Herbstausflüge in Deutschland 2026: 16 Ziele im goldenen Herbst
Buntes Laub, Nebel in den Tälern, Weinlese und Kraniche: 16 Herbstziele von Rügen bis ins Allgäu – mit Karte, Anfahrt, Preisen und Tipps für 2026.
Redaktion tripto.de20 Min. LesezeitAktualisiert:

Inhaltsverzeichnis
- Schnellauswahl: 16 Herbstziele im Überblick
- 1. Nationalpark Jasmund mit Königsstuhl (Rügen, Mecklenburg-Vorpommern)
- 2. Müritz-Nationalpark (Mecklenburgische Seenplatte)
- 3. Schloss und Park Sanssouci (Potsdam, Brandenburg)
- 4. Spreewald (Lübbenau, Brandenburg)
- 5. Bastei (Sächsische Schweiz, Sachsen)
- 6. Bodetal (Harz, Sachsen-Anhalt)
- 7. Externsteine (Teutoburger Wald, Nordrhein-Westfalen)
- 8. Nationalpark Kellerwald-Edersee (Nordhessen)
- 9. Wartburg (Eisenach, Thüringer Wald)
- 10. Burg Eltz (Eifel/Mosel, Rheinland-Pfalz)
- 11. Bernkastel-Kues (Mittelmosel, Rheinland-Pfalz)
- 12. Niederwalddenkmal (Rüdesheim, Rheingau)
- 13. Nationalpark Bayerischer Wald (Niederbayern)
- 14. Burg Hohenzollern (Schwäbische Alb, Baden-Württemberg)
- 15. Triberger Wasserfälle (Schwarzwald, Baden-Württemberg)
- 16. Schloss Neuschwanstein (Allgäu, Bayern)
- So planst du deinen Herbstausflug
- Häufige Fragen
- Wann ist die Laubfärbung in Deutschland am schönsten?
- Welche Herbstziele liegen nah an Berlin?
- Und von München, Frankfurt, Dresden oder Stuttgart aus?
- Welche Ziele eignen sich mit Kindern?
- Was kann ich bei Regen machen?
- Was hat im November noch geöffnet?
Der goldene Herbst ist in Deutschland meist kurz, aber intensiv: Die Laubfärbung beginnt in den Hochlagen von Mittelgebirgen und Alpen, in vielen Regionen erreicht sie ihren Höhepunkt in der zweiten Oktoberhälfte. Buchen werden goldgelb und kupferrot, Weinberge an Mosel und Rhein leuchten, morgens liegt Nebel in den Tälern, und an der Müritz rasten die Kraniche. Dazu kommt ein praktischer Vorteil: Nach den Sommerferien sind selbst bekannte Ziele wie die Bastei, Burg Eltz oder Neuschwanstein spürbar leerer.
Wir haben 16 Herbstziele aus unserer Sammlung ausgewählt – von den Kreidefelsen auf Rügen bis nach Neuschwanstein, von Landschaftsparks über Burgen bis zu wilden Buchenwäldern. Öffnungszeiten und Preise haben wir im Oktober 2026 bei den offiziellen Stellen geprüft. Viele Burgen und Seilbahnen beenden ihre Saison Anfang November, deshalb findest du bei jedem Ziel, was im Spätherbst noch geht.
Ein Klick auf einen Punkt der Karte führt dich zur Seite des Ziels.
Schnellauswahl: 16 Herbstziele im Überblick
| Ziel | Region | Für wen | Wie viel Zeit |
|---|---|---|---|
| Nationalpark Jasmund mit Königsstuhl | Rügen, Mecklenburg-Vorpommern | Wanderer, Küstenfans | ½–1 Tag |
| Müritz-Nationalpark | Mecklenburgische Seenplatte | Radfahrer, Vogelbeobachter | ½–3 Tage |
| Schloss und Park Sanssouci | Potsdam, Brandenburg | Kultur- und Gartenfans | 2 Std.–1 Tag |
| Spreewald | Lübbenau, Brandenburg | Familien, Genießer | ½–1 Tag |
| Bastei | Sächsische Schweiz, Sachsen | Fotografen, Wanderer | 1–4 Std. |
| Bodetal | Harz, Sachsen-Anhalt | Wanderer, Familien mit größeren Kindern | 2–6 Std. |
| Externsteine | Teutoburger Wald, Nordrhein-Westfalen | Familien, Geschichtsfans | 1–3 Std. |
| Nationalpark Kellerwald-Edersee | Nordhessen | Wanderer, Familien | 2 Std.–1 Tag |
| Wartburg | Eisenach, Thüringer Wald | Geschichtsfans, Familien | 1,5–3 Std. |
| Burg Eltz | Eifel/Mosel, Rheinland-Pfalz | Burgenfans, Fotografen | 2,5–3 Std. |
| Bernkastel-Kues | Mittelmosel, Rheinland-Pfalz | Weinliebhaber, Paare | 2–6 Std. |
| Niederwalddenkmal | Rüdesheim, Rheingau | Weinliebhaber, Familien | 1–2 Std. |
| Nationalpark Bayerischer Wald | Niederbayern | Familien, Wanderer | 3 Std.–Wochenende |
| Burg Hohenzollern | Schwäbische Alb, Baden-Württemberg | Burgenfans, Fotografen | 2–4 Std. |
| Triberger Wasserfälle | Schwarzwald, Baden-Württemberg | Familien, Kurzbesuch | 1–2,5 Std. |
| Schloss Neuschwanstein | Allgäu, Bayern | Schlossfans, Erstbesucher | 2–4 Std. |
1. Nationalpark Jasmund mit Königsstuhl (Rügen, Mecklenburg-Vorpommern)
Über den weißen Kreidefelsen von Rügen wachsen alte Buchenwälder, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Im Herbst färben sie sich goldgelb, und der Kontrast zum hellen Kliff und zur Ostsee ist dann am stärksten. Gleichzeitig ist es deutlich ruhiger als in der Sommersaison.
Der Nationalpark Jasmund ist mit rund 3.070 Hektar der kleinste Nationalpark Deutschlands. Die Kreideküste fällt bis zu 118 Meter tief zur See ab. Den besten Überblick hast du vom Skywalk am Königsstuhl, der über dem Kliff schwebt. Wer lieber wandert, nimmt den Hochuferweg zwischen Sassnitz und dem Königsstuhl durch den Buchenwald.
Praktisch: Mit dem Auto parkst du am Großparkplatz Hagen und fährst mit dem Pendelbus (Linie 19) zum Zentrum oder gehst rund drei Kilometer durch den Wald. Aus Sassnitz fährt die Buslinie 23, zu Fuß sind es etwa acht Kilometer. Das Nationalpark-Zentrum mit Skywalk hat im Oktober täglich 9–18 Uhr geöffnet, von November bis März 10–17 Uhr. Eintritt: Erwachsene 14 €, Kinder (6–14) 8 €, Familien 30 €. Am ruhigsten ist es früh am Morgen.

