Burgen
Burg und Kloster Oybin
Kurort Oybin, Sachsen
- 1,5–3 Std.
Burgen
Kurort Oybin, Sachsen
Mitten im Zittauer Gebirge ragt ein Sandsteinfelsen etwa 120 Meter über das Dorf Oybin. Auf seinem Gipfel ließ Kaiser Karl IV. ab 1364 ein Wohnhaus für seinen Lebensabend bauen und stiftete wenige Jahre später ein Kloster, dessen gotische Kirche bis heute als hohe Ruine in den Himmel ragt. Maler der Romantik wie Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus machten den Oybin berühmt. Burg, Klosterruine und der kleine Bergfriedhof dazwischen bilden eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Oberlausitz.
Spuren einer ersten Besiedlung stammen aus der Bronzezeit. Urkundlich taucht der Oybin 1291 auf, als die Stadt Zittau eine Burg zerstörte, die Raubrittern als Stützpunkt diente. Ab 1311 wurde sie zu einer wehrhaften Anlage zum Schutz der Handelswege ausgebaut. 1364 errichtete Karl IV. das Kaiserhaus, 1369 übergab er den Berg den Cölestinermönchen. Die Klosterkirche entstand 1366 bis 1384 unter Mitwirkung der Prager Dombauhütte von Peter Parler. Zweimal belagerten Hussiten den Berg vergeblich, 1420 und 1429, danach galt er als uneinnehmbar. Mit der Reformation verließen die Mönche das Kloster, der letzte ging 1559 nach Zittau. 1577 setzte ein Blitzschlag die Kirche in Brand, 1681/82 zerstörte ein Felssturz weitere Teile, und die Talbewohner nutzten die Mauern als Steinbruch.
Während der Hussitenkriege wurde ein Teil des Domschatzes aus dem Prager Veitsdom auf dem Oybin in Sicherheit gebracht. Der Berg trägt auch eine Sage: Die Brüder Grimm und Ludwig Bechstein schrieben die Geschichte vom „Jungfernsprung“ auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg rettete Hermann Knobloch hier das fast zerstörte Große Zittauer Fastentuch von 1472. Bis zu 100.000 Menschen steigen jedes Jahr auf den Berg.
Thematische Führungen, etwa abends mit Fackeln, gibt es auf Anfrage.
Der Aufstieg beginnt in der Ortsmitte von Oybin, führt an der Bergkirche vorbei und dauert etwa 15 Minuten. Eine schöne Variante geht durch die Ritterschlucht, einen schmalen Felsspalt. Am stimmungsvollsten reist du mit der Schmalspurbahn aus Zittau an, die seit 1890 nach Oybin fährt.
Plane zwei bis drei Stunden für Aufstieg, Ruinen und Ausstellungen ein. Gehe nach dem Eingang zuerst den Rundweg um das Plateau, dann siehst du, wie Burg und Kloster mit dem Felsen verwachsen sind. Festes Schuhwerk lohnt sich, die Wege über Treppen und Sandstein sind uneben. Im Juli findet in ungeraden Jahren ein mittelalterliches Burg- und Klosterfest statt, in geraden die „Klosternacht“.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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