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Highlights

  • Marktplatz mit Rathaus und Roland
  • Stiftskirche St. Servatii
  • Domschatz
  • Finkenherd
  • Münzenberg

Über diesen Ort

Die Altstadt von Quedlinburg im nördlichen Harzvorland ist eines der größten zusammenhängenden Fachwerkensembles in Deutschland und seit 1994 UNESCO-Welterbe. Über 2100 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten, kopfsteingepflasterte Gassen und der Schlossberg mit der romanischen Stiftskirche machen den Ort zu einer der schönsten Sehenswürdigkeiten Sachsen-Anhalts. Wer mittelalterliche Stadtbilder liebt, sollte hier mindestens einen ganzen Tag einplanen.

Geschichte: Wiege des deutschen Königtums

Quedlinburg wird 922 erstmals in einer Urkunde König Heinrichs I. erwähnt. Heinrich, der erste König aus dem Geschlecht der Liudolfinger, wurde 936 auf dem Schlossberg beigesetzt. Im selben Jahr entstand dort ein Damenstift für adlige Frauen, das fast 900 Jahre bestand und erst 1802 aufgelöst wurde. Vom 10. bis zum 12. Jahrhundert feierten die ottonischen Könige und Kaiser hier regelmäßig Ostern – insgesamt sind 69 Aufenthalte von Herrschern belegt. 994 verlieh Otto III. dem Stift Markt-, Münz- und Zollrechte, was die Entwicklung zur Stadt beschleunigte.

Dass so viel historische Bausubstanz erhalten blieb, macht den besonderen Wert der Stadt aus. Die UNESCO nahm 1994 „Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg“ in die Welterbeliste auf; seit 2015 trägt die Stadt offiziell den Namenszusatz „Welterbestadt“.

Was du sehen solltest

  • Marktplatz und Rathaus: Das efeuberankte Renaissance-Rathaus mit der Roland-Figur ist das Fotomotiv schlechthin. Hier findest du auch die Tourist-Information.
  • Schlossberg: Auf dem Sandsteinfelsen thronen die Stiftskirche St. Servatii mit der Krypta, in der Heinrich I. bestattet wurde, und das Schloss. Der Domschatz gehört zu den bedeutendsten Kirchenschätzen Deutschlands.
  • Schlossmuseum: Das Museum war seit Februar 2020 wegen Sanierung geschlossen; die Wiedereröffnung wurde für den 3. Oktober 2026 angekündigt. Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung stehen 1100 Jahre Geschichte des Schlossbergs und die Äbtissinnen, die das Stift über Jahrhunderte regierten.
  • Finkenherd und Fachwerkgassen: Am Fuß des Schlossbergs reihen sich besonders malerische Fachwerkhäuser. Der Legende nach wurde Heinrich hier beim Vogelfang die Königswürde angetragen – historisch fand die Wahl allerdings 919 in Fritzlar statt.
  • Fachwerkmuseum im Ständerbau: Eines der ältesten Fachwerkhäuser der Stadt; das Bauholz wurde laut Jahrringdatierung um 1325 geschlagen. Modelle erklären den Fachwerkbau vom 14. bis zum 20. Jahrhundert.
  • Lyonel-Feininger-Galerie: Seit 1986 zeigt sie Werke des Bauhaus-Künstlers, die dank Hermann Klumpp vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten bewahrt wurden.
  • Klopstockhaus: Geburtshaus des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock (1724), erbaut 1570.
  • St. Wiperti: Die Kirche unterhalb des Schlossbergs gehört zum Welterbe und besitzt eine romanische Krypta – ein ruhiger Gegenpol zum Trubel am Markt.
  • Münzenberg: Der kleine Hügel gegenüber dem Schlossberg mit Resten des 986 gegründeten Klosters St. Marien und winzigen Häusern.

