Nationalparks
Nationalpark Harz
Wernigerode, Sachsen-Anhalt
- Öffnungszeiten
- Eintritt frei
- 3–8 Std.
- Familienfreundlich
- Parkplatz
- Mit Hund
Nationalparks
Wernigerode, Sachsen-Anhalt
Der Nationalpark Harz rund um Wernigerode, Schierke, Torfhaus und Bad Harzburg ist eines der größten Waldschutzgebiete Deutschlands und das wilde Herz des Harzes. Hier wächst auf rund 247 Quadratkilometern wieder Wildnis: Fichtenwälder im Umbruch, Hochmoore, Granitklippen und rauschende Bergbäche. Mittendrin thront der Brocken, Norddeutschlands höchster Gipfel. Ob Dampflok-Fahrt, Tageswanderung oder Familienausflug zum Luchsgehege – der Nationalpark lohnt sich zu jeder Jahreszeit, auch bei Nebel.
Die Geschichte des Nationalparks ist eng mit der deutschen Teilung verbunden. Der Brocken lag direkt an der innerdeutschen Grenze und war ab dem 13. August 1961 militärisches Sperrgebiet. Gerade weil Forstwirtschaft und Tourismus jahrzehntelang ruhten, blieb hier ein ungewöhnlich ursprünglicher Bergwald erhalten. Noch vor der Wiedervereinigung, am 1. Oktober 1990, gründete die DDR den Nationalpark Hochharz in Sachsen-Anhalt. Niedersachsen folgte 1994 mit einem eigenen Nationalpark Harz auf der Westseite.
Am 1. Januar 2006 wurden beide Gebiete zum länderübergreifenden Nationalpark Harz zusammengelegt. Die Verwaltung sitzt in Wernigerode. Heute umfasst der Park etwa zehn Prozent des Harzes, von Ilsenburg und Bad Harzburg im Norden bis Herzberg und Bad Lauterberg im Süden. Rund 97 Prozent der Fläche sind bewaldet. Das Prinzip lautet „Natur Natur sein lassen“: In der größten Zone greift der Mensch nicht mehr ein.
Der Brocken (1141 m): Der Gipfel ist das Hauptziel der meisten Besucher, jährlich werden dort rund 1,75 Millionen Gäste gezählt. Oben ist es baumlos, das Klima erinnert an Skandinavien: viel Nebel, Wind und an etwa 300 Tagen im Jahr Regen oder Schnee. Mit etwas Glück siehst du das „Brockengespenst“, einen Schatten, der riesig auf die Nebelwand projiziert wird. Im Brockengarten wachsen seltene Gebirgspflanzen, darunter die Brockenanemone, die in Deutschland nur hier vorkommt.
Das Brockenhaus: In der ehemaligen Stasi-Abhörzentrale auf dem Gipfel zeigt das Besucherzentrum auf drei Etagen Mythen rund um den Blocksberg, die Zeit der Teilung, Wetterextreme und die Rückkehr der Wildnis. Höhepunkt ist die Kuppel mit Abhörtechnik aus der DDR-Zeit und die Aussichtsplattform mit 360-Grad-Blick.
Wildnis im Wandel: Weite Flächen abgestorbener Fichten prägen heute das Bild. Was auf den ersten Blick erschreckt, ist im Nationalpark gewollter Wandel: Zwischen dem Totholz wachsen junge Ebereschen, Birken und Fichten. Die Ausstellung im Besucherzentrum TorfHaus erklärt diesen Prozess anschaulich.
Tierwelt: Zwischen 2000 und 2007 wurden im Harz 24 Luchse ausgewildert, inzwischen kommen in freier Natur Jungtiere zur Welt. Sehen kannst du die scheuen Katzen am sichersten im Schaugehege an der Rabenklippe bei Bad Harzburg. Auch Wildkatzen und Rothirsche leben im Park.
Täler und Wasser: Das Ilsetal bei Ilsenburg mit den Ilsefällen gehört zu den schönsten Wanderzielen am Nordrand. Im Westen lohnen der Oderteich und der Rehberger Graben, Zeugnisse der historischen Oberharzer Wasserwirtschaft.
Der Nationalpark selbst ist ganzjährig frei zugänglich und kostet keinen Eintritt. Für einen guten Einstieg sorgen die Besucherzentren (Stand: Oktober 2026):
Weitere Nationalparkhäuser gibt es in Schierke, im Ilsetal und in Sankt Andreasberg, dazu das HarzWaldHaus in Bad Harzburg.
Mit der Bahn: Wernigerode, Bad Harzburg, Goslar, Ilsenburg und Herzberg sind per Regionalzug erreichbar. Zum Brocken fährt die Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahnen, ab Wernigerode dauert die Fahrt rund 1 Stunde 40 Minuten. Wichtig: Das Deutschlandticket gilt im Netz der Schmalspurbahnen, aber nicht auf dem Abschnitt von Drei Annen Hohne hinauf zum Brocken. Übernachtungsgäste fahren mit dem Harzer Urlaubs-Ticket (HATIX) kostenlos mit vielen Bussen.
Mit dem Auto: Die Brockenstraße ist für den privaten Verkehr gesperrt. Große Parkplätze findest du in Torfhaus, Schierke und Drei Annen Hohne, von dort geht es zu Fuß, per Rad oder mit dem Zug weiter. An schönen Wochenenden sind die Parkplätze früh voll.
Zu Fuß auf den Brocken: Klassiker ist der Goetheweg ab Torfhaus, der an alten Bahngleisen und Mooren vorbei zum Gipfel führt. Aus Schierke führen mehrere Wege hinauf. Plane festes Schuhwerk und warme Kleidung ein, auch im Sommer.
Familien sind im HohneHof mit Abenteuer-Spielplatz und Entdeckerpfad gut aufgehoben. Das Nationalparkhaus Sankt Andreasberg lockt mit dem „FledermausReich“, am Brocken gibt es einen Märchenpfad. Der Brocken ist dank Brockenbahn auch ohne lange Wanderung erreichbar, Brockenhaus und Besucherzentrum TorfHaus sind barrierefrei, beide haben ein rollstuhlgerechtes WC.
Hunde sind willkommen, müssen im ganzen Nationalpark aber immer an der Leine bleiben. Zudem gilt ein striktes Wegegebot auf den rund 600 Kilometern ausgeschilderter Wege. Nimm deinen Müll wieder mit und achte bei Trockenheit auf die Waldbrandwarnstufe.
Beste Reisezeit: Im Spätsommer blüht die Heide am Brocken, im Herbst leuchten Ebereschen und Birken. Im Winter verwandeln Raureif und Schnee den Gipfel in eine Märchenlandschaft. Unter der Woche ist es deutlich ruhiger als am Wochenende.
Nationalpark ganzjährig frei zugänglich; Brockenhaus täglich 9:30–17 Uhr (letzter Einlass 16:30 Uhr, 24.12. geschlossen), Besucherzentrum TorfHaus April bis Oktober täglich 9–17 Uhr, November bis März Dienstag bis Sonntag 10–16 Uhr (24.12. und 1.1. geschlossen).
Nationalpark und Besucherzentrum TorfHaus frei; Brockenhaus Erwachsene 8 €, Rentner 7 €, ermäßigt 5 €, Kinder 6–16 Jahre 4 €, Familie 17 €, mit HarzCard frei.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026