Wasserfälle
Trusetaler Wasserfall
Schmalkalden, Thüringen
- 45–120 Min.
Wasserfälle
Schmalkalden, Thüringen
Ein Wasserfall mit Wasserhahn: Der Trusetaler Wasserfall in Brotterode-Trusetal ist kein reines Naturwerk, sondern wurde 1865 angelegt. Damals ließ Baurat Specht, beeindruckt von der Felskulisse, die Truse über einen künstlichen Graben umleiten, sodass sie heute in mehreren Stufen über eine Granitfelsnase ins Tal stürzt. Mit einer Fallhöhe, die je nach Quelle mit 45 bis 60 Metern angegeben wird, gilt er als höchster Wasserfall des Thüringer Waldes, und er ist das Wahrzeichen des Ortes.
Unterhalb von Brotterode wird das Wasser der Truse gestaut und in den rund 2,2 km langen Wasserfallgraben geleitet, der mit geringem Gefälle am Hang entlangläuft. Auf etwa 440 m Höhe erreicht er die Abbruchkante: Nach einer Dreierstufe fließt das Wasser durch eine aufgeständerte Rinne, fällt gut zehn Meter frei auf den Granit und breitet sich dann als Schleier aus, bevor es über eine Blockhalde ins Sammelbecken und zurück in die Truse läuft. Gebaut haben die Anlage Trusetaler Bergarbeiter. Weil Frost das Gestein sprengen würde, wird der Zulauf im Winter abgestellt; dann fließt die Truse wieder in ihrem natürlichen Bett.
Für Wasserfall und Stufen reicht eine knappe Stunde, mit Rundweg und Café eher zwei. Komm unbedingt zwischen Ostern und Ende Oktober, sonst siehst du nur nassen Fels. Die Stufen sind steil und bei Gischt rutschig, feste Schuhe helfen. Am besten wirkt der Fall im Frühjahr nach Regen, wenn die Truse viel Wasser führt. Zum Großen Inselsberg und nach Schmalkalden ist es von hier nicht weit.
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