2. Müritz-Nationalpark (Mecklenburgische Seenplatte)
Im Herbst hörst du sie schon von Weitem: Auf den Wiesen und Flachwasserzonen rund um die Müritz rasten dann zahlreiche Kraniche. Dazu kommen Buchenwälder, die sich färben, und Nebel über mehr als hundert Seen. Für ein ruhiges Naturwochenende im Norden ist der Müritz-Nationalpark eines der besten Ziele.
Der größte Landnationalpark Deutschlands umfasst 322 Quadratkilometer zwischen Waren und Neustrelitz. Vom 55 Meter hohen Käflingsbergturm bei Speck blickst du weit über Wälder und Seen. Im Teilgebiet Serrahn führt ein Erlebnispfad ab Zinow zu den alten Buchen, die zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören. Moorstege, etwa an den Wienpietschseen, bringen dich trockenen Fußes an Vogelrastplätze.
Praktisch: Waren (Müritz) und Neustrelitz haben Bahnanschluss, Kratzeburg liegt an der Strecke Rostock–Berlin. Bis Oktober fahren die Nationalparkbusse „Müritz rundum“ stündlich ab Waren, Fahrräder kannst du mitnehmen. Die Nationalpark-Information Federow hat bis Ende Oktober täglich 10–17 Uhr geöffnet. Hunde müssen an die Leine, in der Pilzsaison gelten eigene Sammelregeln. Für Kraniche sind frühe Morgen- und späte Nachmittagsstunden am besten.

