Burgen
Löwenburg
Kassel, Hessen
- Öffnungszeiten
- 1–2 Std.
- Familienfreundlich
- Bei Regen
- Parkplatz
Burgen
Kassel, Hessen
Die Löwenburg in Kassel sieht aus wie eine mittelalterliche Ritterburg, ist aber eine raffinierte Inszenierung des späten 18. Jahrhunderts. Mitten im Bergpark Wilhelmshöhe, der seit 2013 zum UNESCO-Welterbe gehört, ließ Landgraf Wilhelm IX. eine künstliche Burgruine errichten – mit Türmen, Turnierplatz, Rüstkammer und Kapelle. Nach jahrelanger Sanierung ist die Löwenburg seit 2022 wieder zu besichtigen und gehört zu den ungewöhnlichsten Schlössern Hessens.
Gebaut wurde die Löwenburg hauptsächlich zwischen 1793 und 1801 nach Plänen des Hofarchitekten Heinrich Christoph Jussow. Sie gilt als einer der frühesten neugotischen Bauten in Deutschland. Der Clou: Die Burg wurde von Anfang an als teilweise verfallene Anlage geplant. Sie sollte die lange Geschichte des Hauses Hessen erzählen und Gäste beeindrucken – mit kostümierten Dienern und kostbaren Sammlungsstücken.
Wilhelm IX., später Kurfürst Wilhelm I., nutzte die Burg als privaten Rückzugsort; hier lebte auch seine Geliebte Karoline von Schlotheim. 1821 wurde er in der Gruft unter der Burgkapelle beigesetzt. Weil die Burg aus Habichtswälder Tuffstein besteht, der schlecht verwittert, war sie immer pflegeintensiv. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben 1943 große Teile des Bergfrieds. Von 2005 bis 2022 wurde die Anlage umfassend saniert, der Bergfried wieder aufgebaut und begehbar gemacht; im Juli 2022 öffnete die Löwenburg erneut für Besucher.
Filmfans aufgepasst: Die Löwenburg taucht kurz in Wes Andersons „The Grand Budapest Hotel“ auf.
Die Innenräume kannst du nur mit Führung besichtigen; sie starten jeweils zur vollen Stunde, die letzte eine Stunde vor Schließung. Plätze solltest du rechtzeitig online reservieren. Stand: Oktober 2026 laut Hessen Kassel Heritage:
Außerdem gibt es Themen-, Kostüm- und Familienführungen, etwa für Kinder ab acht Jahren. Für die Führung und einen Rundgang ums Gebäude planst du etwa eineinhalb Stunden ein, mit Herkules und Schloss Wilhelmshöhe wird daraus leicht ein ganzer Tag.
Mit der Tram 1 fährst du bis zur Endhaltestelle Wilhelmshöhe (Park) und gehst dann bergauf durch den Park zur Löwenburg – rechne mit gut einer halben Stunde. Busverbindungen findest du beim Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). Mit dem Auto erreichst du die Parkplätze am Bergpark; für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gibt es eigene Stellplätze nahe der Burg. Die Löwenburg ist nicht vollständig barrierefrei, es gibt aber eine barrierefreie Toilette. Assistenzhunde sind willkommen.
Zeiten gültig bis 31. Oktober 2026
1. April bis 31. Oktober Dienstag bis Sonntag und Feiertage 10–17 Uhr, 1. November bis 31. März Freitag bis Sonntag und Feiertage 10–16 Uhr; Besichtigung nur mit Führung zur vollen Stunde; 24., 25. und 31.12. geschlossen.
Tageskarte Wilhelmshöhe Erwachsene 8 €, ermäßigt 5 €, unter 18 Jahren frei; Führung durch die Löwenburg nur mit Reservierung.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026