Schlösser & Paläste
Schloss Oranienburg
Oranienburg, Brandenburg
- 1,5–2,5 Std.
Schlösser & Paläste
Oranienburg, Brandenburg
Eine Prinzessin aus den Niederlanden, ein Jagdhaus an der Havel und ein Kurfürst, der seiner Frau ein ganzes Amt mit Dörfern schenkte: So beginnt die Geschichte von Schloss Oranienburg. Es ist das älteste Barockschloss der Mark Brandenburg und galt um 1700 als schönste unter den preußischen Residenzen. Heute zeigt das Schlossmuseum Porzellan, Silber und einen Kronleuchter aus Bernstein, von dem es weltweit nur drei Exemplare gibt. Die Stadt Oranienburg trägt bis heute den Namen des Schlosses.
An der Stelle des Schlosses stand eine 1288 erstmals erwähnte Burg im Ort Bötzow, später ein Jagdhaus der Kurfürsten. 1650 schenkte Kurfürst Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, das Amt Bötzow seiner Frau Louise Henriette von Oranien. Die Landschaft erinnerte sie an ihre niederländische Heimat. Von 1651 bis 1655 ließ sie durch Johann Gregor Memhardt einen Landsitz im holländischen Stil bauen. 1652 bekam das Schloss den Namen „die Oranienburg“, ein Jahr später auch der Ort. Im Lustgarten ließ die Kurfürstin Bäume, Blumen und Gemüse ziehen und führte dabei unter anderem Kartoffeln und Blumenkohl in der Mark ein.
Ihr Sohn, Kurfürst Friedrich III., ab 1701 König Friedrich I. in Preußen, baute das Schloss ab 1689 im Andenken an seine Mutter prachtvoll aus. Mitte des 18. Jahrhunderts erlebte es eine zweite Blüte unter Prinz August Wilhelm, einem Bruder Friedrichs des Großen, der 1758 hier starb. Danach folgte ein erstaunlicher Abstieg: Ab 1802 zog eine Baumwollfabrik ein, später eine Chemiefabrik. Der Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge entdeckte hier 1833 im Steinkohlenteer das Anilin und die Karbolsäure. Im selben Jahr zerstörte ein Brand große Teile des Mittelbaus. Später war das Schloss Lehrerseminar, in der NS-Zeit Kaserne der SS-Wachmannschaften des nahen KZ Sachsenhausen, in der DDR Kaserne der Grenztruppen. 1997 übernahm die Stadt das Schloss, seit 2001 ist hier das Schlossmuseum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.
2026 feiert das Museum sein 25-jähriges Bestehen. In der kostenlosen App „Sanssouci“ der Stiftung führt eine Tour zu 25 ausgewählten Kunstwerken, lade sie vor dem Besuch herunter und bring eigene Kopfhörer mit. Plane etwa eineinhalb Stunden für das Museum ein und geh danach durch den Schlosspark an die Havel. Die Gedenkstätte Sachsenhausen liegt nur gut zwei Kilometer entfernt und gehört für viele zu einem Besuch in Oranienburg dazu.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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