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Highlights

  • Neues Schloss
  • Schlossturm mit Aussicht
  • Englische Brücke
  • Ausstellung „Pückler! Pückler?“
  • Polnischer Parkteil

Über diesen Ort

Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau in der sächsischen Oberlausitz ist einer der bedeutendsten Landschaftsgärten Europas – und ein Park, der zwei Länder verbindet. Auf rund 830 Hektar erstreckt er sich zu beiden Seiten der Neiße, etwa zwei Drittel liegen in Polen. Seit 2004 gehört der Muskauer Park zum UNESCO-Welterbe. Mittelpunkt ist das himbeerrote Neue Schloss. Wer weite Wiesen, alte Bäume und Gartenkunst im englischen Stil liebt, findet hier einen der schönsten Parks Deutschlands.

Geschichte: Pücklers Lebenswerk

Hermann von Pückler-Muskau begann 1815 zusammen mit dem Gärtner Jacob Heinrich Rehder, seine Standesherrschaft in eine idealisierte Landschaft zu verwandeln. Er ließ Hügel modellieren, Wasserläufe anlegen und Sichtachsen schaffen, die den Blick scheinbar zufällig auf Gebäude, Baumgruppen und die Neiße lenken. Seine aufwendigen Pläne verschlangen jedoch Unsummen: 1845 musste Pückler Muskau wegen seiner Schulden verkaufen und zog nach Branitz bei Cottbus, wo er einen zweiten berühmten Park anlegte. Sein Schüler Eduard Petzold führte die Arbeiten in Muskau fort.

Bis 1945 gehörte das Anwesen der Familie von Arnim, unter der der Park weiter wuchs. Im April 1945 wurde er bei Kämpfen schwer beschädigt, und nach Kriegsende wurde er durch die neue Grenze an der Neiße geteilt. Der deutsche Teil wurde ab den 1960er-Jahren wiederhergestellt, der polnische ab den 1990er-Jahren in deutsch-polnischer Zusammenarbeit. Heute ist der Muskauer Park eines der wenigen grenzüberschreitenden Welterbestätten.

Das Neue Schloss

Das Schloss steht an der Stelle einer Burg, die schon 1245 urkundlich erwähnt wird. Zu Pücklers Zeiten war es eine schlichte, hellgelb verputzte Dreiflügelanlage. Den Namen „Neues Schloss“ wählte Pückler übrigens, um Besucher zu beeindrucken: Er nannte das frühere Eingangsgebäude „Altes Schloss“ – so besaß er gleich zwei Schlösser. Unter Prinz Friedrich der Niederlande erhielt das Gebäude 1863–1867 seine verspielten Neorenaissance-Verzierungen, seit etwa 1925 leuchtet es himbeerrot.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs brannte das Schloss nach einer Brandstiftung völlig aus und stand fünf Jahrzehnte als Ruine im Park. Der Wiederaufbau begann 1996 und war 2013 abgeschlossen. Weil fast alles im Inneren neu ist, wirkt das Schloss heute modern; nur die Bibliothek im Erdgeschoss wurde exakt nach alten Fotos rekonstruiert.

Was du sehen solltest

  • Ausstellung „Pückler! Pückler? Einfach nicht zu fassen!“: Die Dauerausstellung im Neuen Schloss stellt den exzentrischen Fürsten, Reiseschriftsteller und Gartenkünstler vor.
  • Schlossturm: Im Turm zeigt die Ausstellung „Das Städtchen Muskau“ die Geschichte des Ortes, oben erwartet dich ein Rundblick über den Park bis auf die polnische Seite.
  • Parklandschaft mit Neiße-Brücken: Über mehrere Brücken, etwa die Englische Brücke, spazierst du ohne Grenzkontrolle nach Polen. Nimm trotzdem einen Personalausweis oder Reisepass mit.
  • Bergpark und Badepark: Weitere Teile des Parks zeigen, wie vielfältig Pücklers Landschaftsbilder sind.

Öffnungszeiten, Eintritt und Führungen

Stand: Oktober 2026:

  • Park: ganzjährig frei zugänglich, Eintritt frei
  • Tourismuszentrum: 1. April bis 31. Oktober 2026 täglich 10–18 Uhr
  • Neues Schloss mit Ausstellungen: in der Saison täglich ab 10 Uhr; für die Ausstellungen zahlst du Eintritt. Aktuelle Preise erfährst du beim Tourismuszentrum (Telefon +49 35771 63100).

Das Tourismuszentrum bietet regelmäßig Führungen durch den Landschaftsgarten an und ist auch Startpunkt dafür; Gruppen buchen vorab. In der Saison kannst du im Schlossvorwerk Fahrräder leihen – die beste Art, die weitläufige Anlage in ein paar Stunden zu erkunden.

Wichtig: Ein schweres Unwetter hat den Park am 4. August 2026 stark getroffen. Die Schäden sind laut Stiftung noch nicht vollständig beseitigt. Bleib auf den Wegen und setz dich nicht unter Bäume, da noch abgebrochene Äste herabfallen können.

Anfahrt und Parken

Mit Bahn und Bus: Mit der ODEG fährst du bis Weißwasser, dann mit der Buslinie 80 bis zur Haltestelle „Kirchplatz“. Von April bis Oktober verkehrt außerdem die Waldeisenbahn zwischen Weißwasser und Bad Muskau – ein Erlebnis für sich.

Mit dem Auto: Aus Berlin und Cottbus über die A15 und B115, aus Dresden und Bautzen über die A4 und B156. Der gebührenpflichtige Besucherparkplatz liegt am Neißedamm: bis 3 Stunden 2,50 €, bis 6 Stunden 4 €, bis 12 Stunden 5 €.

Adresse: Neues Schloss, 02953 Bad Muskau.

Hunde, Barrierefreiheit und Tipps

Hunde sind willkommen, müssen aber an der kurzen Leine bleiben. Die Ausstellungsräume im Neuen Schloss sind barrierefrei, ein Treppenlift und ein Aufzug führen in die oberen Etagen. Der Turm ist nicht barrierefrei, die Parkwege sind größtenteils sandig, im östlichen Teil geht es bergauf.

Plane mindestens einen halben Tag ein, mit Fahrrad und Abstecher auf die polnische Seite gern mehr. Wer Pückler-Fan geworden ist, besucht anschließend den Branitzer Park in Cottbus. Auch im Herbst ist im Schloss etwas los: Im Oktober 2026 stehen etwa ein Muskauer Schlossgespräch (15. Oktober) und eine Fachtagung der Muskauer Schule über Pilze in historischen Gärten (22. bis 24. Oktober) auf dem Programm.

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