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Highlights

  • Versuchshaus der ersten Bauhaus-Ausstellung 1923 nach Entwurf von Georg Muche
  • Bauzeit von nur vier Monaten mit neuen Baustoffen und Technik
  • Hoher Wohnraum mit Oberlichtern, umgeben von kleineren Funktionsräumen
  • Rekonstruierte Möbel nach Marcel Breuer, Alma Buscher und anderen Bauhäuslern
  • Seit 1996 UNESCO-Welterbe Bauhaus und seine Stätten
  • Besichtigung zu festen Zeiten, Tickets vorab empfohlen

Über diesen Ort

Ein weißer, fast quadratischer Würfel mit einem höheren Mittelteil, mitten in einem Wohngebiet am Rand des Ilmparks: Auf den ersten Blick wirkt das Musterhaus Am Horn unscheinbar. Dabei ist es das einzige Gebäude des Bauhauses, das in Weimar tatsächlich gebaut wurde, und eines der ersten Häuser der Moderne überhaupt. 1923 errichteten Meister und Schüler es gemeinsam als Prototyp für das Wohnen von morgen: billig, schnell gebaut, praktisch eingerichtet und voller Technik. Heute ist es Teil des UNESCO-Welterbes und als Museum zu besichtigen.

Geschichte: ein Haus für die Bauhaus-Ausstellung

Nach dem Ersten Weltkrieg fehlten in Deutschland mehr als eine Million Wohnungen. Walter Gropius wollte, dass sein Bauhaus darauf eine Antwort gibt, und plante auf dem Gelände Am Horn eine ganze Siedlung. Proteste der Nachbarn, politischer Widerstand und die Inflation verhinderten das. Für die erste Bauhaus-Ausstellung 1923 sollte deshalb wenigstens ein Musterhaus entstehen. Den Entwurf lieferte der Maler Georg Muche, der jüngste Bauhausmeister, Bauherr war Gropius selbst.

Grundsteinlegung war am 11. April 1923, fertig war das Haus am 15. August 1923, nach nur vier Monaten. Neue Baustoffe wie vorgefertigte Leichtbetonsteine machten das möglich. Die Inflation trieb die Kosten trotzdem von geplanten 100 auf schließlich 650 Millionen Mark. Erstmals arbeiteten alle Werkstätten des Bauhauses an einem gemeinsamen Projekt: Möbel, Leuchten, Teppiche und Wandfarben kamen aus der Schule. Bis 1998 diente das Haus als Wohnhaus, spätere Anbauten wurden bei der Sanierung entfernt. 1996 wurde es mit den Bauhausstätten in Weimar und Dessau zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Was du sehen solltest

  • Der Wohnraum: Das Herz des Hauses ist ein großer, quadratischer Raum, der die übrigen Zimmer überragt. Licht fällt durch die Oberlichter aus Mattglas weich von oben herein.
  • Die Raumanordnung: Um den Wohnraum liegen kleinere Zimmer für Herr, Dame, Kinder, Küche und Bad, alle auf ihre Funktion zugeschnitten. Vom Zimmer der Dame blickst du ins Kinderzimmer und weiter zu Speisezimmer und Küche, damit die Mutter bei der Hausarbeit die Kinder im Blick hatte.
  • Die Küche: Gestaltet von Benita Otte und Ernst Gebhardt, mit Fensterbändern und Wandverkleidungen aus weißem, schwarzem und rotem Opakglas.
  • Das Kinderzimmer: Bunte Holztafeln dienten als Malfläche, der Schrank von Alma Buscher lässt sich auch als Puppentheater nutzen. Zu sehen ist ein Nachbau von 2018/19.
  • Möbel und Technik: Rekonstruktionen von Marcel Breuer und anderen, dazu damals moderne Technik wie Zentralheizung, Opakglas in Küche und Bad und Kippfenster.

Öffnungszeiten und Tickets (Stand: Oktober 2026)

Das Haus Am Horn ist in der Sommersaison Mittwoch bis Montag 10–18 Uhr geöffnet, dienstags geschlossen. Im Winter bleibt es geschlossen. Der Eintritt kostet 7 €, ermäßigt 5 €, Schülerinnen und Schüler von 16 bis 20 Jahren zahlen 2 €. Weil das Haus klein ist, ist die Zahl der Besucher begrenzt und die Besichtigung nur zu festen Zeiten möglich. Buch dein Ticket am besten vorab online. Mit der ModerneCard oder der BauhausCard ist der Eintritt frei. Das Haus ist mit Rollstuhl und Rollator zugänglich, ein Medienguide erklärt die Räume.

Anfahrt

Die Adresse ist Am Horn 61, 99425 Weimar. Das Haus liegt am Hang oberhalb des Parks an der Ilm, nicht weit von Goethes Gartenhaus. Aus der Innenstadt erreichst du es am schönsten zu Fuß durch den Ilmpark. Eine Karte mit Parkmöglichkeiten findest du auf der Seite der Klassik Stiftung.

Tripto-Tipp

Plane etwa 45 Minuten für das Haus ein und kombiniere den Besuch mit dem Bauhaus-Museum Weimar und einem Spaziergang durch den Park an der Ilm. Wer mehrere Moderne-Häuser in Weimar sehen will, fährt mit der ModerneCard günstiger, die auch das Museum Neues Weimar und das Haus Hohe Pappeln abdeckt.

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Quellen und weiterführende Lektüre

Verifiziert16. Oktober 2026

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