3. Schloss und Park Sanssouci (Potsdam, Brandenburg)
Rund 300 Hektar Park, alte Alleen und Weinbergterrassen: Der Park Sanssouci ist der klassische Herbstspaziergang für alle aus Berlin und Potsdam. Im Oktober gelten im Schloss noch die langen Sommeröffnungszeiten, und es ist deutlich weniger los als im Sommer.
Schloss Sanssouci, das Sommerschloss Friedrichs des Großen, thront über sechs geschwungenen Terrassen. Der Park gehört seit 1990 zum UNESCO-Welterbe. Für das Schloss selbst reicht etwa eine Stunde. Wenn du Bildergalerie, Neue Kammern und die Gartenanlagen dazunimmst, wird daraus schnell ein ganzer Tag. Bei Regen bist du im Schloss gut aufgehoben, bei Sonne lohnt der lange Weg durch den Park bis zum Neuen Palais.
Praktisch: Von Berlin fährst du mit S-Bahn oder Regionalzug zum Potsdamer Hauptbahnhof und weiter mit dem Bus 695 bis „Schloss Sanssouci“; das Deutschlandticket gilt. Parkplätze gibt es an der Historischen Mühle (P1) und am Neuen Palais (P3). Öffnungszeiten: April bis Oktober Dienstag bis Sonntag 10–17:30 Uhr, November und Dezember 10–16:30 Uhr, montags geschlossen. Eintritt 14 €, ermäßigt 10 €, nur mit festem Zeitfenster – buche online.

4. Spreewald (Lübbenau, Brandenburg)
Im Herbst sind die Kähne leerer, und die Erlen und Birken an den Fließen färben sich gelb. Wer im Sommer wegen der Warteschlangen am Hafen abgeschreckt war, erlebt den Spreewald jetzt deutlich entspannter – und das nur rund eine Stunde von Berlin.
Die Spree verzweigt sich hier in mehr als 970 Kilometer Fließe und Kanäle, seit 1991 ist die Region UNESCO-Biosphärenreservat. Der Klassiker ist die Kahnfahrt vom Großen Spreewaldhafen in Lübbenau nach Lehde mit seinen Holzhäusern am Wasser. Bis Ende Oktober wird dort die Post noch per Kahn zugestellt. Danach schmecken Spreewaldgurken direkt am Hafen. Wer lieber selbst unterwegs ist, folgt den Uferwegen zu Fuß oder mit dem Rad.
Praktisch: Mit RE2 oder RE7 fährst du aus Berlin in etwa einer Stunde nach Lübbenau, vom Bahnhof sind es rund zehn Minuten zu Fuß zum Hafen. Mit dem Auto nimmst du die A13, Parkplätze liegen direkt am Hafen. Die zweistündige Kurzfahrt nach Lehde kostet 17 € (Kinder 9 €), die 5,5-stündige Große Schleusenkahnfahrt 28 € (Kinder 16 €), beide bis Oktober. Auch im Winterhalbjahr fahren Kähne. Nimm eine Decke oder warme Jacke mit – auf dem Wasser wird es schnell kühl.

5. Bastei (Sächsische Schweiz, Sachsen)
Wenn morgens Nebel im Elbtal liegt und die Sonne die Sandsteintürme anstrahlt, zeigt die Sächsische Schweiz ihre schönste Seite. Im Herbst kommen die gelben und roten Laubwälder zwischen den Felsen dazu – das macht die Bastei zu einem der bekanntesten Herbstmotive Deutschlands.
Die steinerne Basteibrücke von 1851 ist 76,5 Meter lang und verbindet bizarre Felstürme rund 190 Meter über der Elbe. Von den Aussichtsplattformen schaust du auf die Elbschleife, Kurort Rathen und den Lilienstein. Wer mehr will, steigt durch die Schwedenlöcher mit Treppen und engen Felsspalten nach Rathen ab – ein kleines Abenteuer für ältere Kinder. Die Felsenburg Neurathen ist wegen Sanierung derzeit nur von außen zu sehen.
Praktisch: Die Bastei ist kostenlos und rund um die Uhr zugänglich. Mit der S-Bahn fährst du bis Kurort Rathen, setzt mit der Fähre über und gehst zu Fuß hinauf. Mit dem Auto parkst du auf dem großen Parkplatz Nr. 1, rund 3,5 Kilometer entfernt; der Pendelbus fährt bis 31. Oktober. Am Wochenende ist es sehr voll – komm zum Sonnenaufgang. Für Brücke und Aussichten reichen ein bis zwei Stunden, mit Wanderung ein halber Tag.

