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Highlights

  • Domturm mit Aussichtsplattform
  • Wahlkapelle
  • Bartholomäusfries
  • Maria-Schlaf-Altar
  • Dommuseum

Audioguide

Station 8 von 14 · Diese Sehenswürdigkeit ist Station eines Audio-Spaziergangs

Frankfurt: Kaiser, Kurse und Ebbelwoi

„Der Dom, der kein Dom ist, und die Nacht, als die Glocken schmolzen.”

14 Stationen 90 Min. 3,2 km

Über diesen Ort

Der Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt am Main ist die größte Kirche der Stadt und einer der geschichtsträchtigsten Orte Deutschlands: Hier wählten die Kurfürsten über Jahrhunderte die römisch-deutschen Könige, und ab 1562 wurden in seinen Mauern die Kaiser gekrönt. Der rote Sandsteinbau mit seinem 95 Meter hohen Westturm prägt bis heute die Silhouette der Altstadt. Wer den Aufstieg auf den Domturm wagt, wird mit einem der schönsten Ausblicke über Main und Skyline belohnt.

Geschichte: Wahl- und Krönungskirche, Brand und Wiederaufbau

Der heutige Dom ist bereits die vierte Kirche an dieser Stelle. Ausgrabungen reichen bis ins 7. Jahrhundert zurück; die Pfalzkapelle war 794 Schauplatz einer Synode unter Karl dem Großen. 852 wurde eine Salvatorkirche geweiht, und schon 855 fand in Frankfurt die erste Königswahl statt. Seit 1239 ist der Apostel Bartholomäus Patron der Kirche – seine Schädeldecke wird bis heute im Domschatz verwahrt.

Gebaut wurde der gotische Dom im Wesentlichen zwischen 1250 und 1514. Die Goldene Bulle Karls IV. von 1356 legte die Ordnung der Königswahl verbindlich fest; ab 1438 traten die Kurfürsten dafür in der eigens genutzten Wahlkapelle am Chor zusammen. 1562 wurde Maximilian II. hier nicht nur gewählt, sondern auch gekrönt – eigentlich hätte das in Aachen geschehen sollen, doch der zuständige Kölner Erzbischof war gestorben und das Wetter machte die Reise unmöglich. Von da an blieb Frankfurt Krönungsort, bis zur letzten Kaiserkrönung von Franz II. am 14. Juli 1792.

Ein Wort zum Namen: Bischofskirche war der „Dom“ nie. Bis 1803 war er Stiftskirche, die Bezeichnung „Kaiserdom“ bürgerte sich wegen seiner Rolle bei Wahl und Krönung ein.

In der Nacht zum 15. August 1867 griff ein Feuer aus einer benachbarten Wirtschaft auf den Dachstuhl über. Die obere Hälfte des Turms und fast die gesamte Ausstattung verbrannten. Beim Wiederaufbau vollendete Dombaumeister Franz Josef Denzinger den Turm bis 1878 nach den erhaltenen mittelalterlichen Plänen Madern Gertheners – erst damit bekam er seine charakteristische Kuppel mit Laterne. Seit 1877 hängt im Turm ein neunstimmiges Geläut mit der fast 12 Tonnen schweren Gloriosa.

Beim schweren Luftangriff vom 22. März 1944 brannte das Innere erneut aus. Diesmal hatte man die wertvolle Ausstattung zuvor in Sicherheit gebracht, sodass sie nach dem Wiederaufbau ab 1948 zurückkehren konnte.

Was du im Dom sehen solltest

  • Westturm und Domturm-Plattform: Der Turm ist 95 Meter hoch, die Aussichtsplattform liegt auf 66 Metern. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis in Taunus und Odenwald.
  • Wahlkapelle: der Raum, in dem die Kurfürsten den König kürten.
  • Hoher Chor mit Bartholomäusfries: Die Wandmalereien von 1407 bis 1427 erzählen in 28 Szenen das Leben des Kirchenpatrons; der Chor blieb bei Brand und Krieg weitgehend verschont.
  • Maria-Schlaf-Altar (1438): vollständig erhaltener spätgotischer Altar in der Marienkapelle.
  • Kreuzabnahme: ein großes Gemälde, das der Überlieferung nach von Anthonis van Dyck stammt – unter Fachleuten ist das allerdings umstritten.
  • Dommuseum im Kreuzgang: der Domschatz im historischen Kreuzgang, mit Audioguide-App auf Deutsch und Englisch.

