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Highlights

  • Domstufen
  • Glasfenster im Hohen Chor
  • Gloriosa
  • Chorgestühl
  • Triangelportal

Über diesen Ort

Der Erfurter Dom St. Marien thront mit der benachbarten Severikirche über dem Domplatz und ist das Wahrzeichen der Thüringer Landeshauptstadt. Über 70 Stufen steigst du zu einem Ensemble hinauf, das zu den eindrucksvollsten Stadtbildern Deutschlands gehört. Drinnen warten mittelalterliche Glasfenster, ein prachtvolles Chorgestühl und im Mittelturm die Gloriosa, die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt. Ein Besuch lohnt sich für Kunstfreunde ebenso wie für alle, die Erfurt zum ersten Mal entdecken.

Geschichte: von Bonifatius bis zum Bistum Erfurt

Die Wurzeln reichen weit zurück: 742 ließ Bonifatius ein Bistum in Erfurt bestätigen, das jedoch nach wenigen Jahren im Bistum Mainz aufging. Die Marienkirche ist 1117 erstmals bezeugt. Ab 1154 entstand auf dem Domberg eine spätromanische Basilika, deren Turmunterbauten bis heute erhalten sind. Eine makabre Episode spielte sich 1184 nebenan ab: Beim sogenannten Erfurter Latrinensturz brach während eines Hoftags König Heinrichs VI. der Boden der Dompropstei ein, etwa 60 Anwesende stürzten in die Abortgrube und kamen ums Leben.

In der Gotik wurde die Kirche immer größer: Für den Hohen Chor schüttete man den Domhügel nach Osten künstlich auf und stützte ihn mit gewaltigen Unterbauten, den Kavaten. Um 1330 entstand das ungewöhnliche Triangelportal als Haupteingang, im 14. Jahrhundert der Chor mit seinen hohen Fenstern. Am 3. April 1507 wurde hier Martin Luther zum Priester geweiht. Bewegte Zeiten folgten: Unter Napoleon nutzten französische Truppen den Dom als Pferdestall, und bei der Beschießung 1813 wurde die dichte Bebauung des Domplatzes zerstört – deshalb ist der Platz heute so weit. Lange war St. Marien Stiftskirche, nach der Säkularisation Pfarrkirche; erst seit 1994 ist sie wieder Kathedrale des neu gegründeten Bistums Erfurt. Der Dom ist 81,26 Meter hoch und gilt als ältester und wichtigster Kirchenbau der Stadt.

Was du sehen solltest

  • Die Glasfenster im Hohen Chor: Der spätgotische Zyklus entstand etwa 1370 bis 1420 und zählt zu den größten seiner Art in Deutschland; die Fenster sind bis zu 18,6 Meter hoch.
  • Das Chorgestühl von 1329, dendrochronologisch datiert, und der barocke Hochaltar (1697–1706).
  • Der Wolframleuchter: eine Bronzefigur eines Leuchterträgers um 1160 und eine der ältesten frei stehenden Bronzeskulpturen Deutschlands.
  • Das Triangelportal mit den zwölf Aposteln sowie den klugen und törichten Jungfrauen.
  • Die Gloriosa: In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 1497 goss der aus Kampen in den Niederlanden stammende Meister Gerhard van Wou die Glocke direkt oberhalb der Domstufen. Sie hängt im Mittelturm und läutet nur zu besonderen Anlässen – wer sie hört, vergisst den tiefen Klang nicht.
  • Die Severikirche direkt nebenan, eine gotische Hallenkirche, die zusammen mit dem Dom das berühmte Ensemble bildet.