6. Bodetal (Harz, Sachsen-Anhalt)
Im Oktober leuchten die Laubwälder an den steilen Hängen des Bodetals, und das Wasser der Bode rauscht zwischen bemoosten Granitblöcken. Für viele ist das die schönste Zeit in der tiefsten Schlucht des Harzes – vorausgesetzt, du startest früh, denn an sonnigen Wochenenden ist der Eingang in Thale voll.
Auf rund zehn Kilometern zwischen Thale und Treseburg hat sich die Bode bis zu 280 Meter tief in den Granit gegraben. Unterwegs kommst du an Felstürmen, der Teufelsbrücke und dem Gasthaus Königsruhe vorbei. Oben thronen die Aussichtspunkte Roßtrappe und Hexentanzplatz, den du auch mit der Kabinenbahn erreichst. Das Bodetal ist seit 1937 Naturschutzgebiet.
Praktisch: Thale erreichst du stündlich mit dem RE 11 aus Magdeburg über Halberstadt und Quedlinburg; vom Bahnhof sind es wenige Minuten zur Bodetal-Information. Der Parkplatz an der Talstation kostet 3 € pro Tag, das Tal selbst ist frei. Kurze Runde: Thale – Königsruhe und zurück. Die ganze Strecke nach Treseburg füllt einen halben Tag; zurück geht es über die Höhenwege oder mit dem Bus. Gute Schuhe sind Pflicht, für Kinderwagen ist der felsige Pfad nicht geeignet.

7. Externsteine (Teutoburger Wald, Nordrhein-Westfalen)
Rund um die Externsteine wachsen Buchen, die sich im Herbst um den Wiembecketeich herum färben. Gleichzeitig wird es ruhiger als im Sommer, wenn an sonnigen Wochenenden viele Menschen kommen. Die Sandsteinfelsen im Teutoburger Wald sind ein gutes Ziel für einen kurzen Herbstausflug in Ostwestfalen.
Bis zu 40 Meter hoch ragen die 13 weitgehend frei stehenden Felsen auf. Über steile Treppen und eine kleine Brücke kommst du auf die Aussichtsplattform. Am Fels siehst du das rund 5,5 Meter hohe Kreuzabnahmerelief aus dem 12. Jahrhundert. Am frühen Morgen spiegeln sich die Felsen im Teich. In die Grotten hinter dem Relief kommst du nur mit einer Führung; im Oktober 2026 gibt es an mehreren Wochenenden Grottenführungen um 11 Uhr.
Praktisch: Das Gelände ist frei zugänglich. Die Felsenbesteigung ist bis 31. Oktober täglich ab 10 Uhr möglich, nach der Zeitumstellung am 25. Oktober bis 17 Uhr; ab November nur noch samstags und sonntags 11–15 Uhr. Erwachsene zahlen 5 €, Kinder 2,50 €, Familien 14 €; das Kombiticket mit dem Hermannsdenkmal kostet 8 €. Parken kostet 4 €, nur bar. Mit dem Bus 782 kommst du aus Detmold.

8. Nationalpark Kellerwald-Edersee (Nordhessen)
Im Nationalpark Kellerwald-Edersee wächst einer der letzten großen alten Buchenwälder Mitteleuropas, und Buchen sind die Bäume, die im Herbst am stärksten leuchten. Wenn sich das gelbe und kupferne Laub im Edersee spiegelt, hast du eines der schönsten Herbstbilder in der Mitte Deutschlands.
Seit 2011 gehört der Buchenwald zum UNESCO-Weltnaturerbe. Der Park umfasst 7.688 Hektar an den steilen Hängen rund um den See. Vom Schloss Waldeck und von der Kanzel blickst du über das Wasser auf die bewaldeten Ederhöhen. Der 66 Kilometer lange Urwaldsteig Edersee lässt sich gut in Etappen gehen. Mit Kindern lohnen das NationalparkZentrum in Herzhausen mit Ausstellung und Erlebnisgelände und der WildtierPark Edersee mit Rotwild, Wolf und Uhu.
Praktisch: Der Nationalpark ist frei zugänglich. Das NationalparkZentrum an der B 252 in Herzhausen hat bis 31. Oktober täglich 10–18 Uhr geöffnet, ab November Dienstag bis Sonntag 10–16:30 Uhr; Erwachsene 7 €, Familien 15 €, Parken kostenlos. Mit der Bahn fährst du zum Nationalparkbahnhof Herzhausen. Achtung: Ein Abschnitt der Edersee-Randstraße nahe der Sperrmauer in Hemfurth ist bis Ende Juni 2027 gesperrt – plane Umwege über Waldeck ein.

