Historische Orte & Gedenkstätten
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Berlin, Berlin
- Öffnungszeiten
- 2–3 Std.
- Bei Regen
- Parkplatz
Historische Orte & Gedenkstätten
Berlin, Berlin

Audioguide
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Audio-Spaziergang durch Berlin — 14 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
14 Stationen 95 Min. 4,2 km
Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im Osten Berlins ist das ehemalige zentrale Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit. Hier wurden politische Gefangene verhört, isoliert und psychisch unter Druck gesetzt – auf einem Gelände, das in keinem Stadtplan der DDR verzeichnet war. Heute führen Historikerinnen, Historiker und ehemalige Häftlinge durch Zellen, Verhörräume und Freiganghöfe. Wer verstehen will, wie die SED-Diktatur mit Andersdenkenden umging, findet in Berlin kaum einen eindringlicheren Ort.
Die Geschichte des Ortes beginnt 1945: Die sowjetische Geheimpolizei richtete in einer ehemaligen Großküche das Speziallager Nr. 3 ein, durch das bis Oktober 1946 rund 20.000 Menschen geschleust wurden. Anschließend mussten Häftlinge im Keller ein fensterloses Zellengefängnis bauen, das wegen seiner bedrückenden Enge den Namen „U-Boot“ bekam.
1951 übernahm das Ministerium für Staatssicherheit das Gefängnis. Bis 1989 wurden hier laut Gedenkstätte über 11.000 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert – darunter Menschen, die fliehen wollten, Ausreiseantragsteller, Oppositionelle und Kritiker des Regimes. Um 1960 entstand ein Neubau mit über 100 Zellen und Vernehmerräumen. Statt körperlicher Gewalt setzte die Stasi hier zunehmend auf Isolation, Desorientierung und psychologische Zermürbung. Das Gefängnis lag in einem militärischen Sperrgebiet, das Anwohner nicht betreten durften.
Nach dem Ende der DDR wurde das Gefängnis geschlossen. 1994 begannen erste Führungen, im Jahr 2000 wurde per Landesgesetz die heutige Stiftung gegründet. Mit über 400.000 Besuchern pro Jahr in den 2010er Jahren zählt die Gedenkstätte zu den meistbesuchten Erinnerungsorten Berlins. Dass ehemalige politische Häftlinge hier selbst als Guides arbeiten, macht sie bis heute besonders.
Das Gefängnis selbst kannst du nur mit einer Führung besichtigen. Der Rundgang beginnt mit einem Einführungsfilm und dauert dann rund 1,5 Stunden. Du siehst unter anderem:
Besonders eindrucksvoll sind Führungen mit ehemaligen Häftlingen, die von ihren eigenen Erfahrungen erzählen. Ohne Führung zugänglich sind die kostenfreien Ausstellungen, etwa „Inhaftiert in Hohenschönhausen“ zur Geschichte des Ortes.
Die Gedenkstätte ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, geschlossen ist sie vom 24. bis 26. Dezember sowie an Silvester und Neujahr. Die öffentliche Führung kostet 9 €, ermäßigt 5 € und für Schülerinnen und Schüler 2,50 €; die Ausstellungen sind kostenlos (Stand: Oktober 2026). Tickets kaufst du am besten vorab im Online-Ticketshop.
Deutschsprachige Rundgänge starten von März bis Oktober täglich stündlich von 10 bis 16 Uhr, im Winter unter der Woche um 11, 13 und 15 Uhr. Englische Führungen gibt es täglich um 10.40, 12.40 und 14.40 Uhr. Für eine Führung inklusive Film solltest du etwa zwei Stunden einplanen, mit Ausstellung eher drei. Gruppen bis 25 Personen buchen eigene Termine; die Nachfrage ist hoch, also früh anfragen.
Ein paar praktische Tipps für deinen Besuch:
Die Gedenkstätte empfiehlt den Besuch ab 14 Jahren, weil die Schilderungen jüngere Kinder inhaltlich und emotional überfordern können. Für Schulklassen gibt es eigene Bildungsangebote und Begleitmaterial zur Vorbereitung. Haustiere dürfen nicht mit aufs Gelände, Assistenzhunde sind erlaubt.
Wegen des Denkmalschutzes sind nicht alle Gebäude barrierefrei. Neubau und Kellergefängnis sind aber per Aufzug mit dem Rollstuhl erreichbar; melde dich dafür vorab beim Besucherdienst an. Es gibt außerdem Tastführungen und Rundgänge in einfacher Sprache.
Die Gedenkstätte liegt in der Genslerstraße 66 in Alt-Hohenschönhausen. Am besten fährst du mit der Tram M5 bis Freienwalder Straße oder mit M6 bzw. 16 bis Genslerstraße; der Bus 256 hält an der Großen-Leege-Straße. Wichtig: Nicht mit der S-Bahn bis „Hohenschönhausen“ fahren – der Bahnhof liegt weit entfernt. Kostenlose Parkplätze für Autos und Busse findest du in der Umgebung. Im Besucherzentrum gibt es eine Cafeteria und eine Buchhandlung.
Täglich 10–18 Uhr (Ausstellung „In Zwangsgemeinschaft“ 10–16 Uhr); am 24.–26.12., 31.12. und 1.1. geschlossen; das Gefängnis ist nur mit Führung zugänglich.
Ausstellungen kostenfrei; öffentliche Führung durch das Gefängnis 9 €, ermäßigt 5 €, Schülerinnen und Schüler 2,50 €; Tickets im Online-Ticketshop.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026