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Highlights

  • 1969 als Kulturpark Berlin eröffnet, bis zu 1,7 Millionen Besucher im Jahr
  • Nach der Pleite 2002 berühmter Lost Place mit Riesenrad und Dinosauriern
  • Saniertes Eierhäuschen mit Spreepark Art Space, Biergarten und Schiffsanleger
  • Kostenlose Baustellenführungen an ausgewählten Samstagen
  • Neueröffnung als Kunst- und Kulturpark im Frühjahr 2027 geplant

Audioguide

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Berlin: Was verschwand – und wiederkam

Audio-Spaziergang durch Berlin — 14 Stationen, 2 davon kostenlos anhören

14 Stationen 95 Min. 4,2 km

Über diesen Ort

Ein Riesenrad, das jahrelang knarrend im Wind stand, umgestürzte Dinosaurier im Gras, eine überwucherte Achterbahn: Der Spreepark im Plänterwald war über zwei Jahrzehnte einer der bekanntesten Lost Places Deutschlands. Zuvor war er als Kulturpark Berlin der einzige große Freizeitpark der DDR. Seit 2016 baut das Land Berlin das Gelände zu einem öffentlichen Kunst- und Kulturpark um, die Eröffnung ist für das Frühjahr 2027 geplant. Bis dahin kannst du schon einen Teil erleben, das Eierhäuschen mit Kunstraum und Biergarten am Spreeufer sowie bei Führungen die Baustelle.

Geschichte: vom Kulti zum Lost Place

Eröffnet wurde der Park 1969 zum 20. Jahrestag der DDR auf rund 30 Hektar am Spreeufer. Statt eines Themenparks nach westlichem Muster gab es Fahrgeschäfte und Buden wie auf einem Rummel, dazu Freilichtbühnen für Konzerte. Bis zu 1,7 Millionen Besucher kamen jährlich, die Berliner nannten ihn „Kulti“ oder „Plänti“. Das Wahrzeichen war das Riesenrad, 1989 zum 40. Jahrestag erneuert und mit 40 Gondeln ausgestattet. Die DDR-Fernsehserie „Spuk unterm Riesenrad“ machte es 1979 berühmt.

Nach der Wende übernahm 1991 der Schausteller Norbert Witte den Park und baute ihn zum „Spreepark“ nach westlichem Vorbild um. Die Besucherzahlen brachen ein, 2001 meldete die Betreibergesellschaft Insolvenz an. Im Januar 2002 setzte sich Witte mit sechs Fahrgeschäften nach Lima in Peru ab, später wurde er verurteilt, weil er im Mast des Karussells „Fliegender Teppich“ 167 Kilogramm Kokain nach Deutschland schmuggeln wollte. Das Gelände verfiel, wurde zum Abenteuerspielplatz für Fotografen und Filmteams und zum Mythos. 2014 kaufte das Land Berlin das Gelände zurück, seit 2016 entwickelt die landeseigene Grün Berlin GmbH den neuen Spreepark.

Was du sehen solltest

  • Eierhäuschen: Das historische Ausflugslokal am Spreeufer wurde denkmalgerecht saniert und ist seit 2024 wieder geöffnet. Hier liegen der Spreepark Art Space mit wechselnden Ausstellungen, Gastronomie und ein Biergarten mit Spielplatz.
  • Schiffsanleger: Direkt am Eierhäuschen legen von April bis November Ausflugsschiffe an, auch ein Solarkatamaran fährt hierher.
  • Riesenrad: Das Rad wurde ab 2021 in Polen saniert und im Oktober 2025 wieder aufgebaut, künftig soll es teilweise über ein neues Wasserbecken ragen. Von außen siehst du es schon jetzt.
  • Baustellenführungen: Bei den Führungen über das Gelände erfährst du, wie Riesenrad, Englisches Dorf, Werkhalle und alte Achterbahn in den neuen Park einbezogen werden. Die frühere Achterbahn „Spreeblitz“ wird zum begehbaren Pfad, auch die Dinosaurier sollen bleiben.

Öffnungszeiten (Stand: Oktober 2026)

Das Kerngelände ist bis zur Eröffnung Baustelle und nicht frei zugänglich. Offen sind:

  • Spreepark Art Space im Eierhäuschen: Mittwoch bis Sonntag 11–19 Uhr, jeden dritten Donnerstag im Monat bis 21 Uhr. Bis 1. November 2026 läuft die Ausstellung „A Place to Stay“ von Iván Argote.
  • Biergarten am Eierhäuschen: in der Saison Mittwoch und Donnerstag 12–17 Uhr, Freitag bis Sonntag 11–19 Uhr, Montag und Dienstag Ruhetag.
  • Baustellenführungen: an einzelnen Samstagen, kostenlos, höchstens 20 Personen, etwa 90 Minuten, Anmeldung nötig und schnell ausgebucht. Start an der Baustelleneinfahrt Kiehnwerder Allee/Dammweg, Ende am Eierhäuschen. Die Führungen sind nicht barrierefrei.

Anfahrt

Der Spreepark liegt im Norden des Plänterwalds im Bezirk Treptow-Köpenick. Am besten kommst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Besonders schön ist die Anreise mit dem Schiff, das zum Anleger am Eierhäuschen fährt. Wer zu Fuß kommt, kann einen Spaziergang durch den Treptower Park mit dem Sowjetischen Ehrenmal anschließen, er liegt rund einen Kilometer entfernt.

Tripto-Tipp

Plane für Eierhäuschen, Ausstellung und Biergarten ein bis zwei Stunden ein. Wer den alten Park sehen will, meldet sich früh zu einer Baustellenführung an, die Termine sind meist schnell weg. Und wenn du 2027 wiederkommst, kannst du vielleicht schon mit dem Riesenrad fahren.

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Verifiziert16. Oktober 2026

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