9. Wartburg (Eisenach, Thüringer Wald)
Die Wartburg steht auf einem bewaldeten Bergrücken am Rand des Thüringer Waldes. Im Herbst leuchtet dieser Wald rund um den Burgberg, und der Weg hinauf wird zum Teil des Ausflugs. Ein zweiter Grund für einen Besuch in diesem Herbst: 2027 werden Festsaal und Palas-Dach saniert, die Burg ist dann nur eingeschränkt zu sehen.
Die Burg über Eisenach ist seit 1999 UNESCO-Welterbe. Hier lebte die heilige Elisabeth, hier übersetzte Martin Luther 1521/22 in nur elf Wochen das Neue Testament, und hier trafen sich 1817 Studenten zum Wartburgfest. Zu sehen sind der romanische Palas, die prachtvollen Säle des 19. Jahrhunderts und die Lutherstube. Außenanlagen und Burghöfe sind kostenlos.
Praktisch: Bis 1. November gibt es Tickets täglich 10–17 Uhr, ab 2. November 9:30–15 Uhr. Erwachsene zahlen 13 €, Schüler 5 €, Familien 31 €; online buchst du mit Zeitfenster. Eisenach liegt an der ICE-Strecke Frankfurt–Erfurt, vom Bahnhof fahren Stadtbusse zur Burg. Der Parkplatz unterhalb kostet 7 € pro Tag, das letzte Stück gehst du zu Fuß über einen steilen Weg oder nimmst den Shuttle (4 €). Bei Regen sind die Innenräume eine gute Wahl.

Tipp für unterwegs: Sammle deine Herbstziele auf einer Karte und mach daraus nach der Reise ein Reiseroute-Poster – eine Erinnerung an deinen Herbst, die an die Wand passt.
10. Burg Eltz (Eifel/Mosel, Rheinland-Pfalz)
Der Herbst ist die schönste Zeit für einen Besuch: Dann rahmt der bunte Eltzer Wald die Burg Eltz ein, und im Oktober ist es ruhiger als im Hochsommer. Morgens liegt oft Nebel im Elzbachtal, und die Türme ragen daraus hervor.
Die Ritterburg steht auf einem Felskopf mitten im Wald, ohne Dorf oder Straße im Blickfeld. Sie ist seit mehr als 800 Jahren im Besitz derselben Familie und wurde nie gewaltsam erobert. Weil drei Familienzweige auf dem schmalen Fels lebten, baute jeder seine Wohntürme in die Höhe – deshalb wirkt die Burg wie eine kleine Stadt aus Türmen. Das Ticket umfasst Führung, Innenhof und Schatzkammer.
Praktisch: Die Saison 2026 endet am 1. November, bis dahin ist täglich 9:30–17:30 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 14 €, Familien 34 €; Tickets gibt es nur vor Ort. Die Parkplätze bei Wierschem kosten 4 € pro Tag, der Pendelbus 2 € pro Fahrt – beides nur bar. Zu Fuß gehst du über die Zufahrtsstraße oder den Waldweg hinab. Mit der Bahn fährst du bis Hatzenport an der Mosel, dann mit dem Bus 365. Plane ab Parkplatz zweieinhalb bis drei Stunden ein und komm früh.

11. Bernkastel-Kues (Mittelmosel, Rheinland-Pfalz)
Wenn sich die Rebhänge an der Mosel gelb und rot färben, ist in Bernkastel-Kues Weinlese – die beste Zeit für einen Besuch in einem der bekanntesten Weinorte der Region. An den steilen Hängen über der Stadt wächst einer der berühmtesten Rieslinge Deutschlands.
Rund um den mittelalterlichen Marktplatz drängen sich bunte Fachwerkhäuser aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, in der Mitte steht der Michaelsbrunnen von 1606. In einer Gasse daneben findest du das schmale Spitzhäuschen. Über der Altstadt thront die Burgruine Landshut zwischen den Weinbergen; der Weg hinauf lohnt sich wegen des Blicks über das Moseltal. Auf der anderen Flussseite liegt Kues, der Geburtsort des Philosophen Nikolaus von Kues.
Praktisch: Die Altstadt ist frei zugänglich. Die Stadt hat keinen eigenen Bahnhof; die nächsten sind Wittlich Hbf (14 km) und Traben-Trarbach, von dort fahren Busse. Mit dem Auto kommst du über die B 53, Parkplätze gibt es am Moselufer. Die Tourist-Information (Gestade 6) hat bis 30. Oktober Mo–Fr 9–17 und Sa 10–13 Uhr geöffnet, danach Mo–Fr 9:30–16 Uhr. Burg Eltz und Trier lassen sich gut zu einem Mosel-Wochenende kombinieren.

