Denkmäler & Monumente
Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park
Berlin, Berlin
- 45–90 Min.
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Audioguide
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Audio-Spaziergang durch Berlin — 14 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
14 Stationen 95 Min. 4,2 km
Am Ende einer langen Achse steht auf einem künstlichen Grabhügel ein Soldat aus Bronze. Auf dem linken Arm trägt er ein Kind, mit dem gesenkten Schwert in der rechten Hand zerschlägt er ein Hakenkreuz. Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park ist zugleich Denkmal und Friedhof: Hier liegen über 7000 Soldaten der Roten Armee, die 1945 in der Schlacht um Berlin gefallen sind. Mit rund neun Hektar ist sie das größte sowjetische Ehrenmal in Deutschland und ein Ort, an dem sich deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts in Stein ablesen lässt.
Bei der Eroberung Berlins fielen rund 80.000 sowjetische Soldaten. Die sowjetische Militärverwaltung ließ danach mehrere Ehrenmale anlegen, das zentrale im Treptower Park. Für den Entwurf gingen 33 Vorschläge ein. Ab Juni 1946 baute ein Kollektiv um den Architekten Jakow Belopolski, den Bildhauer Jewgeni Wutschetitsch, den Maler Alexander Gorpenko und die Ingenieurin Sarra Walerius die Anlage an der Stelle einer Spiel- und Sportwiese. Eingeweiht wurde sie am 8. Mai 1949, dem vierten Jahrestag des Kriegsendes.
In der DDR war das Ehrenmal Schauplatz von Staatsakten und Massenkundgebungen. Nach der Wiedervereinigung verpflichtete sich die Bundesrepublik 1992 in einem Abkommen mit Russland, die sowjetischen Ehrenmale dauerhaft zu erhalten. Am 31. August 1994 verabschiedeten sich hier die letzten russischen Truppen mit einem gemeinsamen Totengedenken. Bis 2004 wurde die Anlage für mehr als elf Millionen Euro saniert. Die Statue wurde dafür auf Rügen restauriert und kam am 4. Mai 2004 per Schiff zurück.
Modell für die Figur stand der Soldat Iwan Odartschenko. In der DDR verbreitet war die Geschichte des Sergeanten Nikolai Massalow, der am 30. April 1945 ein Mädchen aus dem Kampfgebiet gerettet hatte. Der Bildhauer selbst betonte, die Szene sei rein symbolisch gemeint. Die tatsächlichen Gräber liegen vor allem an den Seiten unter den Platanen und unter dem Grabhügel, nicht auf den Rasenfeldern in der Mitte. Freiwillige haben in den letzten Jahren Tausende Namen der hier Bestatteten recherchiert. Unter ihnen sind rund 100 Frauen und etwa 1500 Soldaten aus der Ukraine.
Die Anlage liegt im Treptower Park und ist von der Puschkinallee im Norden oder von der Straße Am Treptower Park im Süden zu betreten. Der S-Bahnhof Treptower Park an der Ringbahn grenzt direkt an den Park. Jedes Jahr am 9. Mai kommen viele Menschen zu Gedenkveranstaltungen und Kranzniederlegungen, dann ist es hier sehr voll.
Plane etwa eine Stunde ein und geh die Achse einmal komplett ab, vom Eingangsbogen bis hinauf zum Pavillon. Denk daran, dass du auf einem Friedhof bist: Die Rasenflächen am Rand sind Sammelgräber, auch wenn sie nicht markiert sind. Danach lohnt ein Spaziergang zum Treptower Hafen an der Spree oder zur Archenhold-Sternwarte im selben Park.
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