Natur
Drachenschlucht
Eisenach, Thüringen
- 1,5–3 Std.
Natur
Eisenach, Thüringen
Nur 68 Zentimeter liegen an der engsten Stelle zwischen den Felswänden. Wer durch die Drachenschlucht im Süden von Eisenach wandert, geht auf Gitterrosten über einem rauschenden Bach, links und rechts ragen bemooste Felsen meterhoch auf, und an manchen Stellen wird es auch mittags dämmrig. Die etwa 3 Kilometer lange Klamm liegt zu Füßen der Wartburg im Thüringer Wald und gilt als eine der größten geologischen Sehenswürdigkeiten der Region. Der Eintritt ist frei.
Im Mittelalter war das obere Mariental ein Rückzugsort für Jäger, Köhler und Mineralsucher. Im 18. Jahrhundert legte der herzogliche Hof erste Spazierwege an, 1830 entstand im Mariental das Ausflugslokal „Phantasie“. 1832 machte man den damals „Steingraben“ genannten Teil des Annatals für Spaziergänger begehbar und gab ihm einen zugkräftigen neuen Namen: Drachenschlucht. Er spielt auf den Eisenacher Stadtpatron an, den heiligen Georg, der in der örtlichen Sage einen Lindwurm besiegt. Der soll in der nassen, engen Klamm gehaust haben. Ab 1897 fuhr sogar eine Straßenbahn bis zum Eingang der Schlucht. Seit 1977 sind Drachen- und Landgrafenschlucht geologische Naturdenkmale, seit 2015 liegen sie im Naturschutzgebiet „Wälder mit Schluchten zwischen Wartburg und Hohe Sonne“.
Unterwegs zweigen drei Seitenschluchten ab. Sie wurden auch als Notausstiege angelegt, damit man die Klamm bei Unwetter schnell verlassen kann.
Das Gestein gehört zum Eisenacher Rotliegenden und ist rund 250 Millionen Jahre alt. In der feuchtkühlen Schlucht wachsen besondere Moose und Farne, in den Moospolstern leben seltene Krebstierchen und Schnecken, dazu Feuersalamander und die Große Wasserspitzmaus. Eis im Winter und Hochwasser nach Unwettern beschädigen die Stege immer wieder, deshalb müssen Wege regelmäßig erneuert werden.
Den Nordeingang erreichst du über die Auffahrt zum Waldhaus Sängerwiese im Mariental, den Südeingang an der Hohen Sonne an der B 19. An der B 19 selbst ist Parken verboten. Nutze die Parkplätze an der Phantasie, am Prinzenteich, an der Marientalhütte oder an der Hohen Sonne. Die Tourist-Information Eisenach bietet außerdem geführte Wanderungen an.
Starte am Nordeingang und laufe bergauf Richtung Hohe Sonne, so hast du das Wasser im Gesicht und die Engstellen kommen nacheinander. Für die einfache Strecke brauchst du etwa eine Stunde, mit Rückweg und Pausen zwei bis drei. Feste, rutschfeste Schuhe sind Pflicht, die Roste sind oft nass. Der Imbiss an der Hohen Sonne ist derzeit geschlossen, der im Mariental öffnet nur sonntags, nimm also Proviant mit. Wer weiterlaufen mag, kombiniert die Tour mit der benachbarten Landgrafenschlucht oder der Wartburg.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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