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Highlights

  • Untermarkt mit Flüsterbogen
  • Peterskirche mit Sonnenorgel
  • Reichenbacher Turm
  • Altstadtbrücke nach Zgorzelec
  • Jugendstil-Kaufhaus

Über diesen Ort

Die Altstadt von Görlitz gehört zu den am besten erhaltenen historischen Stadtkernen Mitteleuropas und ist eine der großen Sehenswürdigkeiten Sachsens. Rund um Untermarkt, Obermarkt und Peterskirche reihen sich Bauten aus der Spätgotik, der Renaissance, dem Barock und dem Jugendstil, die den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstanden haben. Dazu kommt die besondere Lage an der Neiße: Über eine Fußgängerbrücke spazierst du in wenigen Minuten nach Polen. Für einen Tagesausflug oder ein langes Wochenende lohnt sich die östlichste Stadt Deutschlands allemal.

Geschichte: reiche Tuchhändler und eine geteilte Stadt

Görlitz verdankt seine prächtigen Häuser dem Handel. Die Stadt lag an der Via Regia, einer der wichtigsten Handelsstraßen zwischen Ost und West, und Kaufleute wurden hier mit Tuch und dem Färbemittel Waid wohlhabend. Davon erzählen bis heute die sogenannten Hallenhäuser mit ihren hohen Innenhallen und die reich verzierten Portale am Untermarkt.

Das Rathaus wird bereits 1369 erstmals erwähnt; die Stadt kaufte dafür nach und nach Bürgerhäuser auf. Im Jahr 1525 errichtete Ratsbaumeister Wendel Roskopf der Ältere den Schönhof, das älteste Renaissancegebäude der Stadt. Sein Sohn Jonas Roskopf baute 1600 die Ratswaage an der Südostecke der Häuserzeile in der Mitte des Untermarkts.

Seit 1945 bildet die Neiße die Grenze: Der östliche Stadtteil gehört seitdem zu Polen und heißt Zgorzelec. Am 20. Oktober 2004 wurde die neu gebaute Altstadtbrücke eröffnet, die beide Stadthälften für Fußgänger wieder verbindet. Nach der Wende wurde Görlitz Modellstadt der Stadtsanierung, viele Häuser wurden seither aufwendig restauriert. Mit fast 4000 Baudenkmälern gilt Görlitz heute als eines der größten Flächendenkmale Deutschlands.

Was du in der Görlitzer Altstadt sehen solltest

  • Untermarkt: Der historische Mittelpunkt mit Rathaus samt Turmuhren und Freitreppe, Laubengängen, Neptunbrunnen, Ratswaage und der barocken Börse, in der heute ein Hotel untergebracht ist. Im Haus Untermarkt 22 findest du den berühmten Flüsterbogen: Flüsterst du auf einer Seite in den Steinbogen, versteht man dich auf der anderen deutlich.
  • Schönhof: Das Renaissancehaus am Untermarkt beherbergt heute das Schlesische Museum.
  • Peterskirche (St. Peter und Paul): Die spätgotische Hallenkirche mit ihren zwei spitzen Türmen prägt die Silhouette über der Neiße. Berühmt ist die Sonnenorgel von Eugenio Casparini, die sogar Tierstimmen nachahmen kann; laut Stadt erklingt sie mittags.
  • Obermarkt und Reichenbacher Turm: Der große, langgestreckte Platz ist Startpunkt vieler Stadtführungen am Georgsbrunnen. Der 51 Meter hohe Reichenbacher Turm ist der höchste der Görlitzer Wehrtürme; über 165 Stufen steigst du zur Aussicht hinauf.
  • Barockhaus Neißstraße: Hier lohnt der historische Bibliothekssaal, den die Stadt als „Mona Lisa von Görlitz“ bezeichnet.
  • Jugendstil-Kaufhaus: Das historische Warenhaus nahe dem Marienplatz kennst du vielleicht aus dem oscarprämierten Film „Grand Budapest Hotel“.
  • Heiliges Grab: Die Anlage gilt laut Stadt als originalgetreueste Nachbildung des Heiligen Grabes in Jerusalem.

Weil Görlitz so viele unverbaute Straßenzüge hat, ist die Stadt eine beliebte Filmkulisse. Der Spitzname „Görliwood“ kommt nicht von ungefähr; ein kostenloser Audioguide führt dich zu den Drehorten.

