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Highlights

  • Vier gotische Stadttore aus Backstein, das höchste 31,8 m
  • Friedländer Tor mit erhaltenem Zingel, 88 m lang
  • Adorantinnen am Stargarder und am Neuen Tor
  • 25 wiederaufgebaute Wiekhäuser in der Mauer
  • Fangelturm, einst Stadtgefängnis
  • Rundweg durch die grüne Wallanlage

Über diesen Ort

Neubrandenburg nennt sich Vier-Tore-Stadt, und das zu Recht. Rund um die Altstadt steht noch fast vollständig ein mittelalterlicher Mauerring mit vier Stadttoren aus Backstein, deren verspielte Giebel zu den schönsten Bauten der norddeutschen Backsteingotik gehören. Die Stadtmauer gilt als besterhaltene Stadtbefestigung der Backsteingotik in Europa, früher sprach man sogar vom „Rothenburg des Nordens“. Für einen Rundgang brauchst du keinen Eintritt, nur gute Schuhe und etwas Zeit.

Geschichte: vier Tore für eine Planstadt

Am 4. Januar 1248 beauftragte Markgraf Johann I. von Brandenburg seinen Ritter Herbord von Raven, die Stadt anzulegen. Zunächst schützten Palisaden, Wall und Gräben die junge Siedlung. Ab etwa 1300 entstand die steinerne Mauer, am Ende 2,3 Kilometer lang und bis zu 7,5 Meter hoch. Dazu kamen 57 Wiekhäuser, kleine Wehrbauten in der Mauer, zwei Wehrtürme und zunächst drei, später vier Tore mit Vortoren und Zwingern.

1631 stürmten die Truppen des kaiserlichen Feldherrn Tilly die Stadt, danach verlor die Mauer ihre Bedeutung als Festung und diente nur noch als Zollgrenze. Aus vielen Wiekhäusern wurden kleine Fachwerkwohnungen für ärmere Leute. Seit den 1970er-Jahren baute man 25 Wiekhäuser an ihren historischen Standorten neu auf, ab 1993 wurden Mauer und Türme saniert. Eine Bewerbung als UNESCO-Welterbe wurde 2010 zunächst zurückgestellt.

Die vier Tore

  • Friedländer Tor: Im Nordosten, erbaut in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Mit Haupttor, Vortor und dem erhaltenen Zingel, einem vorgelagerten Wehrbau, ist die Anlage 88 Meter lang und die vollständigste der vier. Hier drang Tilly 1631 in die Stadt ein. Heute sind im Fachwerk zwischen den Toren das Torcafé und ein Sitz des Standesamts.
  • Stargarder Tor: Im Süden, das Haupttor wurde dendrochronologisch auf 1311 datiert. Auf der Stadtseite strecken neun Figuren mit Köpfen und Händen aus Terrakotta, die Adorantinnen, die Arme aus. Woher sie stammen und was sie bedeuten, weiß niemand.
  • Neues Tor: Im Osten, als letztes Tor in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gebaut und das einzige ohne Vortor. Auch hier grüßen acht Adorantinnen die Stadt.
  • Treptower Tor: Im Westen, Mitte des 14. Jahrhunderts, mit 31,8 Metern das höchste Tor. Seit 1872 nutzt es das Regionalmuseum, die Ausstellung zur Ur- und Frühgeschichte ist derzeit wegen Sanierung geschlossen.

Was du außerdem sehen solltest

Der Fangelturm im Norden diente bis ins 19. Jahrhundert als Stadtgefängnis. Die Wallanlage vor der Mauer ist heute ein grüner Park, auf dem du die Stadt einmal umrunden kannst. In der Altstadt lohnt die Konzertkirche, die wiederaufgebaute Marienkirche, mit der Ausstellung „Wege zur Backsteingotik“. Die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte zeigt das Regionalmuseum im ehemaligen Franziskanerkloster, mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Tripto-Tipp

Starte am Bahnhof im Norden und folge dem Wall im Uhrzeigersinn: Friedländer Tor, Neues Tor, Stargarder Tor, Treptower Tor. Achte an Stargarder und Neuem Tor auf die Stadtseite, denn nur dort sind die Adorantinnen zu sehen. Für den ganzen Rundgang mit Pausen solltest du zwei Stunden einplanen. Im Sommer feiert die Stadt das Vier-Tore-Fest.

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