Küste & Inseln
Seebrücke Sellin
Sellin, Mecklenburg-Vorpommern
- 1–3 Std.
- Familienfreundlich
- Parkplatz
Küste & Inseln
Sellin, Mecklenburg-Vorpommern
Die Seebrücke Sellin ist das wohl meistfotografierte Motiv Rügens: ein weißer Brückenhaus-Palast im Stil der Bäderarchitektur, der auf Stelzen über der Ostsee steht. Mit 394 Metern ist sie die längste Seebrücke der Insel. Am Ende der Prachtstraße Wilhelmstraße führt eine Treppe vom Hochufer hinunter zum Strand und auf die Brücke – zum Flanieren, Essen über dem Wasser und für einen Abstecher in die Tauchgondel.
Der Ausbau Sellins zum Seebad begann Ende des 19. Jahrhunderts, als Fürst Wilhelm Malte zu Putbus 1895 die Wilhelmstraße anlegen ließ. 1906 folgte die erste Seebrücke, gut 500 Meter lang und mit Restaurant. Eisgang und ein Brand setzten ihr in den folgenden Jahren schwer zu, Mitte der 1920er-Jahre entstand eine neue Brücke mit Plattform und Konzertsaal. Der Eiswinter 1941/42 zerstörte sie weitgehend, nur das Brückenhaus blieb stehen; zu DDR-Zeiten war darin ein Tanzlokal untergebracht. 1974 wurde es geschlossen, 1978 abgerissen.
Nach der Wende setzten sich Selliner – allen voran der Fotograf Hans Knospe – für den Wiederaufbau ein. Ab 1992 entstand die Brücke nach historischem Vorbild neu, am 2. April 1998 eröffnete das Brückenhaus mit Restaurant. Seit 2008 gehört eine Tauchgondel am Brückenkopf dazu.
Die Seebrücke selbst kannst du kostenlos betreten. Für die Tauchgondel zahlst du 12 € (Erwachsene), 7 € (Kinder bis 15 Jahre) und 8 € mit Schwerbehindertenausweis; Familien zahlen 25 bis 29 € je nach Kinderzahl. Ab 1. September 2026 ist die Gondel Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 19 Uhr geöffnet (Stand: Oktober 2026). Die Zeiten wechseln je nach Saison – schau vor dem Besuch auf die Website der Tauchgondel. Hunde dürfen nicht mit in die Gondel.
Sellin liegt im Südosten Rügens zwischen Binz und Göhren. Besonders stilvoll reist du mit dem Rasenden Roland an, der dampfbetriebenen Schmalspurbahn zwischen Putbus, Binz und Göhren, die in Sellin hält. Mit der Deutschen Bahn kommst du bis Binz oder Bergen auf Rügen und steigst dort in Bus oder Bäderbahn um. Mit dem Auto fährst du über die B 196 nach Sellin; im Ort gibt es gebührenpflichtige Parkplätze, im Sommer sind sie zur Mittagszeit schnell belegt.
Für Brücke, Strand und einen Kaffee reichen ein bis zwei Stunden, mit Tauchgondel und Bummel über die Wilhelmstraße eher ein halber Tag. Morgens ist es am ruhigsten, das schönste Licht hast du am frühen Abend. Kinder finden die Tauchgondel spannend, für Kinderwagen und Rollstuhl ist der Aufzug am Hochufer die bessere Wahl als die Treppe.
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Geprüft: Oktober 2026