Kirchen & Klöster
Marktkirche Hannover
Hannover, Niedersachsen
- 30–45 Min.
Kirchen & Klöster
Hannover, Niedersachsen
Wer durch Hannovers Altstadt läuft, landet fast zwangsläufig vor diesem Turm: Die Marktkirche St. Georgii et Jacobi ist die älteste der drei Altstadtkirchen und mit ihrem 97 Meter hohen Westturm eines der Wahrzeichen der Stadt. Außen schlichter roter Backstein, innen eine hohe, helle Halle mit mittelalterlichem Glas und einem Passionsaltar, der den Krieg nur durch einen Zufall überstand. Im Advent wird die Kirche zum Mittelpunkt des Weihnachtsmarkts.
An dieser Stelle stand schon um 1125 eine romanische Kirche, deren Fundamente 1952 ausgegraben wurden. 1347 begann man mit dem Turm, um 1360 wurde die neue Kirche geweiht. Pest und Geldmangel stoppten 1368 den Turmbau, deshalb fiel die Spitze kürzer aus als geplant: Statt eines steilen Helms sitzt oben ein kleiner Dachreiter, der den Turm im Miniaturformat wiederholt. Die Marktkirche gilt als das südlichste große Beispiel der norddeutschen Backsteingotik.
Bei Luftangriffen im Juli und Oktober 1943 brannte die Kirche bis auf Außenmauern und Pfeiler aus. Beim Wiederaufbau 1946–1952 nach Plänen von Dieter Oesterlen wurde der Backstein im Inneren vollständig freigelegt, daher wirkt der Raum heute so klar. Seit 1925 predigen hier die Landesbischöfe der hannoverschen Landeskirche.
Ein paar Schritte vor dem Westportal ist ein Kreuz ins Pflaster eingelassen. Von dort siehst du den Vierkirchenblick auf die Türme von Markt-, Aegidien-, Kreuz- und Neustädter Kirche. Er galt schon vor 300 Jahren als eines der sieben Wahrzeichen, die wandernde Handwerksgesellen kennen mussten. Auf dem Marktplatz zwischen Kirche und Altem Rathaus schwor die Bürgerschaft am 26. Juni 1533 auf die Reformation. Und seit etwa 1850 findet rund um die Kirche der Weihnachtsmarkt statt.
Während Gottesdiensten und Veranstaltungen ist die Besichtigung eingeschränkt, den Kalender findest du auf der Website der Gemeinde. Regelmäßig gibt es Orgelkonzerte an der großen Goll-Orgel und ein ökumenisches Mittagsgebet.
Die Kirche steht am Hanns-Lilje-Platz mitten in der Altstadt. Vom Hauptbahnhof gehst du 5 bis 10 Minuten über Kröpcke und Karmarschstraße, alternativ fährst du mit den Stadtbahnlinien 3, 7 oder 9 zwei Stationen bis „Markthalle/Landtag“. Direkt vor der Kirche gibt es kostenpflichtige Parkplätze, ein Parkhaus liegt in der Schmiedestraße. Ein barrierefreier Zugang mit elektrischem Türöffner befindet sich auf der Nordseite.
Für Kirche, Portal und Vierkirchenblick reichen 30 bis 45 Minuten. Bleib danach auf dem Marktplatz stehen und schau dir das Alte Rathaus mit seinen Backsteingiebeln an. Im Advent wird es rund um die Kirche sehr voll, komm also am besten unter der Woche vormittags, dann ist auch im Kirchenraum noch Ruhe.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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