Kirchen & Klöster
Freiberger Dom St. Marien
Freiberg, Sachsen
- 1–2 Std.
Kirchen & Klöster
Freiberg, Sachsen
Ein Dom, der nie Bischofssitz war, und trotzdem eine der am reichsten ausgestatteten Kirchen Sachsens: Der Dom St. Marien am Untermarkt in Freiberg verdankt seine Schätze dem Silberbergbau. Hier stehen ein Portal aus dem 13. Jahrhundert, das in der deutschen Kunstgeschichte einen festen Platz hat, eine Kanzel, die wie eine Blüte aus dem Boden wächst, und die größte Orgel, die Gottfried Silbermann eigenhändig gebaut hat. Im Chor ruhen acht Kurfürsten aus dem Haus Wettin.
Um 1180 entstand im jungen, durch Silberfunde schnell wachsenden Freiberg eine romanische Basilika. 1480 erhob Papst Sixtus IV. sie zur Stiftskirche, daher der Name Dom. Beim großen Stadtbrand 1484 wurde die Kirche fast vollständig zerstört, nur die Goldene Pforte, die Triumphkreuzgruppe und Teile des Chors blieben erhalten. An derselben Stelle entstand eine spätgotische Hallenkirche, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts geweiht wurde. Seit 1537 ist der Dom evangelisch-lutherisch. Kurfürst August ließ den Chor ab 1589 von Giovanni Maria Nosseni zur Grabkapelle der albertinischen Wettiner umgestalten. Türme bekam der Dom nie in voller Höhe: Pläne von 1905 für ein Turmpaar scheiterten am Ersten Weltkrieg.
Die Instrumente in den Händen der Engel sind keine Attrappen: Untersuchungen ergaben, dass es echte Renaissance-Instrumente oder sehr genaue Nachbildungen sind. Weil aus dieser Zeit kaum Instrumente erhalten sind, wurden sie in Leipzig untersucht und nachgebaut. Kopien der Goldenen Pforte stehen in der Harvard University, im Puschkin-Museum in Moskau und im Museum der Schönen Künste in Budapest. Im Kreuzgang steht ein romanisches Taufbecken aus der Kirche von Hirschfeld, in dem der Überlieferung nach Katharina von Bora, die spätere Frau Martin Luthers, getauft wurde.
Tickets gibt es im Domladen. Bei Gottesdiensten und Trauungen ist keine Besichtigung möglich.
Der Dom steht am Untermarkt 1 in der Freiberger Altstadt. Parkplätze findest du direkt am Untermarkt, in der Geschwister-Scholl-Straße und am Schlüsselteich. Vom Obermarkt mit dem Rathaus läufst du wenige Minuten durch die Altstadt.
Plane nach Möglichkeit eine Führung mit Orgelmusik ein, mittwochs oder sonntags in der Saison: Dann hörst du die Silbermannorgel nicht nur, du siehst sie auch spielen. Achte im Chor auf die manieristische Decke aus Malerei und Stuck. Schau dir vor dem Eintreten die Goldene Pforte in Ruhe an, sie liegt an der Südseite im Vorbau. Für Dom und Kreuzgang reichen ein bis zwei Stunden. Das Stadt- und Bergbaumuseum steht direkt gegenüber am Untermarkt.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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