er-Jahre: Das Schauspielhaus wurde am 1. Oktober 1984 als Konzerthaus wiedereröffnet, der Französische Dom 1987, der Deutsche Dom 1996. Zu DDR-Zeiten hieß der Platz ab 1950 „Platz der Akademie“; erst nach der Wende bekam er seinen alten Namen zurück.
Von Oktober 2022 bis März 2025 wurde der Gendarmenmarkt grundlegend umgebaut. Neue Leitungen für Strom, Trink- und Abwasser liegen jetzt unter der Oberfläche, die vorher sichtbaren Versorgungsanlagen für Veranstaltungen sind verschwunden. Eine unterirdische Anlage lässt Regenwasser versickern – der Platz soll damit ein Beispiel für die klimaangepasste „Schwammstadt“ sein. Am 13. März 2025 gab der Regierende Bürgermeister den Platz offiziell wieder frei. Ein Drittel der Fläche zwischen Französischem Dom und Französischer Straße wurde aus Kostengründen nicht mitsaniert.
Für einen Rundgang über den Platz mit Fotostopps reichen 30 bis 45 Minuten. Mit Turmbesteigung, Bundestagsausstellung oder einem Kaffee in einem der Cafés rund um den Platz solltest du zwei bis drei Stunden einplanen. Ein Konzertbesuch im Großen Saal ist natürlich das Highlight – Karten bekommst du über das Konzerthaus. Laut Berlin.de gibt es außerdem fast täglich kostenlose Kurzführungen von rund 30 Minuten durch das Haus, ohne Anmeldung. Im Sommer lockt das Classic Open Air mit Konzerten unter freiem Himmel.
Beste Reisezeit: Morgens ist es angenehm ruhig, das Licht fällt dann schön auf die Fassade des Konzerthauses. In der Adventszeit verwandelt sich der Platz in den WeihnachtsZauber Gendarmenmarkt, einen der bekanntesten Weihnachtsmärkte Berlins mit Kunsthandwerk und Bühnenprogramm. Für diesen Markt wird in der Regel ein kleiner Eintritt erhoben; die aktuellen Termine und Preise findest du auf der Seite des Veranstalters.
Der Gendarmenmarkt ist ein öffentlicher Platz – Eintritt frei, jederzeit zugänglich. Für die Aussichtsplattform im Französischen Dom brauchst du ein Ticket; Anbieter nennen Preise ab rund 4,50 €, mit Audioguide mehr. Die Zeiten der Plattform wechseln saisonal, im Herbst und Winter ist sie meist dienstags bis sonntags am Nachmittag geöffnet. Prüfe die aktuellen Angaben vor deinem Besuch (Stand: Oktober 2026).
Mit Kindern und barrierefrei: Seit dem Umbau ist der Platz selbst barrierefrei: ebenes Pflaster, keine Stolperkanten durch Kabelbrücken. Die Freitreppe des Konzerthauses lädt Kinder zum Klettern und Sitzen ein. Die Turmplattform im Französischen Dom ist dagegen nur über Treppen erreichbar und für Rollstühle und Kinderwagen ungeeignet. Hunde an der Leine sind auf dem Platz kein Problem.
Der WeihnachtsZauber auf dem Gendarmenmarkt läuft vom 23. November bis 31. Dezember 2026: sonntags bis donnerstags von 11 bis 22 Uhr, freitags und samstags von 11 bis 23 Uhr, an Heiligabend von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 2 Euro, Kinder unter 12 Jahren zahlen nichts. Montags bis freitags zwischen 11 und 14 Uhr ist der Eintritt für alle frei, außer am 24., 25., 26. und 31. Dezember. Alle Berliner Märkte findest du in unserem Überblick Weihnachtsmärkte in Berlin 2026.
Öffentlicher Platz, jederzeit frei zugänglich; Aussichtsplattform im Französischen Dom saisonal geöffnet (im Herbst/Winter meist Di–So nachmittags).
Eintritt frei; Aussichtsplattform im Französischen Dom kostenpflichtig (ab ca. 4,50 €), WeihnachtsZauber im Advent mit kleinem Eintritt.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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