Besichtigung und Tipps

Für einen ersten Rundgang durch die Altstadt solltest du mindestens zwei bis drei Stunden einplanen, mit Turm, Museum und Abstecher nach Zgorzelec gerne einen ganzen Tag. Ein guter Ablauf: morgens Kaffee am Untermarkt, mittags zur Orgel in die Peterskirche, danach über die Altstadtbrücke nach Polen und zurück entlang der Neiße.

Besonders voll wird es am letzten Augustwochenende beim Altstadtfest mit Gauklern, Musik und einem Feuerwerk auf dem Obermarkt. Ruhiger und mit schönem Licht ist ein Besuch im Frühjahr oder Herbst. Die Görlitz-Information am Obermarkt 32 vermittelt Stadtführungen, verleiht E-Bikes und verkauft Fahrkarten. Familien können dort kostenlos einen Entdecker-Rucksack ausleihen.

Tickets und Öffnungszeiten

Die Altstadt ist jederzeit frei zugänglich, der Bummel kostet nichts. Für den Reichenbacher Turm zahlst du laut Entgeltverzeichnis der Görlitzer Sammlungen 5 € (ermäßigt 3 €), Tickets gibt es an der Kasse im Kaisertrutz gegenüber. Eine Kombikarte für Kaisertrutz, Reichenbacher Turm und Barockhaus gilt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen und kostet 14 € (ermäßigt 10 €). Die Turmöffnungszeiten wechseln saisonal, prüfe sie vorab bei den Görlitzer Sammlungen. Stand: Oktober 2026.

Anfahrt und Parken

Mit dem Auto erreichst du Görlitz über die A4 (Abfahrt Görlitz, Nr. 94) und folgst dann der B6 und B99 Richtung Zentrum und Altstadt. Ein stadtweit gültiges 24-Stunden-Parkticket kostet 10 €, bezahlen kannst du am Automaten nur mit Münzen. Ein Parkleitsystem zeigt freie Plätze an.

Mit der Bahn fährst du von Dresden mit den Regionalzügen über Bautzen nach Görlitz; das Deutschlandticket gilt in diesen Zügen. Vom Bahnhof gehst du zu Fuß durch die Gründerzeitviertel in die Altstadt. Der nächste große Flughafen ist Dresden in rund 90 km Entfernung.

Mit Kindern und Barrierefreiheit

Kinder haben Spaß am Flüsterbogen, an den Turmaufstiegen und an den Sagen der Stadt, etwa vom Nachtschmied oder vom dreibeinigen Hund. Bedenke, dass die Gassen überwiegend mit Kopfsteinpflaster belegt sind. Reichenbacher Turm und Nikolaiturm sind nicht barrierefrei. Hunde an der Leine sind in der Altstadt kein Problem, in Museen und Kirchen solltest du vorher fragen.

In der Nähe

  • Zgorzelec: der polnische Stadtteil direkt hinter der Altstadtbrücke
  • Landeskrone: der Hausberg mit weitem Blick über die Oberlausitz
  • Berzdorfer See: rund 960 Hektar großer See, mit dem Rad etwa 15 Minuten vom Zentrum über den Oder-Neiße-Radweg
  • Naturschutztierpark Görlitz: Ausflugsziel für Familien
  • Zittauer Gebirge: Wandern und Klettern im Süden der Oberlausitz

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Öffnungszeiten

Öffnungszeiten
Montag
0:00–24:00
Dienstag
0:00–24:00
Mittwoch
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Donnerstag
0:00–24:00
Freitag
0:00–24:00
Samstag
0:00–24:00
Sonntag
0:00–24:00

Die Altstadt mit Unter- und Obermarkt ist rund um die Uhr frei zugänglich; die Görlitz-Information am Obermarkt 32 hat Montag bis Freitag 9–18 Uhr, Samstag 9–17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen 9–14:30 Uhr geöffnet (saisonale Anpassungen möglich).

Tickets

Eintritt frei; der Aufstieg auf den Reichenbacher Turm kostet laut Entgeltverzeichnis 2026 5 € (ermäßigt 3 €), Kombikarte für Kaisertrutz, Reichenbacher Turm und Barockhaus an zwei Tagen 14 € (ermäßigt 10 €).

Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.

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Quellen und weiterführende Lektüre

Verifiziert10. Oktober 2026

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