Bauwerke & Wahrzeichen
Klosterruine Eldena
Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern
- 45–120 Min.
Bauwerke & Wahrzeichen
Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern
Ein hoher Spitzbogen ohne Dach, ringsum alte Bäume, dahinter der Himmel über dem Bodden: Dieses Bild kennen viele aus dem Museum. Der Maler Caspar David Friedrich, 1774 in Greifswald geboren, hat die Klosterruine Eldena immer wieder gemalt und sie so zu einem Sinnbild der deutschen Romantik gemacht. Heute stehen die Mauerreste des Zisterzienserklosters in einem stillen Park im Greifswalder Ortsteil Eldena, nahe der Mündung des Ryck in den Greifswalder Bodden. Du kannst sie jederzeit und ohne Eintritt besuchen.
1199 gründeten Zisterziensermönche aus dem dänischen Kloster Esrom hier ein neues Kloster, das zunächst Hilda hieß, nach dem damaligen Namen des Flusses. Der Rügenfürst Jaromar I. hatte sie an die Flussmündung eingeladen, auch wegen einer einträglichen Saline in der Nähe. Papst Innozenz III. bestätigte die Gründung 1204. Das Kloster wurde zum bedeutendsten der Region und erhielt reichen Landbesitz. Gegenüber der Saline entstand eine Marktsiedlung, aus der die Stadt Greifswald hervorging. 1241 bekam das Kloster das Marktrecht verliehen.
Der Bau zog sich lange hin: Um 1200 begann man mit dem Osten der Kirche, erst Anfang des 15. Jahrhunderts waren Westfassade und Langhaus fertig. Mit der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und 1535 in ein herzogliches Gut umgewandelt. Im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt, ging es 1634 an die Universität Greifswald. In den folgenden Jahrzehnten dienten die Mauern als Steinbruch für die Befestigungen der Stadt, 1728 ließ selbst die Universität Teile abbrechen. Was Friedrich Anfang des 19. Jahrhunderts vorfand, war nur noch eine Ruine.
Durch Friedrichs Bilder rückte Eldena wieder ins Interesse der Öffentlichkeit. Ab 1827 wurde die Ruine gesichert und gestaltet, verbunden mit den Namen Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné, nach dessen Plänen ein Park entstand. So wurde Eldena zu einem frühen Projekt der deutschen Denkmalpflege. Eines der bekanntesten Gemälde, die „Klosterruine Eldena“ von 1824, hängt heute in der Alten Nationalgalerie in Berlin.
Seit 1968 gibt es in der Ruine eine Freilichtbühne. Jedes Jahr am ersten Juliwochenende finden die Eldenaer Jazz Evenings statt, im Juni der Eldenaer Klostermarkt mit Kunsthandwerk. Rund 20.000 Gäste besuchen die Anlage jährlich.
Folge dem Caspar-David-Friedrich-Bildweg: 15 Stationen in Greifswald und Eldena zeigen die Orte, an denen Friedrich seine Motive fand. Nach der Ruine lohnt ein Abstecher ins benachbarte Fischerdorf Wieck mit seiner Holzklappbrücke von 1887 nach holländischem Vorbild und Räucherfisch direkt vom Kutter. Im Winter wird auf dem Gelände nicht geräumt, bei Schnee und Glätte ist Vorsicht geboten. Für die Ruine reicht eine knappe Stunde, mit Wieck ein halber Nachmittag.
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