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Highlights

  • Zwölf Gehöfte im russischen Blockhaus-Stil, angelegt 1826 bis 1828
  • Grundriss von Peter Joseph Lenné in Form eines Hippodroms mit Andreaskreuz
  • Museum Alexandrowka mit Gartencafé im Haus Nr. 2
  • Russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Gedächtniskirche von 1829 auf dem Kapellenberg
  • Teil des UNESCO-Welterbes Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin

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Potsdam: Kulissen, Könige und Kartoffeln

Audio-Spaziergang durch Potsdam — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören

13 Stationen 95 Min. 4,1 km

Über diesen Ort

Mitten in Potsdam, ein paar Minuten nördlich der Innenstadt, stehen plötzlich dunkle Holzhäuser mit geschnitzten Giebeln, Balkonen und Gärten, als hätte jemand ein Dorf aus Russland hierher versetzt. Die Alexandrowka ist eine russische Kolonie, die König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 1826 für die letzten zwölf Sänger eines russischen Soldatenchors anlegen ließ. Benannt ist sie nach dem kurz zuvor verstorbenen Zaren Alexander I. Heute gehört die Siedlung zum UNESCO-Welterbe der Potsdamer und Berliner Schlösser und Gärten.

Geschichte: ein Chor aus Kriegsgefangenen

Die Geschichte beginnt mit Napoleon. Preußen musste 1812 an der Seite Frankreichs gegen Russland ziehen, und von den gefangenen russischen Soldaten blieben 62 in Potsdam. Aus ihnen wurde ein Sängerchor gebildet und dem 1. Garderegiment unterstellt. Als Preußen und Russland 1813 die Seiten wechselten und gemeinsam gegen Napoleon kämpften, sang der Chor weiter für den König, Zar Alexander I. erlaubte ausdrücklich, dass er in Preußen blieb.

Beim Tod des Zaren 1825 lebten nur noch zwölf der Sänger. Der König ließ für sie eine eigene Kolonie bauen, als Denkmal für die Freundschaft der Häuser Hohenzollern und Romanow. 1827/28 zogen die Familien in vollständig möblierte Häuser ein, die Gärten waren schon angelegt, und jeder Haushalt bekam eine Kuh. Verkaufen oder verpachten durften sie nichts, vererbt wurde nur an männliche Nachkommen. Der letzte Sänger starb 1861, der letzte direkte Nachfahre einer Sängerfamilie lebte bis 2008 in der Kolonie.

Was du sehen solltest

  • Die Häuser: Zwölf Gehöfte mit ein- und zweigeschossigen Giebelhäusern, jedes mit Balkon, Loggia und kleinem Stall. Was nach massiven Blockhäusern aussieht, sind Fachwerkbauten mit vorgesetzten halbierten Baumstämmen, eine Sparidee der preußischen Gardepioniere.
  • Der Grundriss: Gartendirektor Peter Joseph Lenné legte die Siedlung als Hippodrom mit eingeschriebenem Andreaskreuz an. Vorlage für die Häuser war eine Zeichnung des Architekten Carlo Rossi für ein „russisches Dorf“ im Park von Pawlowsk.
  • Museum Alexandrowka: Im Haus Nr. 2 erzählen sechs Räume mit Schautafeln, Exponaten und zwei Filmen die Geschichte der Kolonie. Dazu gehören ein Gartencafé und ein Museumsladen.
  • Alexander-Newski-Gedächtniskirche: Auf dem Kapellenberg nördlich der Kolonie steht die russisch-orthodoxe Kirche, geweiht im September 1829. Daneben liegt das vierzehnte Haus, in dem einst ein königlicher Lakai aus Russland wohnte.

Öffnungszeiten und Eintritt (Stand: Oktober 2026)

Die Kolonie selbst kannst du jederzeit durchstreifen, die Wege zwischen den Häusern sind öffentlich. Die meisten Häuser sind aber privat bewohnt, bitte bleib auf den Wegen und betritt keine Gärten.

Das Museum und das Gartencafé sind vom 1. April bis 31. Oktober 2026 täglich außer mittwochs von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Im Winter gelten andere Zeiten, die das Museum jeweils ankündigt. Der Eintritt kostet 3,50 €, ermäßigt 3 €, Kinder unter 14 Jahren in Begleitung der Eltern sind frei. An deinem Geburtstag ist der Eintritt ebenfalls frei. Garten, Café und Ausstellungsräume sind mit Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar.

Anfahrt und Parken

Die Kolonie liegt in der Nauener Vorstadt nördlich der Potsdamer Innenstadt, vom Holländischen Viertel aus bist du zu Fuß in rund einer Viertelstunde dort. Das Museum hat die Adresse Alexandrowka 2, 14469 Potsdam. Direkt vor dem Museum ist Parken möglich.

Tripto-Tipp

Plane etwa eine Stunde für einen Rundgang und das Museum ein, mit Kaffee im Gartencafé gern mehr. Steig danach hinauf zum Kapellenberg mit der Alexander-Newski-Kirche und weiter zum Pfingstberg mit dem Belvedere, der Weg führt direkt nördlich aus der Kolonie hinaus. Im Herbst, wenn sich die Bäume entlang der Wege gelb färben, wirken die dunklen Holzhäuser besonders stimmungsvoll.

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Verifiziert16. Oktober 2026

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