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Highlights

  • Grabmal Heinrichs des Löwen und Mathildes von England, um 1230
  • Siebenarmiger Leuchter, fast 5 m hoch, um 1190
  • Imervard-Kreuz, älter als der Dom selbst
  • Mittelalterliche Wandmalereien in Querhaus und Chor
  • Krypta mit den Särgen der Welfenherzöge
  • Kratzspuren am Löwenportal und Kanonenkugel von 1615

Über diesen Ort

Als Heinrich der Löwe 1173 von seiner Pilgerreise ins Heilige Land zurückkehrte, ließ er gegenüber seiner Burg Dankwarderode eine Kirche bauen, die ihm und seiner Frau als Grablege dienen sollte. Der Braunschweiger Dom, offiziell Domkirche St. Blasii, ist bis heute das bedeutendste Gotteshaus der Stadt. Drinnen erwarten dich das Grabmal des Herzogspaares, ein fast fünf Meter hoher Bronzeleuchter und Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert. Geweiht wurde der Dom 1226, im Jahr 2026 feiert er also sein 800-jähriges Weihejubiläum.

Geschichte: Grablege eines Herzogs

Der Bau begann 1173 und zog sich über Jahrzehnte hin. Als Heinrich 1195 starb, wurde er im noch unfertigen Dom neben seiner zweiten Frau Mathilde von England beigesetzt, die bereits 1189 gestorben war. Der Dom entstand als dreischiffige romanische Pfeilerbasilika aus Kalkstein, als eine der ersten großen Kirchen der Region von Anfang an vollständig eingewölbt. 1472 ersetzte man das nördliche Seitenschiff durch eine doppelte spätgotische Halle, deren Fenster an die englische Gotik erinnern.

Ein dunkles Kapitel folgte in der NS-Zeit. Die Nationalsozialisten erklärten den Dom zum „Staatsdom“, ließen 1935 das Grab Heinrichs öffnen und bauten das Innere bis 1938 zu einer Weihestätte um. Die Domgemeinde wurde aufgelöst. Nach dem Krieg wurde der Dom wieder eine evangelische Kirche.

Was du sehen solltest

  • Grabmal Heinrichs des Löwen und Mathildes: Die überlebensgroßen Figuren vor dem Marienaltar entstanden um 1230, Jahrzehnte nach dem Tod des Paares. Heinrich hält ein Modell des Doms in der Hand.
  • Siebenarmiger Leuchter: Der Bronzeleuchter aus 77 Einzelteilen ist fast fünf Meter hoch, vier Meter breit und wiegt über 400 Kilogramm. Er entstand vermutlich um 1190 und stand schon vor 1196 im Dom.
  • Imervard-Kreuz: Das romanische Kreuz im nördlichen Seitenschiff stammt vermutlich von 1150 und ist damit älter als der Dom. Auf dem Gürtel steht „IMERVARD ME FECIT“, Imervard hat mich geschaffen.
  • Marienaltar: Er wurde 1188 geweiht und steht bis heute im Dom.
  • Wandmalereien: Querhaus, Chor und Apsiden wurden zwischen 1230 und 1250 ausgemalt. Rund 80 Prozent sind erhalten, vieles wurde im 19. Jahrhundert ergänzt.
  • Krypta: Die romanische Unterkirche unter Vierung und Chor ist der älteste Teil des Doms. Hier stehen die Särge der Welfenfürsten, darunter der des „Schwarzen Herzogs“ Friedrich Wilhelm, der 1815 bei Quatre-Bras fiel.

Legenden am Mauerwerk

Geh einmal um den Dom herum. Am Löwenportal auf der Nordostseite siehst du tiefe Kratzspuren im Stein. Der Sage nach stammen sie vom Löwen Heinrichs, der zu seinem toten Herrn wollte. Wahrscheinlicher ist, dass hier über Jahrhunderte Waffen gewetzt wurden. In der Ostwand steckt eine Kanonenkugel mit dem eingemeißelten Datum 20. August 1615, eine Erinnerung an die Belagerung der Stadt.

Führungen und Besuch (Stand: Oktober 2026)

  • Öffentliche Führungen: Montag bis Samstag um 14 Uhr, ohne Anmeldung, nicht im Januar und Februar.
  • Gruppenführungen: etwa 60 Minuten, bis 7 Personen 15 € pauschal, ab 8 Personen 2 € pro Person, Anmeldung erforderlich.
  • Jubiläum: Zum 800. Weihetag zeigt das Braunschweigische Landesmuseum vom 13. November 2026 bis 23. Mai 2027 eine Ausstellung zum Dom, unter anderem mit einer digitalen 3D-Rekonstruktion des Baus um 1226.

Tripto-Tipp

Der Dom steht nicht allein: Direkt davor liegt der Burgplatz mit dem bronzenen Burglöwen, dem Wahrzeichen der Stadt, und der Burg Dankwarderode. Für Dom und Platz solltest du etwa eineinhalb Stunden einplanen. Die beste Stimmung für Fotos hast du am späten Nachmittag, wenn die Sonne auf die Westfassade fällt.

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