12. Niederwalddenkmal (Rüdesheim, Rheingau)
Die Seilbahn von Rüdesheim schwebt in offenen Kabinen über die Weinberge des Rheingaus – im Herbst, wenn die Reben sich färben, ist das eine der schönsten Fahrten am Rhein. Oben wartet das Niederwalddenkmal mit einem weiten Blick auf Rüdesheim, Bingen und das Tor zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.
Das Denkmal mit der rund zwölf Meter hohen Germania wurde 1883 eingeweiht und erinnert an die Gründung des Kaiserreichs 1871 – ein Zeugnis des Nationalbewusstseins im 19. Jahrhundert, das heute auch kritisch gesehen wird. Durch den Osteinschen Park führen Wege zu weiteren Aussichtspunkten, und der Rheinsteig verläuft durch den Niederwald. Wer gut zu Fuß ist, steigt durch die Weinberge hinauf und fährt mit der Seilbahn hinunter.
Praktisch: Denkmal und Park sind frei und ganztägig zugänglich. Die Seilbahn fährt bis 1. November täglich ab 9:30 Uhr, dann ist Pause bis zum Weihnachtsmarkt ab 19. November. Berg- und Talfahrt: Erwachsene 12 €, Kinder (5–15) 6 €. Der Parkplatz am Niederwald kostet 4 € pro Tag. Rüdesheim erreichst du mit Regionalzügen aus Wiesbaden und Frankfurt, aus Bingen mit der Fähre. Am späten Nachmittag ist das Licht über dem Rheintal besonders schön.

13. Nationalpark Bayerischer Wald (Niederbayern)
Im Herbst färben sich die Buchen an den Hängen, während oben am Lusen die Fichten dunkel bleiben – dieser Kontrast prägt den ältesten Nationalpark Deutschlands. Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde am 7. Oktober 1970 gegründet und bildet mit dem tschechischen Šumava das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas.
Unter dem Leitmotiv „Natur Natur sein lassen“ wächst hier zwischen Totholz ein junger, wilder Wald. Für Familien ist das Nationalparkzentrum Lusen ideal: Im Tier-Freigelände siehst du Luchs, Auerhuhn und Rothirsch, und der Baumwipfelpfad führt mit höchstens 6 Prozent Steigung über die Baumkronen – auch mit Kinderwagen. Wanderer zieht es auf Lusen und Großen Rachel oder zum Rachelsee. Insgesamt gibt es rund 350 Kilometer markierte Wege.
Praktisch: Nationalpark und Tier-Freigelände sind frei. Der Baumwipfelpfad kostet für Erwachsene 13 €, für Familien 31 €. Das Hans-Eisenmann-Haus hat bis 9. November täglich 9–18 Uhr geöffnet. Die Waldbahn fährt stündlich von Plattling nach Zwiesel, Bayerisch Eisenstein und Grafenau; Igelbusse verbinden die Wanderparkplätze. Mit der Gästekarte GUTi fährst du kostenlos. Für Lusen und Rachel plane ein langes Wochenende ein.

