Burgen
Veste Oberhaus
Passau, Bayern
- 2–3 Std.
Burgen
Passau, Bayern
Von der Passauer Altstadt aus siehst du sie ständig: Hoch über dem linken Donauufer liegt die Veste Oberhaus, und auf ihrer Fassade prangt groß die Jahreszahl 1499, geschrieben mit der mittelalterlichen „halben Acht“ als Vier. Die Burg thront 105 Meter über dem Tal auf dem Georgsberg zwischen Donau und Ilz. Wer hinaufsteigt, wird mit dem bekanntesten Blick der Stadt belohnt: auf die Altstadt-Halbinsel und den Zusammenfluss von Inn, Donau und Ilz.
Gegründet wurde die Burg 1219 von Ulrich II., dem ersten Passauer Fürstbischof, um eine schon bestehende Georgskapelle herum. Sie sollte die 1217 gewonnene Reichsfürstenwürde der Bischöfe sichtbar machen und sie auch vor den eigenen Bürgern schützen, die lieber eine freie Reichsstadt gewesen wären. Fünf Belagerungen zwischen 1250 und 1482 überstand die Festung, darunter zwei Aufstände der Passauer, 1298 und 1367. Über die Jahrhunderte wuchs sie von der gotischen Burg zum Renaissance-Schloss und schließlich zur barocken Landesfestung, weshalb du hier Festungsbau vom 13. bis zum 19. Jahrhundert ablesen kannst.
Eine dunkle Seite hat der Kerker: Zwischen 1535 und 1540 saßen hier zahlreiche Täufer gefangen. In der Haft entstand der „Ausbund“, ein Gesangbuch, das die Amischen bis heute in ihren Gottesdiensten verwenden. Nach der Säkularisation 1802 diente Oberhaus der bayerischen Armee als Festung, Militärstrafanstalt und Staatsgefängnis für politische Gefangene, bis 1918 hieß sie deshalb die „Bastille Bayerns“. 1932 übernahm die Stadt Passau die Anlage und richtete das Oberhausmuseum ein.
Das Museum ist vom 15. März bis 15. November 2026 Montag bis Freitag 9–17 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen 10–18 Uhr geöffnet, außerdem vom 25. Dezember 2026 bis 6. Januar 2027 täglich 10–16 Uhr. Der Aussichtsturm ist vom 28. März bis 8. November 2026 offen und bleibt bei Unwetter geschlossen. Der Eintritt kostet 7 €, ermäßigt 5 €, die Familienkarte für zwei Erwachsene 14 €, Kinder unter 6 Jahren sind frei. Das Ticket gilt für alle Ausstellungen, den Aussichtsturm, die Georgskapelle und die Batterie Linde. Mit gültigem Bahn- oder Pendelbus-Ticket zahlst du den ermäßigten Preis.
Hunde sind im Museum nicht erlaubt, im Freigelände nur an der Leine. Das Außengelände und die meisten Ausstellungsräume sind nicht barrierefrei.
Geh zu Fuß hinauf und nimm für den Rückweg den Pendelbus, oder umgekehrt. Für Museum, Turm und Aussichtspunkte solltest du zwei bis drei Stunden einplanen. Die schönsten Fotos von der Burg selbst machst du übrigens unten von der Altstadt aus, etwa vom Donauufer am Rathausplatz, besonders am späten Nachmittag.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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