Historische Orte & Gedenkstätten
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Oranienburg, Brandenburg
- Öffnungszeiten
- Eintritt frei
- 3–5 Std.
- Bei Regen
- Parkplatz
Historische Orte & Gedenkstätten
Oranienburg, Brandenburg
Die Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen in Oranienburg nördlich von Berlin erinnert an eines der großen Konzentrationslager des NS-Staates und an das sowjetische Speziallager, das nach 1945 auf demselben Gelände bestand. Auf dem weiten, offenen Areal, in erhaltenen Baracken und in mehreren Dauerausstellungen erfährst du, wie das Lagersystem funktionierte und wer die Menschen waren, die hier gelitten haben. Ein Besuch ist kein Ausflug im üblichen Sinn, sondern eine Begegnung mit Geschichte, die lange nachwirkt.
Häftlinge aus den Emslandlagern und aus Berlin mussten das Lager ab dem Sommer 1936 selbst errichten. Die SS plante Sachsenhausen als Modell- und Schulungslager: Der Häftlingsbereich wurde als Dreieck angelegt, in dessen Grundlinie der Wachturm Turm A steht, davor der halbkreisförmige Appellplatz. Von hier aus sollte das gesamte Gelände überwacht werden können. 1938 zog zudem die Inspektion der Konzentrationslager, also die Verwaltungszentrale des KZ-Systems, nach Oranienburg.
Zwischen 1936 und 1945 waren rund 177.000 Menschen aus über 40 Ländern im KZ Sachsenhausen inhaftiert, darunter politische Gegner, Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und Kriegsgefangene. Zehntausende starben an Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit, Misshandlungen und durch gezielte Mordaktionen; im Herbst 1941 erschoss die SS hier mehr als 10.000 sowjetische Kriegsgefangene. Als die SS das Lager am 21. April 1945 räumte, schickte sie rund 33.000 Häftlinge auf Todesmärsche. Sowjetische und polnische Einheiten erreichten das Lager am 22. und 23. April 1945 und befreiten rund 3.000 Zurückgebliebene.
Schon im Sommer 1945 richtete die sowjetische Geheimpolizei auf dem Gelände das Speziallager Nr. 7 (ab 1948 Nr. 1) ein. Bis 1950 waren dort rund 60.000 Menschen interniert, etwa 12.000 von ihnen starben. Die DDR eröffnete 1961 die Nationale Mahn- und Gedenkstätte, die nur einen kleinen Teil des früheren Lagers umfasste und die Geschichte stark politisch deutete. Seit 1993 gehört die Gedenkstätte zur Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und wurde grundlegend neu konzipiert.
Das Gelände ist in Themenbereiche gegliedert, in denen dezentrale Ausstellungen jeweils am historischen Ort erzählen, was dort geschah. Zu den zentralen Stationen gehören:
In der ehemaligen Häftlingsküche läuft während der Öffnungszeiten ein etwa 30-minütiger Film, der die Geschichte des Lagers in die Entwicklung von 1933 bis 1945 einordnet. Plane die Wege zwischen den Bereichen ein: Die Gedenkstätte besteht zu großen Teilen aus Freigelände.
Der Eintritt ist frei. Das Außengelände und die Ausstellungen sind im Sommerhalbjahr (laut Gedenkstätte 31. März bis 26. Oktober) täglich von 8.30 bis 18 Uhr geöffnet, im Winterhalbjahr täglich von 8.30 bis 16.30 Uhr. Das Besuchsinformationszentrum am Eingang öffnet täglich von 8.30 bis 17 Uhr (Stand: Oktober 2026).
Für einen individuellen Rundgang kannst du dort einen Audioguide für 3,50 € ausleihen, unter anderem auf Deutsch und Englisch; eine Reservierung ist nicht nötig. Führungen und Workshops für Gruppen werden über die Buchungsseite der Gedenkstätte angemeldet, wegen der großen Nachfrage am besten vier Monate im Voraus. Alternativ kannst du die kostenlose berlinHistory.app mit dem Angebot „Orte der Erinnerung in Brandenburg“ nutzen.
Rechne mit drei bis fünf Stunden, wenn du die wichtigsten Ausstellungen sehen möchtest. Kleidung nach Wetter, feste Schuhe und im Sommer Sonnenschutz sind sinnvoll, denn du bist viel draußen unterwegs. Im Besuchsinformationszentrum gibt es Schließfächer für mittelgroße Taschen, größere Koffer können nicht abgegeben werden. Im Neuen Museum gibt es ein Café.
Die Gedenkstätte weist ausdrücklich darauf hin, dass die Inhalte und Bilder in den Ausstellungen und auf dem Gelände für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet sind. Die pädagogischen Angebote richten sich an Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren. Wenn du mit Jugendlichen kommst, sprich vorher über den Ort und plane Pausen ein. Die Website der Gedenkstätte bietet Material zur Vor- und Nachbereitung.
Bitte denk daran, dass Sachsenhausen ein Friedhof und ein Ort der Trauer ist: ruhiges Verhalten, respektvolle Fotos und keine Selfie-Inszenierungen sind selbstverständlich. Fahrradfahren auf dem Gelände ist nicht erlaubt, Tiere dürfen nicht mitgebracht werden; ausgenommen sind Blindenführhunde.
Von Berlin aus erreichst du Oranienburg mit der S1 (ab Friedrichstraße rund 45 Minuten) oder schneller mit dem RE5 ab Berlin Hauptbahnhof (rund 25 Minuten); aus Ostkreuz und Lichtenberg fährt die RB12. Steig am Bahnhof Oranienburg aus, nicht in Sachsenhausen. Von dort sind es rund 20 Minuten zu Fuß, alternativ fahren die Buslinien 804 und 821 bis zur Haltestelle „Gedenkstätte“. Du brauchst ein Ticket für den Tarifbereich Berlin ABC, das Deutschlandticket gilt ebenfalls.
Mit dem Auto führt die Strecke über A111 und A10 bis zur Abfahrt Birkenwerder und weiter über die B96 nach Oranienburg; ab dort ist die Gedenkstätte ausgeschildert. Am Eingang gibt es einen Parkplatz. Lass dort keine Wertsachen oder Gepäck im Wagen, darauf weist die Gedenkstätte ausdrücklich hin.
Zeiten gültig bis 26. Oktober 2026
Außengelände und Ausstellungen im Sommer (31. März bis 26. Oktober) täglich 8.30–18 Uhr, im Winter (27. Oktober bis 30. März) täglich 8.30–16.30 Uhr; Besuchsinformationszentrum täglich 8.30–17 Uhr.
Eintritt frei; Audioguide 3,50 € pro Gerät (Gruppen ab 10 Geräten 2,50 €), Gruppenführungen nur mit Voranmeldung ab 50 €.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026