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Highlights

  • Bronzekopf von Lew Kerbel, 7,1 Meter hoch, mit Sockel über 13 Meter
  • Zweitgrößte Porträtbüste der Welt
  • Schriftwand „Proletarier aller Länder vereinigt euch“ in vier Sprachen
  • Eingeweiht 1971 vor rund 250.000 Menschen
  • Frei zugänglich, Tag und Nacht

Über diesen Ort

Die Chemnitzer nennen ihn liebevoll den „Nischel“, mitteldeutsch für Kopf oder Schädel. Mitten in der Innenstadt blickt Karl Marx als 7,1 Meter hoher Bronzekopf über die Brückenstraße, auf seinem Sockel ist das Monument über 13 Meter hoch und wiegt rund 40 Tonnen. Nach dem Lenin-Kopf in Ulan-Ude, der 60 Zentimeter höher ist, gilt es als zweitgrößte Porträtbüste der Welt. Auch nach der Wende blieb der Kopf stehen, und er ist bis heute das bekannteste Wahrzeichen von Chemnitz.

Geschichte: ein Kopf für Karl-Marx-Stadt

Am 10. Mai 1953 wurde Chemnitz in Karl-Marx-Stadt umbenannt, und der Wiederaufbau der im Krieg stark zerstörten Innenstadt folgte dem Vorbild des sozialistischen Städtebaus. Ein Monument für den Namensgeber sollte das neue Zentrum krönen. Der sowjetische Bildhauer Lew Kerbel legte 17 Entwürfe vor, nur einer zeigte allein den Kopf. Man entschied sich für ihn, denn bei einer ganzen Figur hätten die Betrachter auf Augenhöhe die Schuhe des Philosophen gesehen. Gegossen wurde der Kopf in Leningrad, in 95 Teile zerlegt und vor Ort vom VEB Germania wieder zusammengeschweißt. Am 9. Oktober 1971 wurde er vor rund 250.000 Menschen eingeweiht, darunter Erich Honecker und ein Urenkel von Marx.

Was du sehen solltest

  • Der Kopf: Die kantig modellierte Bronze steht auf zwei Sockeln, verkleidet mit Platten aus ukrainischem Gestein.
  • Schriftwand: An der Fassade dahinter steht „Proletarier aller Länder vereinigt euch“ auf Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch, zusammengesetzt aus 174 Metallplatten.
  • „Parteisäge“: Das Gebäude dahinter mit seiner sägezahnartigen Bebauung war einst Sitz des Rates des Bezirkes und später der SED-Bezirksleitung.
  • Brückenstraße: Die breite Achse hieß zu DDR-Zeiten Karl-Marx-Allee und diente bei Festtagen als Kulisse für Aufmärsche.

Wissenswertes

Nach 1990 wurde über einen Abriss gestritten, mehrere Städte zeigten Interesse an einem Kauf. Chemnitz behielt den Kopf und warb bis 2007 sogar mit dem Spruch „Stadt mit Köpfchen“. Ein Plan, ihn 2007 für eine Ausstellung nach Münster zu bringen, scheiterte am Veto der Stadt. 2008 umbauten Kunststudierende das Monument für einige Wochen mit einem begehbaren „Temporary Museum of Modern Marx“, sodass man ihm auf Augenhöhe gegenüberstand. 2013 drehte die Band Seeed hier ein Musikvideo. Im Rahmen der Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025 setzten sich 2020 mehrere Künstler mit dem Kopf auseinander.

Besuch und Anfahrt

Das Monument steht an der Brückenstraße nahe der Kreuzung mit der Straße der Nationen und ist jederzeit frei zugänglich. Vom Hauptbahnhof gehst du über die Straße der Nationen in die Innenstadt, Rathaus und Markt liegen ebenfalls nur wenige Minuten entfernt.

Tripto-Tipp

Für ein gutes Foto stellst du dich etwas seitlich auf die gegenüberliegende Seite der Brückenstraße, dann passen Kopf und Schriftwand gemeinsam ins Bild. Abends ist der Kopf angestrahlt. Plane 15 bis 30 Minuten ein und verbinde den Besuch mit einem Rundgang durch die Chemnitzer Innenstadt.

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