Industriekultur
Schiffshebewerk Henrichenburg
Waltrop, Nordrhein-Westfalen
- 2–3 Std.
Industriekultur
Waltrop, Nordrhein-Westfalen
Schiffe, die samt Wasserbecken 14 Meter in die Höhe fahren: Das Schiffshebewerk Henrichenburg bei Waltrop, am 11. August 1899 im Beisein von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht, war das erste ausgeführte Mehrschwimmer-Schiffshebewerk der Welt und das spektakulärste Bauwerk am neuen Dortmund-Ems-Kanal. Heute ist das grüne Stahlgerüst mit seinen Steintürmen ein Museum des LWL, und du kannst dort stehen, wo früher die Kähne schwammen.
Ende des 19. Jahrhunderts kam die Eisenbahn mit den Transporten der Montanindustrie kaum noch hinterher. Ein Kanal von Dortmund nach Emden sollte den Hafen an die Nordsee anschließen, zwischen Datteln und Waltrop war aber ein Geländesprung von 14 Metern zu überwinden. Statt einer langsamen Schleusentreppe entschied man sich für ein Hebewerk auf Schwimmern, technisch Neuland.
Das Hebewerk lief über 60 Jahre fast störungsfrei und überstand zwei Weltkriege. 1914 kam die Alte Schachtschleuse dazu, 1962 ein neues Hebewerk für die größeren Europaschiffe. Das alte blieb bis 1969 als Reserve in Betrieb und verfiel danach. Eine Bürgerinitiative verhinderte den Abriss, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe übernahm die Anlage und machte sie zum Industriemuseum.
Herzstück ist der Trog, ein verschließbarer Wasserkasten von 70 mal 8,8 Metern mit 2,5 Metern Wassertiefe. Mit Wasser und Stahl wog er rund 3050 Tonnen. Getragen wurde er von fünf Schwimmern, luftgefüllten Zylindern von etwa 13 Metern Höhe, die in 33 Meter tiefen, mit Wasser gefüllten Brunnenschächten steckten. Ihr Auftrieb glich das Gewicht des Trogs genau aus, nach dem Prinzip des Archimedes. Ob ein Schiff im Trog lag oder nicht, spielte keine Rolle: Ein Schiff verdrängt genau so viel Wasser, wie es wiegt.
Plane zwei bis drei Stunden ein, mit Spaziergang durch den Schleusenpark mehr.
Am Oberwasser liegt ein Wasserspielplatz mit Rutsche, Kletterwand, Floß und einem kleinen Modell des Hebewerks, an dem Kinder Flöße per Kurbel heben und senken. Er ist von März bis Oktober in Betrieb. In der Ausstellung testet das Spiel „Clever Skipper“ an sieben Stationen das Wissen der Landratten, und am zweiten und vierten Sonntag im Monat gibt es um 14 Uhr eine Familienführung.
Mit dem Auto über die A2, Abfahrt Castrop-Rauxel/Henrichenburg, dann der Beschilderung folgen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst du mit der Stadtbahn U41 bis „Brambauer Verkehrshof“ und weiter mit dem Bus bis „Datteln/Wittener Straße“. Am Kanal entlang ist das Museum auch gut mit dem Rad zu erreichen.
Mach im Gastrobus Pause, einem englischen Doppeldecker von 1959 direkt am Gelände. Von den Tischen draußen hast du das Hebewerk und den Schiffsanleger im Blick. Er hat von März bis Oktober dienstags bis sonntags geöffnet.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Schiffshebewerk Henrichenburg.
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.