Natur
Uttewalder Grund mit Felsentor
Lohmen, Sachsen
- 1–2 Std.
Natur
Lohmen, Sachsen
Zwischen moosgrünen Sandsteinwänden wird der Weg immer schmaler, bis du schließlich unter tonnenschweren Felsblöcken hindurchgehst, die irgendwann von oben herabgestürzt und zwischen den Wänden steckengeblieben sind. Das Felsentor im Uttewalder Grund gehört zu den ältesten Bildmotiven der Sächsischen Schweiz: Caspar David Friedrich hielt sich um 1800 hier auf und zeichnete das Tor, später auch der norwegische Maler Johan Christian Clausen Dahl. Heute führt der Malerweg durch die Schlucht, und die Wanderung zwischen Lohmen und Stadt Wehlen ist eine der schönsten kurzen Touren im Elbsandsteingebirge.
Ein „Grund“ ist in der Sächsischen Schweiz ein enges, tief eingeschnittenes Tal, ob mit Bach oder ohne. Der Uttewalder Grund entstand in der letzten Kaltzeit, als Schmelzwasser vorhandene Klüfte im Sandstein zu einer Schlucht vertiefte. Benannt ist er nach dem Dorf Uttewalde direkt nördlich davon. Um 1800 führte nur ein schmaler Pfad hindurch, 1804 beschrieb ein Chronist ihn als „wenig betretenen Fußsteig“. 1835 wurde der Weg verbreitert und mit Brücken versehen, die Jahreszahl ist unweit des Felsentors in den Stein gemeißelt. 1837 eröffnete die Gaststätte „Waldidylle“ als Sommerwirtschaft.
Bis zum Bau der Elbtalbahn 1851 war die Route von Pillnitz über den Liebethaler Grund, Lohmen und den Uttewalder Grund zur Bastei der wichtigste Zugang in die Sächsische Schweiz. Reisende und Künstler kamen also fast alle hier vorbei, und viele beschrieben die Schlucht in ihren Reiseberichten. Seit 1990 gehört der Grund zum Nationalpark Sächsische Schweiz.
Eine botanische Besonderheit hatte der Grund auch: 1847 wurde hier der Englische Hautfarn entdeckt, der östlichste bekannte Standort dieser seltenen Farnart. Etwa 70 Jahre später war er verschwunden.
Die klassische Tour beginnt an der Bushaltestelle Lohmen Meißner Hochland und folgt dem Malerweg über Basteistraße, Uttewalder Straße und Brückwaldweg in den Schleifgrund. Am Felsentor wird das Tal am engsten, danach geht es durch den Uttewalder und den Wehlener Grund hinunter nach Stadt Wehlen an der Elbe. Die Strecke ist rund 5,9 Kilometer lang, leicht und in etwa 1:40 Stunden zu schaffen. Unterwegs lohnt ein kurzer Abstecher in die Teufelsschlüchte, am Ende der Blick von der Burgruine Wehlen über das Elbtal.
Die Wege werden im Winter nicht geräumt, bei Eis brauchst du Grödel. Nach Regen sind die Steine im Grund rutschig, feste Schuhe sind Pflicht.
Für ruhige Bilder komm früh am Tag. Für das Foto stellst du dich am besten etwas unterhalb des Tors auf, damit Menschen auf dem Weg die Größe der Blöcke zeigen. Wer mehr Zeit hat, verbindet die Tour mit der Bastei, die über Wanderwege von hier aus erreichbar ist.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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