Natur
Schwarzes Moor
Fladungen, Bayern
- 1–2 Std.
Natur
Fladungen, Bayern
Ein Holzsteg führt durch eine Landschaft, die eher nach Lappland aussieht als nach Franken: kleine Kiefern und knorrige Birken, rote Torfmoose, dunkle Wasseraugen und Wollgras. Das Schwarze Moor in der Bayerischen Rhön, nahe dem Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen, ist mit 66,4 Hektar der größte Moorkomplex der Rhön und gilt als eines der bedeutendsten Hochmoore Mitteleuropas. Es liegt auf 770 bis 782 Metern Höhe direkt auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Weser und ist frei zugänglich.
Das Moor bildete sich vor etwa 12.000 Jahren nach der letzten Eiszeit in einer flachen Hangmulde, die von tonigen Sedimenten und verwittertem Basalt abgedichtet war. Viel Regen und kühle Böden ließen die Torfmoose wachsen, in der Mitte ist der Torf teils über acht Meter mächtig. Das Moor ist kuppelförmig aufgewölbt, ähnlich den Mooren Skandinaviens. Von 1770 bis 1939 wurde immer wieder Torf gestochen, 1905 kurzzeitig sogar Badetorf nach Bad Kissingen geliefert. Am 6. Januar 1939 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt. Weil Ausflügler in den 1960er Jahren Trampelpfade quer durchs Moor zogen und sogar in den Mooraugen badeten, wurde es 1976 eingezäunt und erst über einen Weg, später über Stege zugänglich gemacht.
Das Moor ist frei zugänglich, ein Eintritt wird nicht erhoben, und der Bohlenweg ist rollstuhlgerecht ausgebaut. Von Mitte November bis Mitte März ist der Lehrpfad geschlossen. Von Mai bis Oktober gibt es mehrmals pro Woche geführte Wanderungen.
Das Moor liegt an der Hochrhönstraße und der Staatsstraße 2287 aus Richtung Seiferts, etwa sechs Kilometer von Fladungen entfernt. Rund 300 Meter nordöstlich, an der Straße nach Seiferts, gibt es einen großen Parkplatz mit dem Haus zum Schwarzen Moor (Infozentrum, Kiosk, Imbiss und Toiletten). Jedes Jahr kommen 100.000 bis 150.000 Besucher, nach dem Kreuzberg ist es das zweitbeliebteste Ziel der bayerischen Rhön; komm an Wochenenden lieber früh.
Plane für den Rundweg mit Aussichtsturm etwa eine bis eineinhalb Stunden ein. Am stimmungsvollsten ist das Moor im Herbst, wenn Heide und Birken sich färben, oder früh am Morgen, wenn Nebel über den Flächen liegt. Bleib unbedingt auf dem Steg, das Moor ist Kernzone des Biosphärenreservats Rhön. Der Fernwanderweg Hochrhöner führt am Moor vorbei, wer mag, verbindet den Besuch mit einer längeren Wanderung über die Lange Rhön.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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