Museen
Neanderthal Museum
Mettmann, Nordrhein-Westfalen
- 2–4 Std.
Museen
Mettmann, Nordrhein-Westfalen
Im August 1856 räumten zwei Arbeiter in einem Kalksteinbruch östlich von Düsseldorf eine kleine Höhle aus und warfen ein paar Knochen mit dem Lehm den Hang hinunter. Diese Knochen gaben einer ganzen Menschenart ihren Namen. Das Neanderthal Museum steht nur wenige Hundert Meter vom damaligen Fundort entfernt und erzählt die Geschichte der Menschheit von den Anfängen bis heute, mit lebensgroßen Neandertalern, einem Turm an der Fundstelle und einem Gehege voller eiszeitlicher Tiere.
Das Tal der Düssel hieß ursprünglich schlicht „das Gesteins“, eine enge Schlucht von knapp einem Kilometer Länge mit hohen Kalkfelsen. Mitte des 19. Jahrhunderts benannte man es nach Joachim Neander, dem Kirchenliederdichter („Lobe den Herren“), der zwischen 1674 und 1679 in Düsseldorf Rektor war und hier gern spazieren ging. Der industrielle Kalkabbau ließ die Schlucht danach fast vollständig verschwinden.
Der Steinbruchbesitzer hielt die Knochen aus der Kleinen Feldhofer Grotte zunächst für die eines Höhlenbären. Der Elberfelder Lehrer Johann Carl Fuhlrott erkannte darin einen urzeitlichen Menschen, eine kühne These, nur drei Jahre bevor Darwin seine Evolutionstheorie veröffentlichte. Gegner wie Rudolf Virchow bremsten die Anerkennung jahrzehntelang. Das Original, Neandertal 1, wird seit 1877 im LVR-LandesMuseum in Bonn verwahrt. Das Museum im Tal öffnete 1938, der heutige Bau von Günter Zamp Kelp, Julius Krauss und Arno Brandlhuber folgte 1996. Jährlich kommen rund 170.000 Menschen.
Seit 2000 steht fest, dass an der Fundstelle sogar ein zweiter Neandertaler lag, heute Neandertal 2 genannt. Das alte Museumsgebäude im Wald beherbergt jetzt die Steinzeitwerkstatt für Workshops. Und Kinofans kennen das Tal aus Helge Schneiders Film „00 Schneider“, in dem ein Neandertaler aus dem damaligen Museum entwischt. Ab dem 21. November 2026 zeigt die Sonderausstellung „PLAYMOBIL Zeitreise Neandertal“ Menschheitsgeschichte im Spielzeugformat.
Plane für Museum und Turm zwei bis drei Stunden ein, mit Wildgehege und Spielplatz einen halben Tag.
Mit der S28 (Kaarster See – Düsseldorf – Wuppertal) fährst du halbstündlich bis zum Haltepunkt Neanderthal direkt neben dem Museum. Das Museum liegt an der Talstraße zwischen Erkrath und Mettmann.
Geh nach dem Museum zu Fuß zur Fundstelle und dann weiter am Kunstweg zum Wildgehege. Auf diesem Weg merkst du, wie sehr der Kalkabbau das Tal verändert hat: Wo du heute durch eine sanfte Aue läufst, ragten einst Felswände wie der fast 40 Meter hohe Rabenstein auf.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Neanderthal Museum.
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.