Öffnungszeiten, Eintritt und Führungen

Stand: Oktober 2026. Der Dom ist außerhalb der Gottesdienste geöffnet:

  • April bis Oktober: Montag bis Samstag 10–18 Uhr, Sonn- und Feiertage 13–17 Uhr
  • November bis März: Montag bis Samstag 10–17 Uhr, Sonn- und Feiertage 13–17 Uhr

Die Besichtigung selbst kostet keinen Eintritt. Lohnend sind die Führungen des Dompersonals:

  • Domführung: 8 €, ermäßigt 6 €; für Einzelgäste täglich um 14 Uhr, maximal 15 Personen
  • Glockenführung zur Gloriosa: 8 €, ermäßigt 6 €; April bis Oktober nach telefonischer Anmeldung, 5 bis 15 Personen
  • Schatzkammer: 8 €; mittwochs und samstags um 15 Uhr nach Anmeldung

An den Adventswochenenden gibt es keine Führungen. Anmeldungen nimmt die Dominformation an den Domstufen entgegen.

Barrierefreiheit und mit Kindern

Die 70 Domstufen musst du nicht steigen, wenn sie für dich ein Hindernis sind: Über die Straße am Severihof gelangst du auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen auf den Domberg. Für Gehbehinderte gibt es ein geeignetes Portal, seit 2019 eine Rampe zum Hohen Chor und eine behindertengerechte Toilette. Für Familien bietet der Dom ein eigenes Angebot „Dom für Kinder“. Besonders spannend für Kinder ist die Glockenführung hoch zur Gloriosa.

Anfahrt

Erfurt ist ein ICE-Knoten: Von Berlin, München, Frankfurt und Leipzig erreichst du die Stadt schnell und meist ohne Umsteigen. Vom Hauptbahnhof fährst du mit der Straßenbahn bis zur Haltestelle Domplatz oder läufst gut 20 Minuten durch die Altstadt. Auf dem Domberg herrscht Parkverbot; mit dem Auto parkst du in einem der Parkhäuser in der Innenstadt.

Beste Reisezeit: Im Frühjahr und Sommer leuchten die Chorfenster nachmittags besonders schön. Im Advent verwandelt sich der Domplatz in den Erfurter Weihnachtsmarkt – dann ist es voll, die Kulisse mit dem beleuchteten Dom aber spektakulär. Beachte, dass an den Adventswochenenden keine Führungen stattfinden. Plane für den Dom selbst 45 Minuten bis eine Stunde ein, mit Führung und Severikirche eher zwei Stunden.

In der Nähe

  • Zitadelle Petersberg mit Blick auf Dom und Altstadt
  • Krämerbrücke: bewohnte Brücke mit kleinen Läden
  • Altstadt Erfurt mit Fischmarkt und Rathaus
  • Weimar mit Goethes Wohnhaus und der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, rund 25 Kilometer östlich

Weihnachtsmarkt 2026

Zu Füßen von Dom und Severikirche findet vom 24. November bis 22. Dezember 2026 der 176. Erfurter Weihnachtsmarkt statt, mit über 200 Holzbuden rund um den Domplatz. Die Öffnungszeiten für 2026 sind noch nicht veröffentlicht. 2025 war sonntags bis mittwochs von 10 bis 20 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr sowie freitags und samstags bis 22 Uhr geöffnet. Mehr dazu in unserem Guide Weihnachtsmarkt Erfurt 2026.

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Öffnungszeiten

Öffnungszeiten
Montag
10:00–18:00
Dienstag
10:00–18:00
Mittwoch
10:00–18:00
Donnerstag
10:00–18:00
Freitag
10:00–18:00
Samstag
10:00–18:00
Sonntag
13:00–17:00

Zeiten gültig bis 31. Oktober 2026

April bis Oktober Montag bis Samstag 10–18 Uhr, Sonn- und Feiertage 13–17 Uhr; November bis März Montag bis Samstag 10–17 Uhr, Sonn- und Feiertage 13–17 Uhr; während der Gottesdienste keine Besichtigung.

Tickets

Besichtigung des Doms ohne Eintritt; Domführung 8 € (ermäßigt 6 €), Glockenführung zur Gloriosa 8 € (ermäßigt 6 €), Schatzkammer-Führung 8 €.

Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.

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Quellen und weiterführende Lektüre

Geprüft: Oktober 2026

Verifiziert10. Oktober 2026

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