14. Burg Hohenzollern (Schwäbische Alb, Baden-Württemberg)
Das bekannteste Herbstbild der Schwäbischen Alb: Morgennebel liegt im Tal, und die Burg Hohenzollern scheint auf ihrem 855 Meter hohen Bergkegel über den Wolken zu schweben. Darunter färbt sich der Wald am Burgberg bunt. Ein bekannter Aussichtspunkt für dieses Motiv ist das Zellerhorn an der Albkante.
Die heutige Burg ist die dritte auf dem Berg. König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen ließ sie von 1850 bis 1867 im neugotischen Stil errichten. Bis heute gehört sie der Familie Hohenzollern. In der Schatzkammer siehst du die preußische Königskrone, von den Wehrgängen blickst du weit über das Albvorland. Kinder lieben die Tore, Türme und Wehrgänge.
Praktisch: Die Saison läuft bis 1. November, täglich 10–18:30 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr). Online zahlen Erwachsene 26 €, Kinder (4–11) 6 €, inklusive Parken und Pendelbus; an der Kasse jeweils 3 € mehr. Online-Tickets haben ein Zeitfenster und lassen sich nicht stornieren. Mit dem Auto fährst du über die A81 und die B27, mit der Bahn bis Hechingen und weiter mit dem Bus 306. Ab 20. November beginnt die Wintersaison mit eigenen Zeiten und Preisen. Die Museumsräume sind ungeheizt – zieh dich warm an.

15. Triberger Wasserfälle (Schwarzwald, Baden-Württemberg)
Neben dem Frühjahr ist der Herbst die beste Zeit für die Triberger Wasserfälle: Dann färbt sich das Laub zwischen den dunklen Tannen, und nach kräftigem Regen führt die Gutach viel Wasser. Für einen kurzen Stopp im mittleren Schwarzwald sind sie ideal.
Mitten in Triberg stürzt die Gutach über insgesamt 163 Meter in mehreren Kaskaden durch einen steilen Wald. Gesicherte Wege und Holzbrücken führen dich nah ans Wasser, vom neuen Gischt-Steg spürst du den Sprühnebel. Unterwegs begegnen dir oft Eichhörnchen. Am Abend werden die Fälle bis etwa 22 Uhr beleuchtet – an kurzen Herbsttagen eine gute Option, wenn du erst spät ankommst. Das Ticket gilt auch für das Schwarzwaldmuseum.
Praktisch: Der Haupteingang liegt an der Hauptstraße 85. Mit dem Auto parkst du im Parkhaus Kreuzstraße. Triberg liegt an der Schwarzwaldbahn zwischen Offenburg und Konstanz, die Regionalzüge sind mit dem Deutschlandticket nutzbar. Die Sommerpreise (Erwachsene 9 €, Familien 20 €) gelten bis zum ersten Winterwetter, etwa im November; im Winter (7 €) sind die Fälle nur teilweise begehbar. Plane ein bis zweieinhalb Stunden ein.

16. Schloss Neuschwanstein (Allgäu, Bayern)
Im Oktober färben sich die Wälder rund um die Pöllatschlucht, während auf den Alpengipfeln dahinter oft schon Schnee liegt. Gleichzeitig wird es ruhiger: Im Sommer sind die Zeitfenster für Schloss Neuschwanstein oft Tage vorher ausgebucht, im Spätherbst hast du bessere Chancen.
König Ludwig II. ließ das Schloss ab 1869 auf einem Felsen über der Pöllatschlucht errichten, als gebaute Bühne für die Sagenwelt aus Richard Wagners Opern. Seit 2025 ist es UNESCO-Welterbe. Nach der Restaurierung der Prunkräume sind die Führungsgruppen kleiner als früher. Den bekanntesten Blick auf das Schloss hast du von der Marienbrücke; unten im Tal liegen Schloss Hohenschwangau und der Alpsee.
Praktisch: Besichtigung nur mit Führung und festem Einlass. Ab 16. Oktober gelten die Winterzeiten: täglich 10–16 Uhr. Erwachsene zahlen 21 €, unter 18 Jahren ist der Eintritt frei; online kommen 2,50 € Reservierungsgebühr dazu. Mit der Bahn fährst du bis Füssen und weiter mit dem Regionalbus nach Hohenschwangau. Mit dem Auto parkst du auf privaten Parkplätzen in Hohenschwangau. Vom Parkplatz P4 fährt ein Shuttlebus bis zur Marienbrücke – bei Schnee und Eis allerdings nicht.

