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Highlights

  • Altes Hebewerk von 1899 mit begehbarer Stahlkonstruktion
  • Blick in die Schwimmerschächte unter dem Trog
  • Neobarocke Steintürme mit preußischem Wappen
  • Schleusenpark mit vier Abstiegsbauwerken
  • Wasserspielplatz mit Modell-Hebewerk für Kinder
  • Gastrobus im englischen Doppeldecker von 1959

Über diesen Ort

Schiffe, die samt Wasserbecken 14 Meter in die Höhe fahren: Das Schiffshebewerk Henrichenburg bei Waltrop, am 11. August 1899 im Beisein von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht, war das erste ausgeführte Mehrschwimmer-Schiffshebewerk der Welt und das spektakulärste Bauwerk am neuen Dortmund-Ems-Kanal. Heute ist das grüne Stahlgerüst mit seinen Steintürmen ein Museum des LWL, und du kannst dort stehen, wo früher die Kähne schwammen.

Geschichte: Dortmunds Tor zur Nordsee

Ende des 19. Jahrhunderts kam die Eisenbahn mit den Transporten der Montanindustrie kaum noch hinterher. Ein Kanal von Dortmund nach Emden sollte den Hafen an die Nordsee anschließen, zwischen Datteln und Waltrop war aber ein Geländesprung von 14 Metern zu überwinden. Statt einer langsamen Schleusentreppe entschied man sich für ein Hebewerk auf Schwimmern, technisch Neuland.

Das Hebewerk lief über 60 Jahre fast störungsfrei und überstand zwei Weltkriege. 1914 kam die Alte Schachtschleuse dazu, 1962 ein neues Hebewerk für die größeren Europaschiffe. Das alte blieb bis 1969 als Reserve in Betrieb und verfiel danach. Eine Bürgerinitiative verhinderte den Abriss, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe übernahm die Anlage und machte sie zum Industriemuseum.

So funktionierte es

Herzstück ist der Trog, ein verschließbarer Wasserkasten von 70 mal 8,8 Metern mit 2,5 Metern Wassertiefe. Mit Wasser und Stahl wog er rund 3050 Tonnen. Getragen wurde er von fünf Schwimmern, luftgefüllten Zylindern von etwa 13 Metern Höhe, die in 33 Meter tiefen, mit Wasser gefüllten Brunnenschächten steckten. Ihr Auftrieb glich das Gewicht des Trogs genau aus, nach dem Prinzip des Archimedes. Ob ein Schiff im Trog lag oder nicht, spielte keine Rolle: Ein Schiff verdrängt genau so viel Wasser, wie es wiegt.

Was du sehen solltest

  • Das Hebegerüst: Die Stahlkonstruktion kannst du von oben und unten erkunden, inklusive Blick in den Trog und auf die Schwimmerschächte.
  • Die Steintürme: Die vier neobarocken Türme sollten Preußens Selbstbewusstsein zeigen. Am Oberhaupt prangt das preußische Wappen mit Krone, Zepter und Reichsapfel, flankiert von den Wappen Westfalens und Hannovers. Am Unterhaupt blickt eine Frauenfigur mit Mauerkrone, die „Fortuna“.
  • Maschinenhaus: Zwei Dampfmaschinen mit je 220 PS erzeugten anfangs den Strom für Pumpen, Tore und Hebewerksmotor, denn öffentliches Stromnetz gab es noch nicht.
  • Schleusenpark Waltrop: Gleich nebenan liegen das neue Hebewerk von 1962, die Schachtschleuse von 1914 und die große Schleuse von 1989. Sie sind nicht Teil des Museums, lassen sich aber von außen gut ansehen.

Öffnungszeiten und Eintritt (Stand: Oktober 2026)

  • Geöffnet: dienstags bis sonntags und an Feiertagen 10–18 Uhr, letzter Einlass 17:30 Uhr. Montags geschlossen, außer an Feiertagen.
  • Eintritt: Erwachsene 8 €, ermäßigt 4 €, Kinder und Jugendliche bis 17 frei.

Plane zwei bis drei Stunden ein, mit Spaziergang durch den Schleusenpark mehr.

Mit Kindern

Am Oberwasser liegt ein Wasserspielplatz mit Rutsche, Kletterwand, Floß und einem kleinen Modell des Hebewerks, an dem Kinder Flöße per Kurbel heben und senken. Er ist von März bis Oktober in Betrieb. In der Ausstellung testet das Spiel „Clever Skipper“ an sieben Stationen das Wissen der Landratten, und am zweiten und vierten Sonntag im Monat gibt es um 14 Uhr eine Familienführung.

Anfahrt

Mit dem Auto über die A2, Abfahrt Castrop-Rauxel/Henrichenburg, dann der Beschilderung folgen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst du mit der Stadtbahn U41 bis „Brambauer Verkehrshof“ und weiter mit dem Bus bis „Datteln/Wittener Straße“. Am Kanal entlang ist das Museum auch gut mit dem Rad zu erreichen.

Tripto-Tipp

Mach im Gastrobus Pause, einem englischen Doppeldecker von 1959 direkt am Gelände. Von den Tischen draußen hast du das Hebewerk und den Schiffsanleger im Blick. Er hat von März bis Oktober dienstags bis sonntags geöffnet.

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Verifiziert14. Oktober 2026

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