Tickets und Öffnungszeiten

Stand: Oktober 2026.

  • Dom: täglich 9–20 Uhr, Eintritt frei. Während der Gottesdienste bittet die Gemeinde, das Gebet nicht zu stören.
  • Domturm: April bis Oktober Montag 12–18 Uhr, Dienstag bis Samstag 10–18 Uhr, Sonn- und Feiertage 11–18 Uhr; November bis März Dienstag bis Freitag 10–17 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertage 11–17 Uhr. Letzter Aufstieg 30 Minuten vor Schluss. Eintritt 3 €, ermäßigt 2 €; am Wochenende mit der Ausstellung „Turm und Stadt“ in der Türmerstube 5 €, ermäßigt 3 €.
  • Dommuseum: Dienstag bis Freitag 10–17 Uhr, Wochenende und Feiertage 11–17 Uhr, montags geschlossen; 4 €, ermäßigt 3 €, Kinder bis 8 Jahre frei. Am letzten Samstag im Monat ist der Eintritt frei. Wegen einer neuen Sonderausstellung bleibt das Museum vom 12. bis 25. Oktober 2026 geschlossen.

Besichtigung, Kinder und Barrierefreiheit

Für den Dom selbst reichen 30 bis 45 Minuten, mit Turm und Museum solltest du zwei Stunden einplanen. Der Turmaufstieg führt über 328 Stufen einer engen Wendeltreppe, einen Aufzug gibt es nicht. Für Menschen mit Platzangst sowie Herz- oder Kreislaufproblemen ist er laut Dommuseum nicht empfohlen. Rucksäcke und große Taschen gibst du an der Kasse ab, Haustiere sind im Turm nicht erlaubt. Weil die Zahl der Personen oben begrenzt ist, musst du besonders am Wochenende mit Wartezeiten rechnen; bei sehr schlechtem Wetter bleibt der Turm zu.

Mit Kinderwagen ist der Turm wegen der Wendeltreppe nicht machbar; Kinder bis 8 Jahre besuchen das Dommuseum kostenlos. Der Haupteingang des Doms ist ebenerdig, die Türen sind allerdings schwer; eine rollstuhlgerechte Toilette liegt unter der Orgel.

Anfahrt und Parken

Der Dom liegt am Domplatz 1 mitten in der Altstadt. Mit der U-Bahn (U4, U5) fährst du bis Dom/Römer, mit der Straßenbahn (11, 12, 14) bis Römer/Paulskirche. Wer mit dem Auto kommt, parkt in der Tiefgarage Dom Römer in der Domstraße.

In der Nähe

Direkt westlich beginnt die Neue Frankfurter Altstadt mit dem Königsweg zum Römerberg – auf ihm zog der Krönungszug einst vom Dom zum Festmahl im Römer. In wenigen Minuten bist du am Eisernen Steg, das Goethe-Haus liegt rund zehn Minuten entfernt. Für einen Blick von noch weiter oben lohnt sich der Main Tower, und mit der U-Bahn erreichst du schnell den Zoo Frankfurt.

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Öffnungszeiten

Öffnungszeiten
Montag
9:00–20:00
Dienstag
9:00–20:00
Mittwoch
9:00–20:00
Donnerstag
9:00–20:00
Freitag
9:00–20:00
Samstag
9:00–20:00
Sonntag
9:00–20:00

Dom täglich 9–20 Uhr; Domturm April bis Oktober Mo 12–18, Di–Sa 10–18, So/Feiertage 11–18 Uhr, November bis März Di–Fr 10–17, Sa/So/Feiertage 11–17 Uhr (letzter Aufstieg 30 Minuten vor Schließung); Dommuseum Di–Fr 10–17, Sa/So/Feiertage 11–17 Uhr, 12.–25. Oktober 2026 geschlossen.

Tickets

Dom Eintritt frei; Domturm 3 €, ermäßigt 2 € (Sa/So/Feiertage mit Ausstellung Türmerstube 5 €, ermäßigt 3 €); Dommuseum 4 €, ermäßigt 3 €, Kinder bis 8 Jahre frei.

Adresse & Anfahrt

Domplatz 1, 60311 Frankfurt am Main

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Quellen und weiterführende Lektüre

Verifiziert10. Oktober 2026

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