Altstädte & Plätze
Holländisches Viertel
Potsdam, Brandenburg
- Öffnungszeiten
- Eintritt frei
- 1–2,5 Std.
- Familienfreundlich
- Mit Hund
Altstädte & Plätze
Potsdam, Brandenburg

Audioguide
Station 5 von 13 · Diese Sehenswürdigkeit ist Station eines Audio-Spaziergangs
„Ein ganzes Amsterdam – nur die Holländer kamen nicht.”
13 Stationen 95 Min. 4,1 km
Das Holländische Viertel in Potsdam ist eines der charmantesten Altstadtquartiere Brandenburgs: 134 Häuser aus rotem Backstein mit weißen Fensterläden und geschwungenen Giebeln, mitten in der Innenstadt. Gebaut wurde es im 18. Jahrhundert für niederländische Handwerker, heute locken Cafés, kleine Läden, Galerien und Restaurants. Ein Bummel durch die Mittelstraße lohnt sich zu jeder Jahreszeit, besonders aber zum Tulpenfest im Frühling und zum Sinterklaasfest im Advent.
König Friedrich Wilhelm I., der „Soldatenkönig“, wollte Potsdam wachsen lassen und brauchte dafür Fachleute. Er setzte auf Handwerker aus den Niederlanden und ließ ihnen ein eigenes Viertel bauen. Zwischen 1733 und 1742 entstanden unter Leitung des Amsterdamer Baumeisters Jan Bouman 134 Häuser in vier Karrees, getrennt durch Mittelstraße und Benkertstraße. Nach dem Tod des Königs 1740 vollendete sein Sohn Friedrich II. das Projekt.
Der Plan ging allerdings nur halb auf: Es kamen weit weniger Niederländer als erhofft. In die Häuser zogen deshalb auch französische und preußische Händler, Künstler und Soldaten. Zu DDR-Zeiten verfiel das Viertel zusehends; Restaurierungen in den 1970er-Jahren konnten das nicht aufhalten. Erst nach der Wende wurden die Häuser saniert, unterstützt auch vom niederländischen Königshaus. Dass die Bauweise so demonstrativ niederländisch ausfiel, war auch ein Zeichen der preußischen Toleranzpolitik.
Zweimal im Jahr wird das Viertel zur Bühne. Beim Tulpenfest im April verkaufen Händler Tulpen, Käse und Kunsthandwerk; 2026 fand es am 18. und 19. April statt. Im Dezember folgt das Sinterklaasfest, ein niederländisch geprägter Weihnachtsmarkt, der laut Veranstaltungskalendern 2026 am 12. und 13. Dezember stattfindet, bei freiem Eintritt. Organisiert werden beide vom Förderverein zur Pflege Niederländischer Kultur in Potsdam. Rechne an diesen Wochenenden mit vollen Gassen.
Das Viertel liegt im Norden der Potsdamer Innenstadt zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Hebbelstraße. Vom Hauptbahnhof erreichst du es mit den Straßenbahnen in Richtung Norden bis zur Haltestelle Nauener Tor in wenigen Minuten, oder zu Fuß in etwa 20–25 Minuten über die Fußgängerzone Brandenburger Straße. Aus Berlin fährst du mit Regionalexpress oder S-Bahn nach Potsdam, das Deutschlandticket gilt.
Mit dem Auto ist die Parkplatzsuche in der Innenstadt mühsam. Nutze besser ein Parkhaus am Rand der Innenstadt oder Park & Ride. Für den Bummel reichen ein bis zwei Stunden, mit Museum und Café eher ein halber Nachmittag. Das Viertel ist frei zugänglich und kostenlos, Hunde an der Leine sind kein Problem. Das Kopfsteinpflaster ist mit Rollstuhl und Kinderwagen allerdings holprig.
Das Viertel ist jederzeit frei zugänglich; das Jan-Bouman-Haus (Mittelstraße 8) ist Montag bis Freitag 13–18 Uhr sowie Samstag, Sonntag und feiertags 11–18 Uhr geöffnet.
Eintritt frei; Jan-Bouman-Haus 3 €, ermäßigt 2 €, Kinder bis 12 Jahre frei.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026