Industriekultur
Rappbodetalsperre
Thale, Sachsen-Anhalt
- 1–3 Std.
Industriekultur
Thale, Sachsen-Anhalt
106 Meter misst die Staumauer der Rappbodetalsperre vom Fundament bis zur Krone, höher ist keine in Deutschland. Dahinter liegt der größte Stausee des Harzes und die größte Trinkwassertalsperre des Landes, deren Wasser bis nach Halle und Leipzig fließt. Seit 2017 spannt sich direkt vor der Mauer die Hängebrücke Titan-RT über das Tal, eine der längsten ihrer Art. Über die Krone der Mauer selbst läufst du kostenlos.
Erste Ideen für Talsperren im Bodetal gab es schon 1891. Eine frühe Planung sah eine 150 Meter hohe Mauer oberhalb von Thale vor, die Dörfer wie Treseburg und Altenbrak und das Bodetal überflutet hätte. Stattdessen entschied man sich für ein System mehrerer Sperren. Die Arbeiten an der Rappbode begannen im Zweiten Weltkrieg und wurden 1942 eingestellt. Die DDR griff das Projekt wieder auf: Am 1. September 1952 wurde der Grundstein gelegt, am 3. Oktober 1959 ging die Talsperre in Betrieb, gebaut unter Beteiligung des westdeutschen Baukonzerns Polensky & Zöllner. Von 1995 bis 2009 wurde die Anlage saniert, im Juni 2022 wurde sie als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland ausgezeichnet.
Das Trinkwasser aus der Rappbode ist sehr weich, im Schnitt nur etwa 3 Grad deutscher Härte. Ein 3,1 Kilometer langer Stollen führt es zum Wasserwerk bei Wienrode, von dort fließt es über Fernleitungen bis Halberstadt, Halle und Leipzig. Zwei Turbinen erzeugen nebenbei Strom. Wer den Adrenalinkick sucht, findet an Brücke und Turm eine Doppelseilrutsche, einen Pendelsprung und einen Ultrashot.
Die Talsperre liegt an der L 96 zwischen Rübeland und Hasselfelde. Die großen Parkplätze befinden sich direkt vor und hinter dem Tunnel. Ein Pkw kostet pauschal 2,50 € für bis zu drei Stunden, das Tagesticket 5 €. Mit dem Bus fährst du ab Bahnhof Wernigerode mit der Linie 260 in rund 30 Minuten bis zur Haltestelle Rübeland, Talsperre.
Laufe zuerst über die Mauerkrone, denn von dort siehst du die Titan-RT am besten im Ganzen. Für Mauer, Brücke und Turm reichen ein bis zwei Stunden. Im Herbst färben sich die Laubwälder im Rappbodetal besonders kräftig. Festes Schuhwerk ist auf der Brücke Pflicht, der Laufsteg besteht aus Gitterrost. Wer mehr Zeit hat, verbindet den Besuch mit den Tropfsteinhöhlen in Rübeland.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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