Schlösser & Paläste
Schloss Sanssouci
Potsdam, Brandenburg
- Öffnungszeiten
- 1–4 Std.
- Bei Regen
- Parkplatz
Schlösser & Paläste
Potsdam, Brandenburg

Audioguide
Station 11 von 13 · Diese Sehenswürdigkeit ist Station eines Audio-Spaziergangs
„Ein Brunnen, der zu Friedrichs Lebzeiten nie sprang.”
13 Stationen 95 Min. 4,1 km
Schloss Sanssouci in Potsdam ist das Sommerschloss Friedrichs des Großen und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Das eingeschossige Rokokoschloss thront über sechs geschwungenen Weinbergterrassen am Rand des rund 300 Hektar großen Parks Sanssouci, der seit 1990 zum UNESCO-Welterbe gehört. Wer sich für preußische Geschichte, Architektur oder Gartenkunst interessiert oder einfach einen besonderen Tagesausflug ab Berlin sucht, findet hier auf engem Raum ein Stück Königsbiografie zum Anfassen.
Der Name ist Programm: sans souci heißt auf Französisch „ohne Sorge“. Friedrich II. ließ im August 1744 zunächst den Südhang in sechs Terrassen für Weinstöcke und Obst anlegen. Erst danach folgte das Schloss: Die Kabinettsorder datiert vom 13. Januar 1745, der Grundstein wurde am 14. April 1745 gelegt, eingeweiht wurde der Bau am 1. Mai 1747. Die Pläne zeichnete Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, allerdings nach eigenhändigen Skizzen des Königs – Friedrich wusste genau, was er wollte: kein Repräsentationspalast, sondern ein privater Rückzugsort mit nur zwölf Räumen, von denen er selbst fünf bewohnte.
Hier empfing der König Gelehrte und Künstler, allen voran Voltaire, der zwischen 1750 und 1753 häufig zu Gast war. Friedrich starb am 17. August 1786 und wollte auf der obersten Terrasse neben seinen Hunden begraben werden. Diesen Wunsch erfüllte man erst gut 200 Jahre später: Nach Stationen in der Potsdamer Garnisonkirche und ab 1952/53 auf der Burg Hohenzollern wurde sein Sarg am 17. August 1991 um Mitternacht in der Gruft auf der Terrasse beigesetzt. Auf der schlichten Grabplatte liegen fast immer Kartoffeln – ein Gruß an den König, der den Kartoffelanbau in Preußen förderte.
Die Innenräume sind klein, aber dicht gepackt mit friderizianischem Rokoko. Diese Stationen solltest du nicht verpassen:
Draußen lohnt sich der Blick von der Schlossterrasse über die Weinbergterrassen hinunter zur Großen Fontäne. Kurios: Friedrich ließ sogar den Mathematiker Leonhard Euler an der Wasserkunst rechnen, doch die Fontäne sprang zu seinen Lebzeiten nicht. Erst rund ein Jahrhundert später brachte ein Dampfmaschinenhaus das Wasser zuverlässig in die Höhe. Direkt neben dem Schloss steht die Historische Mühle, in der heute das Besucherzentrum untergebracht ist; auch Bildergalerie und Neue Kammern liegen nur wenige Gehminuten entfernt.
Stand: Oktober 2026, Angaben der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG):
Der Park selbst ist täglich ab 8 Uhr bis zur Dunkelheit geöffnet und kostet keinen Eintritt.
Ins Schloss kommst du nur mit einem festen Einlasszeitfenster, und die Zahl der Tickets pro Tag ist begrenzt. An sonnigen Wochenenden und in den Sommerferien sind die guten Zeiten schnell weg – buche deshalb online im Ticketshop der SPSG. Restplätze für den Tag gibt es ab 30 Minuten vor Öffnung im Besucherzentrum Historische Mühle. Durch die Räume gehst du individuell; die mehrsprachige App „SANSSOUCI“ ersetzt den Audioguide, also eigene Kopfhörer mitbringen.
Für das Schloss selbst reicht etwa eine Stunde. Planst du den Park mit Bildergalerie, Neuen Kammern und den Gartenanlagen ein, wird daraus schnell ein ganzer Tag. Die schönste Zeit sind späte Frühlings- und Sommermonate, wenn die Terrassen grün sind; im Oktober genießt du noch die langen Sommeröffnungszeiten und deutlich weniger Gedränge. Gepäck darfst du weder im Eingangsbereich abstellen noch gibt es eine Aufbewahrung in den historischen Räumen – reise also mit leichtem Gepäck an.
Kinderwagen sind in den Ausstellungsräumen aus konservatorischen Gründen nicht erlaubt – mit Baby ist eine Trage praktischer. Für Kinder ist vor allem der Park spannend: Treppen, Fontänen und viel Platz zum Laufen. Das Schloss ist nach Angaben der SPSG bedingt rollstuhlgeeignet: Der Zugang erfolgt über eine provisorische Rampe mit 1 Meter Breite und rund 15 Prozent Steigung, eine Begleitperson ist empfehlenswert. Assistenzhunde sind willkommen.
In der Nähe: Im Park findest du mehrere Cafés und Restaurants, etwa das Café Repin nahe der Bildergalerie oder das Drachenhaus. Beachte, dass das Neue Palais (Königswohnung), das Orangerieschloss und die Römischen Bäder derzeit wegen Sanierung geschlossen sind. Gut zu Fuß erreichbar ist außerdem die Potsdamer Innenstadt mit Holländischem Viertel und Brandenburger Tor.
Zeiten gültig bis 31. Oktober 2026
April bis Oktober Dienstag bis Sonntag 10–17:30 Uhr, November und Dezember Dienstag bis Sonntag 10–16:30 Uhr; montags geschlossen, letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung, am 24. und 25.12. geschlossen.
Erwachsene 14 €, ermäßigt 10 €, Ticket sanssouci+ für alle Potsdamer Schlösser 22 € (ermäßigt 17 €, Familie 49 €); Einlass nur mit festem Zeitfenster, Online-Buchung empfohlen.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026