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Highlights

  • Barockschloss der Fuldaer Fürstäbte und Fürstbischöfe, ab 1730 ausgebaut
  • Prunkräume der Landgrafen mit Möbeln, Gemälden und Tapeten
  • Porzellansammlung mit einem Berliner Service in 1800 Teilen
  • Antikensammlung mit dem Porträt des Caligula, für Gruppen
  • Großer Park mit Japanischem Teehaus und bis zu 6 m hoher Mauer

Über diesen Ort

Wenige Kilometer südlich von Fulda spiegelt sich eine lange, helle Barockfassade im Wasser, darüber ein Turm mit geschwungener Haube. Schloss Fasanerie war die Sommerresidenz der Fuldaer Fürstäbte und später der Landgrafen von Hessen. Die Museumsverwaltung nennt es selbstbewusst „Hessens schönstes Barockschloss“. Drinnen erwarten dich fürstliche Wohnräume, eine Porzellansammlung von europäischem Rang und Kunst des Hauses Hessen, draußen ein weitläufiger, ummauerter Park.

Geschichte: vom Landschlösschen zur Residenz

Um 1710 entstand unter Fürstabt Adalbert von Schleifras ein bescheidenes Landschloss, vermutlich nach Plänen von Johann Dientzenhofer, dem Baumeister des Fuldaer Doms. Ab 1730 ließ Fürstabt Adolph von Dalberg es ausbauen, nach ihm hieß es zunächst Schloss Adolphseck. Bis 1757 wurde es unter Fürstbischof Amand von Buseck nach Plänen des Hofbaumeisters Andrea Gallasini prächtig erweitert.

Nach der Säkularisation 1803 wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer und kam 1816 an Kurhessen, für das es bis Mitte des 19. Jahrhunderts als Sommerresidenz diente. 1878 erhielt Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen-Kassel es als private Residenz, seine Frau Prinzessin Maria Anna von Preußen bewohnte es bis 1918. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss schwer beschädigt. 1951 öffneten die ersten Schauräume, 1972 das heutige Museum. Seit 2010 wird umfassend saniert, dabei erhält die Fassade wieder ihr ursprüngliches gebrochenes Weiß statt des Ockergelbs aus den 1970er-Jahren.

Was du sehen solltest

  • Die Prunkräume: Die klassische Schlossführung zeigt, wie Fürsten und Landgrafen hier wohnten: Mobiliar, Gemälde, kostbare Tapeten und Stoffe.
  • Die Porzellansammlung: Höfische Tafelservice des 18. und 19. Jahrhunderts und Figuren aus Meißen, Berlin, Kopenhagen und Sèvres. Ein Berliner Service für den Kasseler Hof ist in 1800 Teilen erhalten, auf einem Sèvres-Service zeigt jedes der 258 Teile eine andere Pflanze.
  • Die Antikensammlung: Gilt als bedeutendste Privatsammlung ihrer Art in Deutschland. Zu den Spitzenstücken zählen ein Marmorporträt des Kaisers Caligula und der rund 2400 Jahre alte Kekropskrater, eine attische Vase.
  • Die Höfe: Vom Ehrenhof mit dem Festsaalbau gelangst du in den fast quadratischen Innenhof und zum ältesten Teil, dem Schlösschen zwischen zwei Türmen. Östlich liegen Wirtschaftshöfe mit einem Gestüt, das bis heute betrieben wird.
  • Der Park: Vom barocken Garten ist die Grundstruktur erhalten, das Japanische Teehaus stammt noch aus dieser Zeit. Den großen Landschaftspark umgibt eine bis zu 6 m hohe Natursteinmauer, an seiner Gestaltung soll Carl von Linné mitgewirkt haben.

Besichtigung und Zeitplanung

Die Prunkräume siehst du bei der Schlossführung von etwa 50 Minuten. Die Porzellansammlung erkundest du auf eigene Faust mit einem Mediaguide, die Antikensammlung ist nur für angemeldete Gruppen zugänglich. Für Kinder gibt es eigene Formate: freitags um 14:45 Uhr eine Führung mit dem Schlossgespenst, samstags eine Märchenführung und sonntags sowie an Feiertagen um 14:30 Uhr eine Familienführung. Mit Park und Café solltest du zwei bis drei Stunden einplanen.

Tickets und Öffnungszeiten (Stand: Oktober 2026)

  • Museumssaison 2026: 28. März bis 1. November, dienstags bis sonntags und an Feiertagen 10–17 Uhr
  • Schlossführung: 10,50 €, ermäßigt 9 €, Schüler 4,50 €
  • Porzellansammlung mit Mediaguide: 10,50 €, ermäßigt 9 €, Schüler 4,50 €
  • Kinderführungen: 8 € pro Kind
  • Kombination: Für jedes weitere Angebot am selben Tag gibt es 2 € Nachlass, ermäßigt 1,50 €

Karten gibt es auch im Onlineshop. Im Winter ist das Museum geschlossen.

Anfahrt und Tipps

Schloss Fasanerie liegt in der Gemeinde Eichenzell, wenige Kilometer südlich der Fuldaer Innenstadt. Ein Besuch lässt sich gut mit dem Fuldaer Dom verbinden, den Johann Dientzenhofer ebenfalls entworfen hat. Im Sommer finden im Schloss Konzerte, Theater und das Fürstliche Gartenfest statt, und das Café-Restaurant mit Biergarten lädt nach der Führung zur Pause ein. Das schönste Foto gelingt vom Teich vor der Hauptfassade, wenn sich das Schloss im Wasser spiegelt.

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Verifiziert14. Oktober 2026

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