Schlösser & Paläste
Schloss Wilhelmshöhe
Kassel, Hessen
- Öffnungszeiten
- 1,5–4 Std.
- Familienfreundlich
- Bei Regen
- Parkplatz
Schlösser & Paläste
Kassel, Hessen
Schloss Wilhelmshöhe in Kassel ist das klassizistische Herzstück des Bergparks Wilhelmshöhe, der seit 2013 zum UNESCO-Welterbe gehört. Hinter der mächtigen Säulenfront liegt eine der wichtigsten Gemäldesammlungen Deutschlands: die Gemäldegalerie Alte Meister mit Werken von Rembrandt, Rubens, Frans Hals und Dürer. Wer Kunst, Architektur und einen der spektakulärsten Landschaftsparks Europas an einem Tag verbinden will, ist hier genau richtig.
Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel, ab 1803 Kurfürst Wilhelm I., ließ das Schloss ab 1786 als Sommerresidenz am Hang des Habichtswaldes errichten. Simon Louis du Ry entwarf den Weißenstein- und den Kirchflügel, Heinrich Christoph Jussow den Mittelbau. Ursprünglich standen die drei Gebäude getrennt nebeneinander, erst unter Kurfürst Wilhelm II. wurden sie zur heutigen geschlossenen Anlage verbunden.
Die Geschichte des Hauses spiegelt die großen Umbrüche des 19. Jahrhunderts: Unter Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte, König von Westphalen, hieß das Schloss von 1806 bis 1813 „Napoléonshöhe“. Nach der Schlacht von Sedan verbrachte der gefangene französische Kaiser Napoleon III. hier von September 1870 bis März 1871 seine Haft. Später nutzte die kaiserliche Familie das Schloss bis 1918 als Sommersitz.
Im Zweiten Weltkrieg trafen Bomben vor allem den Mittelbau. Zwischen 1961 und 1974 wurde er innen modern wieder aufgebaut, außen ohne die frühere Kuppel – eine Entscheidung, über die bis heute gestritten wird. Seit dem 23. Juni 2013 steht der Bergpark Wilhelmshöhe mit Schloss, Herkules und Wasserspielen auf der Welterbeliste.
Die Museumsräume liegen im Mittelbau. Auf mehreren Etagen erwartet dich:
Bis 17. Januar 2027 läuft die Sonderausstellung „Dürer: Original, Kopie, Fälschung“ mit über 130 Werken Albrecht Dürers aus hessischen Fürstensammlungen, darunter „Melencolia I“ und das „Rhinozeros“. Sie fragt spannend danach, wie schon frühe Sammler Originale von Kopien und Fälschungen unterschieden.
Der südliche Weißensteinflügel mit den historisch eingerichteten Wohnräumen der Landgrafen ist derzeit wegen Sanierung geschlossen. Prüfe vor dem Besuch, ob sich daran etwas geändert hat.
Das Schloss ist dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet, am ersten und dritten Freitag im Monat sogar bis 19 Uhr. Montags bleibt es zu, ebenso am 24., 25. und 31. Dezember.
Das Tagesticket Wilhelmshöhe kostet regulär 8 €, ermäßigt 5 €. Während der Dürer-Ausstellung (9. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027) zahlst du 12 €, ermäßigt 9 €. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Das Ticket gilt am selben Tag auch für die Löwenburg (nur mit Führung und Reservierung), von April bis Oktober für den Herkules und von November bis März für das Große Gewächshaus. Eine Jahreskarte kostet 60 €. Stand: Oktober 2026.
Für die Gemäldegalerie allein solltest du anderthalb bis zwei Stunden einplanen. Kombinierst du das Schloss mit Herkules, Löwenburg und einem Parkspaziergang, wird daraus leicht ein ganzer Tag. Der Bergpark selbst ist rund 240 Hektar groß und frei zugänglich.
Das große Highlight sind die Wasserspiele: Vom 1. Mai bis 3. Oktober fließt das Wasser mittwochs, sonntags und an Feiertagen ab 14:30 Uhr von den Kaskaden unter dem Herkules über Steinhöfer Wasserfall, Teufelsbrücke und Aquädukt bis zur Großen Fontäne vor dem Schloss, die gegen 15:45 Uhr steigt. Wer den Weg zu Fuß mitgeht, legt rund 2,3 Kilometer bergab zurück. An diesen Tagen ist es voll, plane daher Zeit und möglichst die Anreise mit Bus und Bahn ein. Im Herbst färbt sich der Park prächtig, und die Galerie ist entspannter besucht.
Kassel-Wilhelmshöhe ist ICE-Halt. Vom Bahnhof bringt dich die Straßenbahnlinie 1 über die Wilhelmshöher Allee bis zur Endhaltestelle Wilhelmshöhe (Park), von dort gehst du durch den Park bergauf zum Schloss. Mit dem Auto erreichst du den Bergpark über die A44, Anschlussstelle Kassel-Bad Wilhelmshöhe. In der Nähe der Löwenburg und des Schlosses gibt es Parkplätze, an Wasserspieltagen sind sie schnell belegt. Behindertenparkplätze sind vorhanden.
Barrierefreiheit und Familien: Das Museum ist rollstuhlgerecht mit Aufzug, barrierearmen Toiletten und Wickeltisch, Assistenzhunde sind erlaubt. Für Kinder ist vor allem die Kombination aus Galerie und Park spannend: Wasserspiele, die Ritterburg-Optik der Löwenburg und die weiten Wiesen vor dem Schloss sind ideal für Familien. Unter 18 zahlt niemand Eintritt.
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10–17 Uhr, am 1. und 3. Freitag im Monat bis 19 Uhr, montags geschlossen; 24., 25. und 31.12. geschlossen, 1.1. 12–17 Uhr.
Tagesticket Wilhelmshöhe: Erwachsene 8 €, ermäßigt 5 €, unter 18 Jahren frei; während der Dürer-Ausstellung (9. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027) 12 €, ermäßigt 9 €.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026