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Highlights

  • Nachbau der Casa dei Dioscuri aus Pompeji, erbaut 1840 bis 1848
  • Atrium mit Wasserbecken und Gartenhof nach antikem Vorbild
  • Prachtvoll ausgemalte Räume und Mosaikfußböden
  • Originale römische Skulpturen, Bronzen und zwei marmorne Götterthrone
  • Kleiner Weinberg unterhalb der Villa mit Blick über den Main

Über diesen Ort

Ein römisches Wohnhaus am Main, gelb gestrichen, mit rotem Sockel und einem Weinberg davor: Das Pompejanum in Aschaffenburg wirkt, als hätte jemand ein Stück Pompeji nach Unterfranken versetzt. Genau das war die Idee. König Ludwig I. von Bayern ließ die Villa ab 1840 nach dem Vorbild eines in Pompeji ausgegrabenen Hauses errichten, damit Kunstfreunde in Deutschland antike Wohnkultur studieren konnten, ohne nach Italien reisen zu müssen. Heute kannst du durch die farbenprächtig ausgemalten Räume gehen und zwischendurch echte römische Kunstwerke ansehen.

Geschichte: Ludwigs Lehrhaus der Antike

Vorbild war die Casa dei Dioscuri in Pompeji, benannt nach einer Wandzeichnung der Dioskuren im Eingangsbereich. Hofarchitekt Friedrich von Gärtner lieferte die Pläne, gebaut wurde von 1840 bis 1848. Das Pompejanum war nie als königliche Sommerresidenz gedacht, sondern als begehbares Anschauungsobjekt, ein Zeugnis der Antikenbegeisterung des 19. Jahrhunderts. Ganz streng hielt man sich trotzdem nicht ans Original: Wegen der Lage am Main kamen ein Aussichtspavillon im Obergeschoss und eine Freitreppe mit Säulenvorbau dazu, und das Atrium bekam wegen des Klimas ein Glasdach.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus schwer beschädigt, nach dem Krieg verschwanden Kunstwerke. Erst ab 1960 wurde es in mehreren Abschnitten wieder aufgebaut. Eine römische Büste, vermutlich von Sextus Pompeius, tauchte 2018 in Texas wieder auf und kehrte 2023 ins Museum zurück. Seit 1994 zeigt das Pompejanum originale römische Werke aus der Staatlichen Antikensammlung und Glyptothek München.

Was du sehen solltest

  • Atrium und Viridarium: Im Erdgeschoss liegen die Räume um zwei Höfe, das Atrium mit Wasserbecken und den begrünten Gartenhof. Fenster nach außen gibt es kaum, das Licht kommt von innen.
  • Wandmalereien und Mosaiken: Die Maler Christoph Friedrich Nilson, Joseph Schlotthauer und Joseph Schwarzmann kopierten oder variierten antike Vorbilder. Besonders eindrucksvoll ist das Sommer-Triclinium, das Speisezimmer, mit seinen roten und gelben Wandfeldern.
  • Die Antiken: Römische Marmorskulpturen, Kleinbronzen, Gläser und zwei seltene Götterthrone aus Marmor. Dazu ein bronzenes Militärdiplom, das dem Soldaten Octavius im Jahr 78 nach Christus das römische Bürgerrecht verlieh.
  • Obergeschoss: Kinderzimmer, Schlafzimmer und das Zimmer der Hausherrin, mit Alltagsgegenständen in Vitrinen, die vom Leben einer römischen Familie erzählen.
  • Außenfarben: „Pompeji-roter“ Sockel, maisgelbe Fassade und aufgemalte Quader, ganz in der Tradition antiker Häuser.

Jedes Jahr gibt es eine Sonderausstellung, 2026 zu Mischwesen der antiken Mythologie unter dem Titel „Antike Troublemaker“.

Öffnungszeiten und Eintritt (Stand: Oktober 2026)

  • 28. bis 31. März: 10–16 Uhr.
  • April bis 3. Oktober: 9–18 Uhr.
  • 4. bis 31. Oktober: 10–16 Uhr.
  • Montags geschlossen, außer an Ostermontag, 1. Mai, Pfingstmontag, 15. August und 3. Oktober. Letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schluss. Von November bis 27. März ist das Pompejanum geschlossen.

Der Eintritt kostet 7 €, ermäßigt 6 €. Die Kombikarte mit Schloss Johannisburg kostet 10 €, ermäßigt 8 €. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Wichtig: An der Kasse im Pompejanum ist nur Barzahlung möglich.

Anfahrt und Parken

Das Pompejanum steht an der Pompejanumstraße 5 im Schlossgarten, wenige Minuten zu Fuß von Schloss Johannisburg und der Altstadt. Mit dem Bus fährst du bis zur Haltestelle „Stadthalle“. Autofahrer parken am besten in einem der Parkhäuser im Stadtzentrum.

Tripto-Tipp

Kombiniere das Pompejanum mit Schloss Johannisburg, das Kombiticket lohnt sich. Für die Villa reichen 45 bis 60 Minuten. Geh danach durch den Schlossgarten hinunter zum Mainufer: Von dort siehst du das Pompejanum über dem kleinen Weinberg, dem traditionsreichsten der Stadt, und den Frühstückstempel daneben. Für Kinder gibt es eine kostenlose Smartphone-Führung durch das Haus.

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Verifiziert16. Oktober 2026

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