Kirchen & Klöster
Hildesheimer Dom
Hildesheim, Niedersachsen
- Öffnungszeiten
- Eintritt frei
- 1–3 Std.
- Familienfreundlich
- Bei Regen
Kirchen & Klöster
Hildesheim, Niedersachsen
Der Hildesheimer Dom St. Mariä Himmelfahrt gehört seit 1985 gemeinsam mit der nahen Michaeliskirche zum UNESCO-Welterbe und ist eines der bedeutendsten Gotteshäuser Norddeutschlands. Hier siehst du Bronzekunst aus der Zeit um das Jahr 1000, die weltweit ihresgleichen sucht, einen romanischen Radleuchter von sechs Metern Durchmesser und an der Apsis den legendären Tausendjährigen Rosenstock. Nach einer großen Sanierung wirkt der Mariendom hell und klar. Ein Besuch lohnt sich für Kunstfans genauso wie für Familien auf Städtetour.
Die Geschichte des Doms beginnt mit der Gründung des Bistums Hildesheim im Jahr 815. Zunächst entstand eine kleine Marienkapelle, 872 ließ Bischof Altfrid eine dreischiffige Basilika errichten, deren Grundriss bis heute erkennbar ist. Nach einem Brand 1046 wurde der Dom erneuert und über die Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Besonders prägend war Bischof Bernward (993–1022), ein hochgebildeter Kirchenmann und Kunstförderer, dem Hildesheim seine berühmten Bronzegüsse verdankt.
Am 22. März 1945 zerstörten Bomben den Dom bis auf den Westbau, Teile der Arkaden und die Außenmauern. Erhalten blieben die Krypta aus dem 9. Jahrhundert und die Laurentiuskapelle. Nach dem Wiederaufbau musste er als einziger Dom in Deutschland neu geweiht werden. Von 2010 bis 2014 folgte eine aufwendige Sanierung, damals die größte Kirchenbaustelle Deutschlands: Der Fußboden wurde auf das ursprüngliche Niveau abgesenkt, die mittelalterlichen Leuchter kehrten an ihre alten Plätze zurück. Am 15. August 2014 wurde der Dom feierlich wiedereröffnet, pünktlich zum 1200-jährigen Bistumsjubiläum 2015.
Das Wahrzeichen von Dom und Stadt wächst außen an der Apsis im Innenhof des Kreuzgangs. Es handelt sich um eine Hundsrose (Rosa canina), die seit mindestens 400 Jahren durchgehend bezeugt ist und als älteste lebende Rose der Welt gilt. Der Legende nach ließ Ludwig der Fromme 815 ein Marienreliquiar an einem Wildrosenzweig zurück, das sich nicht mehr lösen ließ, und deutete das als Zeichen für die Bistumsgründung. 1945 verbrannte der Strauch unter den Trümmern, doch acht Wochen später trieben aus den Wurzeln 25 neue Triebe. Die Blüte ist wetterabhängig und liegt laut Dom meist Ende Mai, sie dauert etwa zwei Wochen.
Der Mariendom ist montags bis freitags von 10 bis 17.30 Uhr, samstags von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 12 bis 17.30 Uhr geöffnet. Die Domwebsite nennt Preise nur für Führungen. Öffentliche Domführungen gibt es freitags, samstags und sonntags um 15 Uhr für 5 € pro Person, Kinder bis sechs Jahre sind frei. Tickets bekommst du im Domfoyer oder online, eine Reservierung ist nicht möglich, und am Wochenende lohnt sich der Vorabkauf (Stand: Oktober 2026).
Das Dommuseum rund um den Kreuzgang hat dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, am letzten Donnerstag im Monat bis 18 Uhr, montags ist Ruhetag. Erwachsene zahlen 7 €, ermäßigt 5 €. Besonders familienfreundlich: Wer bis 25 Jahre alt ist, kommt gratis hinein, und am ersten Dienstag im Monat ist der Eintritt für alle frei. Bis 14. März 2027 läuft die Sonderausstellung „Zu Fuß. Objekte auf Beinen“.
Für Dom, Kreuzgang und Museum solltest du zwei bis drei Stunden einplanen. Wenn du an einem Gottesdienst teilnehmen möchtest, wirf vorher einen Blick in den Gottesdienstkalender auf der Domwebsite.
Hildesheim liegt rund 30 Kilometer südöstlich von Hannover. Aus Hannover fahren die S-Bahnen S3 und S4 sowie der RE10 zum Hauptbahnhof Hildesheim, aus Richtung Braunschweig auch ICE-Züge. Vom Bahnhof nimmst du die Buslinien 1, 2 oder 4 bis zur Haltestelle Bohlweg, von dort sind es etwa 400 Meter zu Fuß. Auf dem Domhof gibt es keine Parkplätze für Besucher; am nächsten liegen die kostenpflichtigen Parkhäuser Cityparkdeck (Kläperhagen 7) und Andreaspassage, von dort gehst du rund fünf Minuten.
Domhof, Dommuseum und Domfoyer samt Toiletten sind laut Dommuseum barrierefrei zugänglich. Fahrräder kannst du an Bügeln direkt am Domhof abstellen.
Dom: Montag bis Freitag 10–17.30 Uhr, Samstag 10–16 Uhr, Sonntag 12–17.30 Uhr; Dommuseum: Dienstag bis Sonntag 11–17 Uhr (letzter Donnerstag im Monat bis 18 Uhr), Montag Ruhetag außer an Feiertagen, 24. und 31.12. geschlossen.
Dombesuch ohne Eintritt; öffentliche Domführung 5 € (Kinder bis 6 Jahre frei); Dommuseum Erwachsene 7 €, ermäßigt 5 €, bis 25 Jahre frei, am 1. Dienstag im Monat für alle frei.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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