Industriekultur
Göltzschtalbrücke
Netzschkau, Sachsen
- 0,5–2 Std.
- Parkplatz
Industriekultur
Netzschkau, Sachsen
Die Göltzschtalbrücke bei Netzschkau im Vogtland ist mit 574 Metern Länge und 78 Metern Höhe die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Der gewaltige Viadukt mit 98 Bögen überspannt das Göltzschtal und trägt bis heute Züge der Sachsen-Franken-Magistrale. Er ist ein Muss für Brückenfans, Fotografen und Ausflügler, die ein ungewöhnliches Stück Ingenieurgeschichte suchen. Hier erfährst du, von wo du sie am besten siehst und wie die Anreise klappt.
Gebaut wurde die Brücke von 1846 bis 1851 für die Sächsisch-Bayerische Eisenbahn-Compagnie an der Strecke Leipzig–Hof. Entworfen hat sie Johann Andreas Schubert nach der damals neuen Stützlinientheorie, die Ausführung plante Robert Wilke, Bauleiter war Ferdinand Dost. Verbaut wurden rund 26 Millionen Ziegel, beim Bau starben 31 Arbeiter. Am 15. Juli 1851 wurde sie eröffnet, damals war sie die höchste Eisenbahnbrücke der Welt. 1930 wurde die Fahrbahn verbreitert, eine geplante Sprengung am Kriegsende fand nicht statt. 1955 bis 1958 wurde das Mauerwerk restauriert, von 2010 bis 2012 elektrifiziert und mit neuer Fahrbahn versehen. 2009 erhielt sie den Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“. Die Stadt Reichenbach beschloss 2020, sich um den UNESCO-Welterbestatus zu bewerben. Die ähnliche, kleinere Elstertalbrücke liegt rund 10 Kilometer südwestlich.
Die Brücke ist für Fußgänger gesperrt, von oben erlebst du sie nur im Zug, etwa mit dem Regionalzug zwischen Netzschkau und Reichenbach. Gut sichtbare Wege führen rund um den Viadukt. Der bekannteste Fotospot liegt in Netzschkau am Aussichtspunkt in der Verlängerung des Reinsdorfer Wegs nahe der Hermann-Löns-Straße, mit Rastplatz und Schaukel. Ein weiterer Blick ergibt sich aus Mylau. Biergärten und Open-Air-Veranstaltungen ziehen im Sommer viele Besucher an, so verwandelt das Festival „Rock Classics“ am Pfingstsamstag die Brücke in Sachsens größte Open-Air-Arena. Für Einkehr gibt es die Kuhbergbaude mit vogtländischen Gerichten.
Stand: Oktober 2026 haben wir keine offiziellen Öffnungszeiten oder Eintrittspreise gefunden. Die Brücke und ihr Umfeld sind im Freien erreichbar, einen Eintritt für den Rundgang nennen die Quellen nicht. Termine für Führungen solltest du bei der Stadt Netzschkau oder beim Förderverein Göltzschtalbrücke erfragen.
Die Brücke liegt bei Netzschkau, nahe der Stadtgrenze zu Mylau. Der nächste Bahnhof ist Netzschkau, von dort sind es etwa zwei Kilometer zu Fuß. In der Nähe gibt es mehrere Parkplätze, die nach Angaben von Reiseseiten kostenpflichtig sind, Preise haben wir nicht verifiziert. Die Stadt Netzschkau hat den Brückenparkplatz 1 übernommen. Wanderer starten oft am Parkplatz an der Brücke oder in Mylau, wenn sie mit dem Zug kommen.
Rund um die Brücke soll das Ausflugsziel „GöltzschExperience 360°“ entstehen. Berichte nennen ein Besucherzentrum mit Ausstellung, Gastronomie und Veranstaltungsfläche, einen Erlebnispfad, einen Spielplatz und eine 700 Meter lange Seilrutsche durch einen unteren Bogen. Die Kosten liegen laut Bürgermeister bei etwa 30 Millionen Euro, der Baubeginn wird für 2028 genannt, die Fertigstellung bis 2031. Aktuell gibt es dort noch keinen Besucherbetrieb in dieser Form.
Wähle für Fotos einen klaren Tag. Plane für einen Rundgang mit Blick von beiden Seiten mindestens ein bis zwei Stunden ein. Kombinieren lässt sich der Besuch mit einer Wanderung im Göltzschtal.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026