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Highlights

  • Erstes preußisches Königsschloss im Stil des Frühklassizismus, 1787 bis 1793
  • Lage direkt am Heiligen See mit Terrasse und Bootsanleger
  • Grottensaal am Wasser, Marmorvestibül und Konzertsaal
  • Halb versunkene Tempelruine als ehemalige Schlossküche
  • Vierzig restaurierte Innenräume, neue Ausstellung zu Friedrich Wilhelm II. seit 2025

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Potsdam: Kulissen, Könige und Kartoffeln

Audio-Spaziergang durch Potsdam — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören

13 Stationen 95 Min. 4,1 km

Über diesen Ort

Rote Backsteinmauern, graue und weiße Marmorbänder, auf dem Dach ein kleiner Rundtempel mit vergoldetem Fruchtkorb, und davor das Wasser des Heiligen Sees: Das Marmorpalais im Neuen Garten ist das wohl romantischste Schloss Potsdams. König Friedrich Wilhelm II. ließ es ab 1787 als privates Sommerschloss bauen, ganz bewusst anders als die Rokokobauten seines Onkels Friedrich des Großen. Es wurde das erste und einzige preußische Königsschloss im Stil des Frühklassizismus.

Geschichte: ein König geht eigene Wege

Friedrich Wilhelm II., Neffe und Nachfolger Friedrichs des Großen, war musikalisch und dem Gedankengut der Rosenkreuzer verbunden. Im Neuen Garten am Heiligen See schuf er sich einen Rückzugsort fern vom Hof. Die Architekten Carl von Gontard und Carl Gotthard Langhans errichteten das Schloss von 1787 bis 1793, den Namen gaben die Gliederungen aus schlesischem Marmor an der Fassade. Den Innenausbau prägte die Gräfin Wilhelmine von Lichtenau, die Vertraute des Königs, mit Anregungen von ihrer Italienreise.

Weil dem König das Treppensteigen schwerfiel, ließ er ab 1797 zwei eingeschossige Seitenflügel anbauen. Um teuren Marmor zu sparen, nahm man dafür die Säulen der baufälligen Marmorkolonnade aus dem Park Sanssouci. Der König starb im November 1797 im Marmorpalais, die Flügel waren noch Rohbau und wurden erst 1843 bis 1848 unter Friedrich Wilhelm IV. ausgebaut. Später wohnten hier der junge Wilhelm II. mit Familie und ab 1905 das Kronprinzenpaar, bevor es 1917 ins benachbarte Schloss Cecilienhof zog. In der DDR war im Schloss das Armeemuseum untergebracht, Panzer und eine MiG standen im Garten. Nach langer Restaurierung sind seit 2006 alle 40 Innenräume wieder zu sehen.

Was du sehen solltest

  • Vestibül: Der Eingangsraum ist ganz aus verschiedenfarbigem Marmor gestaltet.
  • Grottensaal: Der Saal im Erdgeschoss liegt unmittelbar am Wasser und diente im Sommer als Speisesaal. Ein unterirdischer Gang führte zur Küche.
  • Konzertsaal: Der eindrucksvolle Saal gehört zu den Höhepunkten, passend zum musikliebenden König.
  • Ausstattung: Möbel mit Intarsien, Seidenbespannungen, zwei Standuhren aus dem Nachlass der Madame de Pompadour und eine große Sammlung von Wedgwood-Vasen.
  • Die Schlossküche: Unterhalb der Terrasse steht sie am Seeufer, getarnt als halb versunkene Tempelruine von Langhans aus den Jahren 1788 bis 1790.
  • Südflügel: Seit 2025 zeigt eine neu gestaltete Ausstellung mit Film und Medienstationen die Zeit Friedrich Wilhelms II., von der Französischen Revolution bis zur dritten Teilung Polens.

Öffnungszeiten und Tickets (Stand: Oktober 2026)

  • Mai bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10–17:30 Uhr, montags geschlossen.
  • November bis März: nur Samstag und Sonntag 10–16 Uhr.
  • Letzter Einlass 30 Minuten vor Schluss. Feiertage folgen den Wochenendzeiten, am 24., 25. und 31. Dezember ist geschlossen.

Die Besichtigung erfolgt mit Führung auf Deutsch, Informationen in anderen Sprachen gibt es als kostenlose Tour in der App „SANSSOUCI“, unter anderem auf Englisch und Polnisch. Der Eintritt kostet 8 €, ermäßigt 6 €. Mit dem Tagesticket sanssouci+ (22 €, ermäßigt 17 €) besuchst du an einem Tag mehrere Potsdamer Schlösser. Das Erdgeschoss ist mit Rollstuhl zu besichtigen, das Schloss insgesamt nur bedingt barrierefrei.

Anfahrt und Parken

Die Adresse ist Im Neuen Garten 10, 14469 Potsdam. Mit Bus oder Tram fährst du bis zur Haltestelle „Birkenstraße/Alleestraße“, von dort sind es rund 700 Meter zu Fuß durch den Neuen Garten. Gebührenpflichtige Parkplätze liegen nahe Schloss Cecilienhof, wegen einer Baustelle derzeit nur für Pkw.

Tripto-Tipp

Plane für Führung und Garten rund eineinhalb Stunden ein. Das klassische Foto gelingt vom gegenüberliegenden Ufer des Heiligen Sees, dort spiegelt sich das Schloss im Wasser. Schloss Cecilienhof ist derzeit wegen Sanierung geschlossen, der Neue Garten selbst lädt aber zu einem langen Spaziergang am Ufer ein. Die russische Kolonie Alexandrowka liegt nur etwa einen Kilometer entfernt.

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Quellen und weiterführende Lektüre

Verifiziert16. Oktober 2026

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