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Highlights

  • Goldene Pforte um 1225, das erste vollständige deutsche Statuenportal
  • Freistehende Tulpenkanzel aus der Zeit um 1505 bis 1510
  • Große Silbermannorgel von 1714 mit 44 Registern und 2674 Pfeifen
  • Fürstliche Grablege der Albertiner mit 34 musizierenden Engeln
  • Kreuzgang und grüner Friedhof im Eintritt enthalten

Über diesen Ort

Ein Dom, der nie Bischofssitz war, und trotzdem eine der am reichsten ausgestatteten Kirchen Sachsens: Der Dom St. Marien am Untermarkt in Freiberg verdankt seine Schätze dem Silberbergbau. Hier stehen ein Portal aus dem 13. Jahrhundert, das in der deutschen Kunstgeschichte einen festen Platz hat, eine Kanzel, die wie eine Blüte aus dem Boden wächst, und die größte Orgel, die Gottfried Silbermann eigenhändig gebaut hat. Im Chor ruhen acht Kurfürsten aus dem Haus Wettin.

Geschichte: aus dem Stadtbrand neu errichtet

Um 1180 entstand im jungen, durch Silberfunde schnell wachsenden Freiberg eine romanische Basilika. 1480 erhob Papst Sixtus IV. sie zur Stiftskirche, daher der Name Dom. Beim großen Stadtbrand 1484 wurde die Kirche fast vollständig zerstört, nur die Goldene Pforte, die Triumphkreuzgruppe und Teile des Chors blieben erhalten. An derselben Stelle entstand eine spätgotische Hallenkirche, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts geweiht wurde. Seit 1537 ist der Dom evangelisch-lutherisch. Kurfürst August ließ den Chor ab 1589 von Giovanni Maria Nosseni zur Grabkapelle der albertinischen Wettiner umgestalten. Türme bekam der Dom nie in voller Höhe: Pläne von 1905 für ein Turmpaar scheiterten am Ersten Weltkrieg.

Was du sehen solltest

  • Goldene Pforte: Das spätromanische Sandsteinportal von etwa 1225 gilt als erstes vollständiges Statuenportal in Deutschland. Im Bogenfeld thront Maria mit den Heiligen Drei Königen, an den Seiten stehen Gestalten des Alten Testaments. Ursprünglich war es farbig gefasst, seit 1902/03 schützt es ein Vorbau.
  • Tulpenkanzel: Die Kanzel aus Porphyrtuff entstand um 1505 bis 1510 und steht frei im Raum, nur von eisernen Ankern gehalten. Am Fuß der Treppe trägt ein Knappe die Last, manche sehen darin ein Selbstbildnis des Bildhauers.
  • Bergmannskanzel: Gleich daneben steht die Kanzel von 1638, getragen von Figuren eines Bergknappen und eines Steigers in Arbeitstracht.
  • Große Silbermannorgel: 1710 bis 1714 gebaut, mit 44 Registern und 2674 Pfeifen. Es war Silbermanns erste große Orgel und blieb sein größtes eigenhändiges Werk. Gegenüber steht eine zweite, kleinere Silbermannorgel.
  • Fürstliche Begräbniskapelle: Zwischen 1541 und 1696 wurden hier 38 Mitglieder des sächsischen Fürstenhauses beigesetzt. Auf dem obersten Gesims sitzen 34 musizierende Engel mit Instrumenten der Renaissance.

Wissenswertes

Die Instrumente in den Händen der Engel sind keine Attrappen: Untersuchungen ergaben, dass es echte Renaissance-Instrumente oder sehr genaue Nachbildungen sind. Weil aus dieser Zeit kaum Instrumente erhalten sind, wurden sie in Leipzig untersucht und nachgebaut. Kopien der Goldenen Pforte stehen in der Harvard University, im Puschkin-Museum in Moskau und im Museum der Schönen Künste in Budapest. Im Kreuzgang steht ein romanisches Taufbecken aus der Kirche von Hirschfeld, in dem der Überlieferung nach Katharina von Bora, die spätere Frau Martin Luthers, getauft wurde.

Öffnungszeiten und Tickets (Stand: Oktober 2026)

  • Mai bis Oktober: Montag bis Samstag 10–17 Uhr, Sonntag und kirchliche Feiertage 11:30–17 Uhr.
  • November bis April: Montag bis Samstag 11–16 Uhr, Sonntag 11:30–16 Uhr.
  • Eintritt für Dom, Kreuzgang und grünen Friedhof: 5 €, ermäßigt 4 €, Familienkarte 11 €, inklusive Audioguide per App. Kinder bis 6 Jahre frei.
  • Öffentliche Domführung (etwa eine Stunde): 7 €, mit Orgelmusik 8 €. Von Mai bis Oktober täglich um 14 Uhr, sonntags zusätzlich um 11:30 Uhr mit Orgelmusik.

Tickets gibt es im Domladen. Bei Gottesdiensten und Trauungen ist keine Besichtigung möglich.

Anfahrt und Parken

Der Dom steht am Untermarkt 1 in der Freiberger Altstadt. Parkplätze findest du direkt am Untermarkt, in der Geschwister-Scholl-Straße und am Schlüsselteich. Vom Obermarkt mit dem Rathaus läufst du wenige Minuten durch die Altstadt.

Tripto-Tipp

Plane nach Möglichkeit eine Führung mit Orgelmusik ein, mittwochs oder sonntags in der Saison: Dann hörst du die Silbermannorgel nicht nur, du siehst sie auch spielen. Achte im Chor auf die manieristische Decke aus Malerei und Stuck. Schau dir vor dem Eintreten die Goldene Pforte in Ruhe an, sie liegt an der Südseite im Vorbau. Für Dom und Kreuzgang reichen ein bis zwei Stunden. Das Stadt- und Bergbaumuseum steht direkt gegenüber am Untermarkt.

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