So planst du deinen Herbstausflug
- Wetter und Farben beobachten: Wann die Laubfärbung ihren Höhepunkt erreicht, hängt vom Jahr ab – Trockenheit, erster Frost und Sturm verschieben den Zeitpunkt. Schau ein paar Tage vorher auf Webcams oder aktuelle Fotos der Region. In Höhenlagen wie dem Bayerischen Wald färbt sich der Wald früher als an Mosel oder Ostsee.
- Kürzere Tage einplanen: Am 25. Oktober 2026 wird die Uhr auf Winterzeit zurückgestellt, danach wird es schon am späten Nachmittag dunkel. Starte früh – das bringt auch das beste Licht und Nebel in den Tälern, etwa an der Bastei oder der Burg Hohenzollern.
- Warm und in Schichten anziehen: Morgens ist es oft nur wenige Grad warm, mittags in der Sonne angenehm. Eine winddichte Jacke, Mütze und feste Schuhe gehören ins Gepäck, vor allem für Bodetal, Bastei und Kahnfahrten im Spreewald. Nasses Laub auf Stufen und Felsen ist rutschig.
- Tickets früh buchen: Neuschwanstein, Burg Hohenzollern, Sanssouci, die Wartburg und das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl arbeiten mit Zeitfenstern. Burg Eltz verkauft dagegen nur vor Ort, und Parken und Pendelbus kosten dort nur bar.
- Saisonende beachten: Burg Eltz schließt nach dem 1. November, die Seilbahn Rüdesheim pausiert vom 2. bis 18. November, die Externsteine kannst du ab November nur am Wochenende besteigen. Prüfe vor der Fahrt die aktuellen Zeiten auf unseren Seiten.
- Unter der Woche fahren: An sonnigen Oktoberwochenenden ist es an Bastei, Bodetal und Burg Eltz voll. Unter der Woche oder bei leicht bedecktem Himmel hast du viele Orte fast für dich.
Häufige Fragen
Wann ist die Laubfärbung in Deutschland am schönsten?
Meist in der zweiten Oktoberhälfte. In den Hochlagen der Mittelgebirge und Alpen beginnt die Färbung früher, im Flachland und an der Küste hält sie oft bis Anfang November. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Wetter des Jahres ab, ein Blick auf aktuelle Fotos der Region hilft.
Welche Herbstziele liegen nah an Berlin?
Der Park Sanssouci in Potsdam ist mit S-Bahn und Bus 695 schnell erreicht. In den Spreewald nach Lübbenau fährst du mit RE2 oder RE7 in etwa einer Stunde. Für ein Wochenende eignet sich der Müritz-Nationalpark (Regionalbahn nach Kratzeburg oder Waren).
Und von München, Frankfurt, Dresden oder Stuttgart aus?
Von München kommst du mit der Bahn nach Füssen (Neuschwanstein) und über die A3 oder mit der Waldbahn ab Plattling in den Bayerischen Wald. Von Frankfurt fahren Regionalzüge nach Rüdesheim zum Niederwalddenkmal. Von Dresden bringt dich die S-Bahn nach Kurort Rathen unterhalb der Bastei. Von Stuttgart ist die Burg Hohenzollern über die A81 schnell erreicht. Aus dem Norden bieten sich Rügen und die Müritz an.
Welche Ziele eignen sich mit Kindern?
Der Nationalpark Bayerischer Wald mit Tier-Freigelände und kinderwagentauglichem Baumwipfelpfad, die Kahnfahrt im Spreewald, die Seilbahn zum Niederwalddenkmal, die Treppen und Brücken der Externsteine und die Türme der Burg Hohenzollern. Im Bodetal reicht für kleinere Kinder die Strecke bis zur Königsruhe mit Einkehr.
Was kann ich bei Regen machen?
Gute Ziele bei schlechtem Wetter sind die Innenräume der Wartburg, Schloss Sanssouci, die Führung durch Neuschwanstein und die Schatzkammer der Burg Hohenzollern. Am Königsstuhl auf Rügen bietet das Nationalpark-Zentrum Ausstellung und Kino. Die Triberger Wasserfälle führen nach Regen besonders viel Wasser.
Was hat im November noch geöffnet?
Ganzjährig zugänglich sind die Nationalparks, die Bastei, das Bodetal, der Spreewald (mit Kahnfahrten im Winterhalbjahr), die Wartburg und Neuschwanstein. Burg Eltz schließt nach dem 1. November, die Burg Hohenzollern startet ihre Wintersaison am 20. November, die Externsteine kannst du dann nur noch am Wochenende besteigen.
Du warst unterwegs? Mach aus deinen Herbstzielen ein Poster deiner Reiseroute – mit allen Stationen auf einer Karte, als Erinnerung an diesen Herbst.
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