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Highlights

  • Älteste Schauhöhle Deutschlands mit Führungen seit dem 17. Jahrhundert
  • Goethesaal, rund 2.500 m² groß, mit Naturbühne und Wolfgangsee
  • Säulenhalle mit dem Stalagmiten Lebensbaum
  • Großes Knochenfeld mit rekonstruiertem Höhlenbärenskelett
  • Führung von etwa 50 Minuten über rund 300 Stufen
  • Ganzjährig 8–9 °C in der Höhle

Über diesen Ort

Ein Bergmann namens Friedrich Baumann soll im 16. Jahrhundert auf der Suche nach Erz in die Höhle geraten sein, sein Licht verloren und drei Tage im Dunkeln umhergeirrt sein. Er fand hinaus, starb aber bald an den Folgen, so jedenfalls erzählt es die Sage. Belegt ist die Geschichte nicht. Sicher ist dagegen, dass die Baumannshöhle in Rübeland im Harz als älteste Schauhöhle Deutschlands gilt: Seit dem 17. Jahrhundert werden Besucher regelmäßig durch ihre Tropfsteinwelt geführt.

Geschichte: Goethe, Leibniz und der erste Naturschutz

Um 1649 erhielt die Rübeländer Familie Wagner von den Herzögen von Braunschweig das Privileg, Gäste durch die Höhle zu führen, der Betreiber nennt 1646 als Beginn der Führungen. Bald fehlten so viele Tropfsteine, dass Herzog Rudolf August 1668 eine Schutzverordnung erließ. Die Baumannshöhle gilt deshalb als erstes rechtlich geschütztes Naturdenkmal Deutschlands, 1688 kam eine Tür vor den Eingang. Zu den Gästen zählten der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz (1690) und Johann Wolfgang von Goethe, der 1777, 1783 und 1784 kam. Die älteste Darstellung des Inneren stammt von Matthäus Merian aus dem Jahr 1654.

Pechfackeln und bengalische Feuer schwärzten die Wände über die Jahrhunderte. 1888 entdeckte der Höhlenführer Streitberg bis dahin unbekannte Teile, die Neue Baumannshöhle. 1927/28 bekam die Höhle ihren heutigen Eingang: Ein 74 Meter langer Stollen führt von der Eingangshalle im Ort steil hinauf. Das oft genannte Entdeckungsjahr 1536 wurde übrigens erst in den 1930er Jahren erfunden, um ein Jubiläum feiern zu können.

Was du in der Höhle siehst

  • Goethesaal: Der größte Raum misst rund 2.500 m². Zwei Bühnen bieten Platz für bis zu 300 Zuschauer bei Theater und Konzerten, dazu kommt der künstlich angelegte Wolfgangsee. Bis 1928 hieß der Saal Tanzsaal, heute ist er auch Außenstelle des Standesamts.
  • Säulenhalle: Viele halten sie für den schönsten Raum, mit Stalaktiten, Stalagmiten, Sinterfahnen und feinen Makkaroni-Röhrchen. Hier steht der Lebensbaum, das Wahrzeichen der Höhle.
  • Hamburger Wappen: Eine Felsformation, die Goethe an das Wappen der Hansestadt erinnerte, daneben der rund einen Meter hohe Stalagmit „Mönch“.
  • Großes Knochenfeld: Hier wurden Knochen ausgestorbener Höhlenbären zusammengetragen, ein rekonstruiertes Skelett zeigt die Größe der Tiere.
  • Schildkrötenschlucht und Palmengrotte: Benannt nach Sinterformen, die an eine Schildkröte und eine Palme erinnern.

Führungen, Zeiten und Preise (Stand: Oktober 2026)

Die Höhle ist nur mit Führung zu besichtigen. Eine Tour dauert etwa 50 Minuten und führt über rund 300 Stufen. Im Oktober 2026 starten Führungen meist alle 20 Minuten zwischen 9:30 Uhr und 15:30 bis 17 Uhr (letzte Führung), im November ist montags geschlossen, vom 2. bis 13. November 2026 bleibt die Baumannshöhle ganz zu. Die genauen Tage stehen auf der Website der Harzer Höhlen.

  • Erwachsene: 10,50 €
  • Kinder (4–14 Jahre): 7,50 €
  • Familienticket (2 Erwachsene, bis 3 Kinder): 34 €, nur an der Tageskasse
  • Kombiticket mit der Hängebrücke Titan RT: 16 €

Für internationale Gäste gibt es einen englischen Audioguide fürs eigene Smartphone. Fotografieren und Filmen ist in der Höhle nicht erlaubt, Haustiere dürfen nicht mit. Der Weg ist nicht barrierefrei, Kinderwagen und Rollstühle passen nicht.

Anfahrt und Parken

Die Baumannshöhle liegt mitten in Rübeland an der Blankenburger Straße, direkt neben der Hermannshöhle. Mehrere Parkplätze liegen höchstens 500 Meter entfernt, das Höhlenparkticket für drei Stunden kostet 2,50 €. Ohne Auto nimmst du ab dem Bahnhof Wernigerode den Regionalbus bis „Rübeland Tropfsteinhöhlen“.

Tripto-Tipp

Nimm eine Jacke mit, in der Höhle hat es das ganze Jahr nur 8 bis 9 °C. Buch die Tickets online, dann gehst du direkt zum Einlass. Die Rappbodetalsperre mit der Hängebrücke Titan RT liegt nur wenige Kilometer entfernt und lässt sich mit dem Kombiticket am selben Tag verbinden. Wer noch mehr Tropfsteine sehen will, besucht gleich nebenan die Hermannshöhle.

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Verifiziert14. Oktober 2026

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