Besichtigung und Zeitplanung

Die Altstadt ist jederzeit frei zugänglich, Eintritt zahlst du nur für Museen und die Stiftskirche. Für einen ersten Rundgang über Markt, Schlossberg und Münzenberg reichen etwa drei bis vier Stunden; mit Museen und einer Pause im Café wird ein ganzer Tag daraus. Besonders stimmungsvoll ist Quedlinburg am frühen Morgen und abends, wenn die Tagesgäste abgereist sind. In der Adventszeit lockt der Weihnachtsmarkt viele Besucher an – dann lohnt sich eine Übernachtung. Bequeme Schuhe sind Pflicht: Fast alle Gassen der Altstadt sind mit grobem Kopfsteinpflaster belegt.

Öffnungszeiten und Preise der Stiftskirche und des Domschatzes werden je nach Quelle unterschiedlich angegeben; zudem wurden die Schatzkammern zuletzt restauriert. Prüfe deshalb vor dem Besuch die aktuellen Angaben bei der Tourist-Information.

Die Tourist-Information am Markt 4 hat laut Website (Stand: Oktober 2026) montags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr und freitags sowie samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Dort bekommst du Stadtpläne und Infos zu öffentlichen Stadtführungen. Eine geführte Tour lohnt sich gerade beim ersten Besuch, weil viele Details an den Fassaden – Inschriften, Schnitzereien, Bauzeiten – ohne Erklärung leicht übersehen werden.

Anfahrt und Parken

  • Mit der Bahn: Der Bahnhof Quedlinburg liegt an der Strecke Halberstadt–Thale. Stündlich fahren Regional-Express-Züge Richtung Magdeburg, Halberstadt und Thale. Vom Bahnhof gehst du etwa eine Viertelstunde bis zum Markt.
  • Mit der Harzer Schmalspurbahn: Seit 2006 ist Quedlinburg an die Selketalbahn angeschlossen. Mit der Dampfbahn kannst du über Gernrode bis tief in den Harz fahren.
  • Mit dem Auto: Quedlinburg liegt rund 50 Kilometer südwestlich von Magdeburg. Die Altstadt selbst ist eng und für Autos ungeeignet; nutze die ausgeschilderten Parkplätze am Rand der Altstadt. Aktuelle Infos zum Parken gibt die Tourist-Information.

Mit Kindern und Barrierefreiheit

Kinder haben Spaß an den schiefen Fachwerkhäusern, an den Geschichten vom Vogelfänger Heinrich und an einer Fahrt mit der Schmalspurbahn. Der große Park Brühl (rund 15 Hektar) bietet Platz zum Toben. Für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen ist das Kopfsteinpflaster anstrengend, und der Aufstieg zum Schlossberg ist steil. Den Marktplatz und die Hauptstraßen erreichst du dagegen ohne Treppen.

In der Nähe

Nur wenige Kilometer entfernt liegen Thale mit dem Bodetal und der Rosstrappe sowie Gernrode mit der ottonischen Stiftskirche St. Cyriakus. Die Teufelsmauer bei Weddersleben und das Brockengebiet sind ebenfalls gut erreichbar.

Weihnachtsmarkt 2026

Der Weihnachtsmarkt unter der großen Tanne auf dem Rathausplatz läuft vom 25. November bis 22. Dezember 2026. An drei Adventswochenenden öffnen beim „Advent in den Höfen“ sonst verschlossene Innenhöfe der Fachwerkhäuser: am 28./29. November, 5./6. Dezember und 12./13. Dezember 2026, jeweils von 11 bis 19 Uhr. Die täglichen Öffnungszeiten des Marktes für 2026 sind noch nicht veröffentlicht. Mehr dazu in unserem Guide Weihnachtsmarkt Quedlinburg 2026.

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Öffnungszeiten

Öffnungszeiten
Montag
0:00–24:00
Dienstag
0:00–24:00
Mittwoch
0:00–24:00
Donnerstag
0:00–24:00
Freitag
0:00–24:00
Samstag
0:00–24:00
Sonntag
0:00–24:00

Altstadt jederzeit frei zugänglich; Tourist-Information am Markt Montag bis Donnerstag 10–17 Uhr, Freitag und Samstag 10–18 Uhr.

Tickets

Eintritt frei (Altstadt); Museen, Stiftskirche und Domschatz kostenpflichtig.

Adresse & Anfahrt

Markt 4, 06484 Quedlinburg (Tourist-Information)

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Quellen und weiterführende Lektüre

Verifiziert10. Oktober 2026

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