Burgen
Leuchtenburg
Kahla, Thüringen
- 2–4 Std.
Burgen
Kahla, Thüringen
Auf einem Bergkegel 395 Meter über dem Meer thront die Leuchtenburg so markant über dem Saaletal, dass man sie die „Königin des Saaletals“ nennt. Ihre Geschichte ist alles andere als königlich: Über 800 Jahre war sie Herrschaftssitz, Gefängnis, Armen- und Irrenhaus, Hotel und Jugendherberge. Heute verbindet die Burg ihre Vergangenheit mit einer ungewöhnlichen Ausstellung über Porzellan, und auf dem Steg der Wünsche zerschlägst du einen Teller über dem Abgrund.
Erstmals erwähnt wird die Burg am 15. April 1221, als Hartmann IV. von Lobdeburg-Leuchtenburg einen Rechtsstreit beilegte. Die verschuldeten Lobdeburger verkauften sie 1333, 1392 eroberten die Wettiner die Anlage und machten sie zum Sitz eines Amtes für rund 20 Dörfer. Ab 1724 diente die Burg als Zucht-, Armen- und Irrenhaus. Bis 1871 wurden hier 5193 Menschen registriert, Sträflinge ebenso wie Kranke und Arme. Danach begann die touristische Zeit: Hotel ab 1873, Museum seit 1906, Anfang der 1920er Jahre eine der ersten Jugendherbergen Thüringens. In den 1980er Jahren war die Burg für Krisenzeiten als Internierungslager für bis zu 600 Menschen vorgesehen, im Haupthaus traf die Stasi ihre Informanten. 2007 kaufte die Stiftung Leuchtenburg die Anlage und sanierte sie umfassend.
Die Gebäude der Vorburg von 1720 bis 1724 waren einst Zuchthaus und Arbeitshaus, die Gefangenen sollten durch harte Arbeit gebessert werden. 2016 diente die Burg als fiktive „Burg Schwanitz“ für einen Tatort, nach der Ausstrahlung stiegen die Besucherzahlen deutlich. Am Fuß des Burgbergs wird seit 2000 wieder Wein angebaut, wie es im Saaletal lange Tradition hatte.
Die Navi-Adresse lautet Dorfstraße 100, 07768 Seitenroda. Am Fuß des Burgbergs gibt es einen kostenlosen Parkplatz mit Ladesäulen. Von dort sind es etwa 500 Meter und 60 Höhenmeter zu Fuß, rechne mit 10 bis 15 Minuten. Gäste mit eingeschränkter Mobilität dürfen bis vor das Burgtor fahren, die Burg selbst ist barrierefrei. Mit dem Zug fährst du auf der Strecke Jena–Saalfeld bis Kahla, von dort fährt Bus 419 nach Seitenroda, allerdings nicht täglich.
Plane zwei bis drei Stunden ein, die Porzellanwelten allein füllen leicht eine Stunde. Hebe dir den Steg der Wünsche für das Ende auf, wenn das Licht im Saaletal weicher wird. Bei klarer Sicht lohnt sich der Aufstieg auf den Bergfried. Wer die Wanderung mag, steigt vom Saaletal zu Fuß hinauf und sieht die Burg auf dem Weg aus immer neuen Winkeln.
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