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Highlights

  • Turm 97 Meter hoch, mit Wetterhahn genau 98 Meter
  • Chorfenster mit 20 Glasscheiben aus der Zeit um 1370
  • Passionsaltar um 1480 mit 21 geschnitzten Szenen
  • Bronzeportal von Gerhard Marcks (1959)
  • Sonnenuhr aus der Bauzeit, wohl die älteste Uhr Hannovers
  • Weihnachtsmarkt rund um die Kirche seit etwa 1850

Über diesen Ort

Wer durch Hannovers Altstadt läuft, landet fast zwangsläufig vor diesem Turm: Die Marktkirche St. Georgii et Jacobi ist die älteste der drei Altstadtkirchen und mit ihrem 97 Meter hohen Westturm eines der Wahrzeichen der Stadt. Außen schlichter roter Backstein, innen eine hohe, helle Halle mit mittelalterlichem Glas und einem Passionsaltar, der den Krieg nur durch einen Zufall überstand. Im Advent wird die Kirche zum Mittelpunkt des Weihnachtsmarkts.

Geschichte: 650 Jahre gotische Halle

An dieser Stelle stand schon um 1125 eine romanische Kirche, deren Fundamente 1952 ausgegraben wurden. 1347 begann man mit dem Turm, um 1360 wurde die neue Kirche geweiht. Pest und Geldmangel stoppten 1368 den Turmbau, deshalb fiel die Spitze kürzer aus als geplant: Statt eines steilen Helms sitzt oben ein kleiner Dachreiter, der den Turm im Miniaturformat wiederholt. Die Marktkirche gilt als das südlichste große Beispiel der norddeutschen Backsteingotik.

Bei Luftangriffen im Juli und Oktober 1943 brannte die Kirche bis auf Außenmauern und Pfeiler aus. Beim Wiederaufbau 1946–1952 nach Plänen von Dieter Oesterlen wurde der Backstein im Inneren vollständig freigelegt, daher wirkt der Raum heute so klar. Seit 1925 predigen hier die Landesbischöfe der hannoverschen Landeskirche.

Was du sehen solltest

  • Mittleres Chorfenster: Von seinen 30 Scheiben stammen 20 aus der Zeit um 1370. Sie zeigen Märtyrerszenen und gehören zu den bedeutendsten mittelalterlichen Glasmalereien Norddeutschlands.
  • Passionsaltar: Der Schnitzaltar entstand um 1480 und zeigt in 21 Szenen die Passion Jesu. Er war 1663 in die Aegidienkirche gewandert und kam später ins Museum, so überstand er den Krieg. Unter den Prophetenköpfen am unteren Rand entdeckst du den Erzvater Jakob mit Brille.
  • Bronzeportal: Gerhard Marcks gestaltete 1959 die Tür am Westeingang. Unter dem Motto „Zwietracht und Eintracht“ zeigt sie auch Galgen, Panzer und brennende Häuser.
  • Reformationsfenster: Das 13 Meter hohe Glasfenster von Markus Lüpertz wurde am Reformationstag 2023 eingeweiht.
  • Sonnenuhren: Am alten Südportal hängen zwei Sonnenuhren. Die sogenannte Kanonialuhr stammt wahrscheinlich aus der Bauzeit und dürfte die älteste Uhr Hannovers sein.
  • Taufbecken: Zwei Messingbecken um 1500, eines ruht auf fünf Löwen.

Wissenswertes

Ein paar Schritte vor dem Westportal ist ein Kreuz ins Pflaster eingelassen. Von dort siehst du den Vierkirchenblick auf die Türme von Markt-, Aegidien-, Kreuz- und Neustädter Kirche. Er galt schon vor 300 Jahren als eines der sieben Wahrzeichen, die wandernde Handwerksgesellen kennen mussten. Auf dem Marktplatz zwischen Kirche und Altem Rathaus schwor die Bürgerschaft am 26. Juni 1533 auf die Reformation. Und seit etwa 1850 findet rund um die Kirche der Weihnachtsmarkt statt.

Öffnungszeiten (Stand: Oktober 2026)

  • Montag bis Freitag: 10–18 Uhr
  • Samstag: 10–17 Uhr
  • Sonntag: 9:30–18 Uhr

Während Gottesdiensten und Veranstaltungen ist die Besichtigung eingeschränkt, den Kalender findest du auf der Website der Gemeinde. Regelmäßig gibt es Orgelkonzerte an der großen Goll-Orgel und ein ökumenisches Mittagsgebet.

Anfahrt

Die Kirche steht am Hanns-Lilje-Platz mitten in der Altstadt. Vom Hauptbahnhof gehst du 5 bis 10 Minuten über Kröpcke und Karmarschstraße, alternativ fährst du mit den Stadtbahnlinien 3, 7 oder 9 zwei Stationen bis „Markthalle/Landtag“. Direkt vor der Kirche gibt es kostenpflichtige Parkplätze, ein Parkhaus liegt in der Schmiedestraße. Ein barrierefreier Zugang mit elektrischem Türöffner befindet sich auf der Nordseite.

Tripto-Tipp

Für Kirche, Portal und Vierkirchenblick reichen 30 bis 45 Minuten. Bleib danach auf dem Marktplatz stehen und schau dir das Alte Rathaus mit seinen Backsteingiebeln an. Im Advent wird es rund um die Kirche sehr voll, komm also am besten unter der Woche vormittags, dann ist auch im Kirchenraum noch Ruhe.

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Verifiziert16. Oktober 2026

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