Industriekultur
Erzbergwerk Rammelsberg
Goslar, Niedersachsen
- Öffnungszeiten
- 2,5–6 Std.
- Familienfreundlich
- Bei Regen
- Parkplatz
Industriekultur
Goslar, Niedersachsen
Das Erzbergwerk Rammelsberg in Goslar gehört zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten im Harz: ein Bergwerk, in dem über tausend Jahre lang Erz abgebaut wurde und das heute als Museum und Besucherbergwerk zum UNESCO-Welterbe zählt. Hier fährst du mit der Grubenbahn in den Berg, gehst durch Stollen aus dem 18. Jahrhundert und siehst riesige Wasserräder unter Tage. Ein Ausflug, der sich für Technikfans, Familien und Geschichtsinteressierte gleichermaßen lohnt.
Die Überlieferung datiert den Beginn des Bergbaus am Rammelsberg auf das Jahr 968. Archäologische Funde deuten allerdings darauf hin, dass hier schon deutlich früher Erz verhüttet wurde – Schlackenreste reichen bis ins 3. Jahrhundert zurück. Silber, Kupfer, Blei und Zink aus dem Berg machten Goslar im Mittelalter reich und erklären, warum die Kaiser hier ihre Pfalz errichteten.
Am 30. Juni 1988 endete die Förderung, weil die Lagerstätte weitgehend erschöpft war. Insgesamt wurden rund 27 Millionen Tonnen Erz gefördert. Dass die Anlagen nicht abgerissen wurden, ist einer Bürgerinitiative zu verdanken, aus der Museum und Besucherbergwerk hervorgingen. Bereits 1992 nahm die UNESCO den Rammelsberg zusammen mit der Altstadt von Goslar in die Welterbeliste auf; 2010 kam die Oberharzer Wasserwirtschaft hinzu.
Ein wichtiger Name ist Johann Christoph Roeder: Er modernisierte das Bergwerk zwischen 1797 und 1805 und ließ den Entwässerungsstollen anlegen, der heute seinen Namen trägt. Die markanten, terrassenförmig an den Hang gebauten Übertageanlagen entstanden in den 1930er-Jahren nach Plänen der Industriearchitekten Fritz Schupp und Martin Kremmer – derselben Architekten, die auch die Zeche Zollverein in Essen prägten.
Der Rammelsberg funktioniert wie ein Baukasten: Du löst ein Museumsticket für die Ausstellungen über Tage und kombinierst es mit einer, zwei oder drei Führungen. Die wichtigsten Touren im Überblick:
Außerdem gibt es thematische Führungen, etwa zur NS-Zeit und zur Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg („Schlägel, Eisen, Hakenkreuz“). 2026 arbeitet das Museum an einer neu konzipierten Dauerausstellung – schau vor dem Besuch auf der Website, welche Bereiche gerade geöffnet sind.
Stand: Oktober 2026, laut offizieller Website:
Preise (gültig seit 1. Januar 2025):
Für Familien (2 Erwachsene + 2 Kinder) gibt es günstigere Kleingruppenpreise, etwa 50 € für Museum plus eine Führung. Tickets kannst du auch online buchen. Mit deinem Ticket bekommst du innerhalb von sieben Tagen 10 % Rabatt bei Partnern wie der Kaiserpfalz Goslar oder dem Oberharzer Bergwerksmuseum.
Plane mindestens drei Stunden ein, wenn du das Museum und eine Führung kombinierst; mit zwei oder drei Touren wird schnell ein ganzer Tag daraus. In der Hauptsaison und in den Ferien lohnt es sich, früh zu kommen. Unter Tage ist es auch im Hochsommer kühl und teils feucht – eine Jacke und feste Schuhe gehören ins Gepäck. Im Museumsrestaurant „Casino“ kannst du zwischen zwei Führungen essen.
Für Kinder ist die Fahrt mit der Grubenbahn das Highlight, und mit „Aus Klein wird Groß“ gibt es eine eigene Familienführung. Rund 70 % der Besucherbereiche sind rollstuhlgerecht. Die Grubenbahn-Führung kann dank eines umgebauten Wagens im Rollstuhl erlebt werden, ebenso der Schrägaufzug und das Restaurant. Drei Leihrollstühle stehen bereit, und Führungen in Gebärdensprache sind buchbar. Assistenzhunde sind ausdrücklich willkommen; ob andere Hunde mitdürfen, klärst du am besten vorher telefonisch.
Die Altstadt von Goslar mit Marktplatz, Fachwerkhäusern und der Kaiserpfalz gehört zum selben Welterbe und liegt nur wenige Busminuten entfernt. Wer den Bergbau weiter erkunden will, fährt in den Oberharz nach Clausthal-Zellerfeld zum Oberharzer Bergwerksmuseum.
Zeiten gültig bis 31. Oktober 2026
April bis Oktober täglich 9–18 Uhr (letzte Führung 16:30 Uhr), November bis März täglich 9–17 Uhr (letzte Führung 15:30 Uhr); am 24. und 31. Dezember geschlossen.
Museum 10 € (ermäßigt 7 €, 4–17 Jahre 5,50 €), Museum + 1 Führung 21 € (ermäßigt 17 €, Kinder 14 €), + 2 Führungen 30 €, + 3 Führungen 37 €; Familien-/Kleingruppenpreise, Online-Tickets verfügbar.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026