Museen
Historisch-Technisches Museum Peenemünde
Peenemünde, Mecklenburg-Vorpommern
- Öffnungszeiten
- 2–4 Std.
- Familienfreundlich
- Bei Regen
- Parkplatz
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Peenemünde, Mecklenburg-Vorpommern
Das Historisch-Technische Museum Peenemünde im Norden der Insel Usedom erzählt eine der folgenreichsten und zugleich dunkelsten Geschichten der deutschen Technik: Hier entwickelten Ingenieure ab 1936 die ersten Marschflugkörper und Großraketen, gebaut für den Krieg und vielfach von Zwangsarbeitern gefertigt. Das Museum im gewaltigen ehemaligen Kraftwerk verbindet Technikgeschichte mit Erinnerung an die Opfer. Ein Besuch lohnt sich für alle, die verstehen wollen, wie eng Raumfahrt und Rüstung miteinander verwoben sind.
Von 1936 bis 1945 waren die Versuchsanstalten Peenemünde laut Museum das größte militärische Forschungszentrum Europas. Auf einer Fläche von rund 25 Quadratkilometern arbeiteten zeitweise bis zu 12.000 Menschen. In der Heeresversuchsanstalt unter der technischen Leitung von Wernher von Braun entstand die Rakete A4, in der benachbarten Erprobungsstelle der Luftwaffe der Marschflugkörper Fi 103. Die NS-Propaganda nannte beide „Vergeltungswaffen“, bekannt als V1 und V2. Ab 1944 wurden sie gegen Städte in Westeuropa eingesetzt; die Serienfertigung der A4 erfolgte unter mörderischen Bedingungen durch KZ-Häftlinge im unterirdischen Werk Mittelbau-Dora.
Am 3. Oktober 1942 gelang in Peenemünde der erste erfolgreiche Start einer A4, die dabei als erstes von Menschen gebautes Objekt in eine Höhe von über 80 Kilometern vordrang. In der Nacht vom 17. auf den 18. August 1943 bombardierte die britische Royal Air Force die Anlagen; danach wurde die Raketenproduktion in unterirdische Stollen im Harz verlagert. Viele Bauten wurden nach dem Krieg gesprengt, das Gelände blieb bis 1990 militärisches Sperrgebiet der NVA.
Nach dem Krieg arbeiteten Peenemünder Fachleute in den USA, der Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich weiter. Von Braun und viele frühere Mitarbeiter bauten später für die NASA die Saturn-V-Mondrakete. Genau dieses Spannungsfeld zwischen Ingenieursleistung und Verbrechen steht im Mittelpunkt der Ausstellung.
Das Museum öffnete am 9. Mai 1991 zunächst in der Bunkerwarte. Nach Kritik an einer zu technikverliebten ersten Schau entstand eine wissenschaftlich erarbeitete Dauerausstellung, die seit 2000/2001 im Kraftwerk zu sehen ist. Seit der Eröffnung kamen mehr als 6,5 Millionen Besucherinnen und Besucher. 2013 erhielt das Haus den Europa-Nostra-Preis für die Restaurierung des Kraftwerks, und es ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur.
Stand: Oktober 2026, laut offizieller Website:
Plane für Ausstellung, Kraftwerk und Dach zwei bis drei Stunden ein. Wer Teile der Denkmal-Landschaft mit dem Fahrrad erkunden möchte, braucht einen halben Tag mehr. In der Hochsaison lohnt ein früher Besuch, am Nachmittag kommen viele Tagesgäste von den Usedomer Badeorten. Bei Regen ist das Museum eine gute Alternative zum Strand. Für Kinder ab dem Schulalter ist es spannend, das Thema Krieg und Zwangsarbeit solltest du aber vorher besprechen.
Laut Museum ist das Denkmal baulich bedingt nicht vollständig barrierefrei, mit Hilfe des Personals sind jedoch alle Ausstellungsbereiche erreichbar. Einen Wickelraum, Museumsshop sowie Snacks und Getränke gibt es vor Ort. Hunde dürfen an der Leine ins Freigelände, in die Ausstellungsräume nur Assistenzhunde.
Peenemünde liegt an der Nordspitze Usedoms. Die Usedomer Bäderbahn fährt über Zinnowitz bis zum Bahnhof Peenemünde, von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß zum Museum. Mit dem Auto kommst du über die Brücke in Wolgast auf die Insel und weiter über Karlshagen nach Peenemünde. Am Museumsgelände gibt es Parkplätze.
Zeiten gültig bis 31. Oktober 2026
April bis September täglich 10–18 Uhr, Oktober bis März täglich 10–16 Uhr, von November bis März montags geschlossen.
Erwachsene 15 €, ermäßigt 12 €, Kinder ab 6 Jahren im Familienverbund 2,50 €, Schüler im Klassenverbund 4,50 €; inklusive aller Ausstellungen, Kino und Aussichtsplattform, Audioguide 3 €.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026