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Highlights

  • Statue „Der Befreier“, 12 m hoch und 70 t schwer
  • Allee aus Hänge-Birken und zwei Fahnen aus rotem Granit
  • 16 Sarkophage mit Reliefs zum Zweiten Weltkrieg
  • Mosaik im Pavillon unter der Statue
  • Grabstätte von rund 7000 sowjetischen Soldaten
  • Eingeweiht am 8. Mai 1949

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Berlin: Was verschwand – und wiederkam

Audio-Spaziergang durch Berlin — 14 Stationen, 2 davon kostenlos anhören

14 Stationen 95 Min. 4,2 km

Über diesen Ort

Am Ende einer langen Achse steht auf einem künstlichen Grabhügel ein Soldat aus Bronze. Auf dem linken Arm trägt er ein Kind, mit dem gesenkten Schwert in der rechten Hand zerschlägt er ein Hakenkreuz. Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park ist zugleich Denkmal und Friedhof: Hier liegen über 7000 Soldaten der Roten Armee, die 1945 in der Schlacht um Berlin gefallen sind. Mit rund neun Hektar ist sie das größte sowjetische Ehrenmal in Deutschland und ein Ort, an dem sich deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts in Stein ablesen lässt.

Geschichte: Siegesmal und Friedhof

Bei der Eroberung Berlins fielen rund 80.000 sowjetische Soldaten. Die sowjetische Militärverwaltung ließ danach mehrere Ehrenmale anlegen, das zentrale im Treptower Park. Für den Entwurf gingen 33 Vorschläge ein. Ab Juni 1946 baute ein Kollektiv um den Architekten Jakow Belopolski, den Bildhauer Jewgeni Wutschetitsch, den Maler Alexander Gorpenko und die Ingenieurin Sarra Walerius die Anlage an der Stelle einer Spiel- und Sportwiese. Eingeweiht wurde sie am 8. Mai 1949, dem vierten Jahrestag des Kriegsendes.

In der DDR war das Ehrenmal Schauplatz von Staatsakten und Massenkundgebungen. Nach der Wiedervereinigung verpflichtete sich die Bundesrepublik 1992 in einem Abkommen mit Russland, die sowjetischen Ehrenmale dauerhaft zu erhalten. Am 31. August 1994 verabschiedeten sich hier die letzten russischen Truppen mit einem gemeinsamen Totengedenken. Bis 2004 wurde die Anlage für mehr als elf Millionen Euro saniert. Die Statue wurde dafür auf Rügen restauriert und kam am 4. Mai 2004 per Schiff zurück.

Was du sehen solltest

  • Mutter Heimat: Am Vorplatz hinter den Eingangsbögen aus grauem Granit trauert eine drei Meter hohe Frauenfigur um ihre gefallenen Söhne.
  • Birkenallee und Granitfahnen: Ein leicht ansteigender Weg führt zu zwei stilisierten Fahnen aus rotem Granit. Davor knien zwei Soldaten, links ein älterer, rechts ein jüngerer.
  • Gräberfeld und Sarkophage: Fünf Rasenflächen mit Lorbeerkränzen stehen symbolisch für die Gräber. Rundherum stehen 16 Sarkophage aus Kalkstein, acht auf jeder Seite, mit Reliefs zum Krieg und Zitaten Stalins auf Russisch und Deutsch.
  • Der Befreier: Die Statue auf dem Grabhügel ist 12 Meter hoch und 70 Tonnen schwer, mit Hügel und Sockel erreicht das Monument 30 Meter. Im Pavillon darunter leuchtet ein Mosaik mit russischer Inschrift und deutscher Übersetzung.

Wissenswertes

Modell für die Figur stand der Soldat Iwan Odartschenko. In der DDR verbreitet war die Geschichte des Sergeanten Nikolai Massalow, der am 30. April 1945 ein Mädchen aus dem Kampfgebiet gerettet hatte. Der Bildhauer selbst betonte, die Szene sei rein symbolisch gemeint. Die tatsächlichen Gräber liegen vor allem an den Seiten unter den Platanen und unter dem Grabhügel, nicht auf den Rasenfeldern in der Mitte. Freiwillige haben in den letzten Jahren Tausende Namen der hier Bestatteten recherchiert. Unter ihnen sind rund 100 Frauen und etwa 1500 Soldaten aus der Ukraine.

Besuch und Anreise

Die Anlage liegt im Treptower Park und ist von der Puschkinallee im Norden oder von der Straße Am Treptower Park im Süden zu betreten. Der S-Bahnhof Treptower Park an der Ringbahn grenzt direkt an den Park. Jedes Jahr am 9. Mai kommen viele Menschen zu Gedenkveranstaltungen und Kranzniederlegungen, dann ist es hier sehr voll.

Tripto-Tipp

Plane etwa eine Stunde ein und geh die Achse einmal komplett ab, vom Eingangsbogen bis hinauf zum Pavillon. Denk daran, dass du auf einem Friedhof bist: Die Rasenflächen am Rand sind Sammelgräber, auch wenn sie nicht markiert sind. Danach lohnt ein Spaziergang zum Treptower Hafen an der Spree oder zur Archenhold-Sternwarte im selben Park.

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