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Highlights

  • Benediktinerabtei, 1015 von Bischof Eberhard gegründet
  • Kirche St. Michael nach 14 Jahren Sanierung am 25. April 2026 wiedereröffnet
  • Himmelsgarten: Deckenmalerei mit rund 580 Pflanzen, vollendet 1617
  • Hochgrab des heiligen Otto mit Durchschlupf in der Krypta
  • Barocke Fassade von Leonhard Dientzenhofer und Terrasse mit Stadtblick
  • Terrassengärten und Weinberg am Klosterhang

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Bamberg: Bischöfe, Bürger und Rauchbier

Audio-Spaziergang durch Bamberg — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören

13 Stationen 90 Min. 3,7 km

Über diesen Ort

Vierzehn Jahre lang stand die Kirche auf dem Michelsberg hinter Gerüsten, nun ist sie wieder offen: Am 25. April 2026 wurde St. Michael mit einem Gottesdienst wiedereröffnet. Die ehemalige Benediktinerabtei thront auf einem der sieben Hügel Bambergs, ihre Doppeltürme gehören zur Silhouette der Welterbestadt. Drinnen wartet ein Gewölbe, das es so wohl nirgends sonst gibt: der Himmelsgarten mit fast 600 gemalten Pflanzen. Draußen hast du von der Terrasse einen der schönsten Blicke über die Altstadt.

Geschichte: 1000 Jahre auf dem Berg

Der erste Bamberger Bischof Eberhard gründete das Kloster 1015, kurz nach der Errichtung des Bistums durch Kaiser Heinrich II. Die heutige, im Kern romanische Kirche wurde 1121 geweiht. Ihre große Zeit erlebte die Abtei unter Bischof Otto, der hier begraben liegt und 1189 heiliggesprochen wurde. Nach einem Brand 1610 wurden Langhaus und Westbau weitgehend neu errichtet, ab 1696 setzte Leonhard Dientzenhofer die zweigeschossige Barockfassade davor, 1723 kam die Terrasse von Johann Dientzenhofer hinzu.

Mit der Säkularisation endete 1803 das Klosterleben, die letzten 24 Mönche mussten gehen. Die Stadt verlegte das Bürgerspital auf den Berg, die Gebäude sind bis heute ein Seniorenheim. Im November 2012 lösten sich Putz- und Steinstücke aus der Decke und fielen auf eine leere Kirchenbank, die Kirche wurde gesperrt. Die Gesamtkosten der Sanierung der Anlage werden auf rund 110 Millionen Euro veranschlagt.

Was du sehen solltest

  • Himmelsgarten: Die Decken von Mittelschiff, Seitenschiffen, Querhaus und Vierung zeigen rund 580 Pflanzen, darunter Ananas, Baumwolle, Tabak und Granatapfel, aber auch Apfel, Brombeere und Buche. Vollendet wurde das Werk 1617 von vier Malern. Ein einziger Fehler gilt als bekannt: Die Bohnenblüte ist gelb statt weiß gemalt.
  • Krypta mit Otto-Grab: Das Hochgrab des heiligen Otto aus dem 15. Jahrhundert hat einen Durchschlupf. Pilger kriechen bis heute hindurch, das soll gegen Rückenleiden helfen. Am Grab findest du außerdem die einzige farbige Darstellung eines „Bamberger Drachen“.
  • Bischofsgrabmäler: König Ludwig I. ließ 1833 Grabdenkmäler von Fürstbischöfen aus dem Dom entfernen, weil sie ihm nicht stilgerecht erschienen. Sie stehen seitdem in den Seitenschiffen von St. Michael.
  • Orgelprospekt: Er entstand bald nach dem Brand von 1610 und gilt als bedeutendes Werk der Spätrenaissance.
  • Terrasse und Gärten: Von der Dientzenhofer-Terrasse blickst du auf Dom und Altstadt. Am Hang liegen Terrassengärten und der Weinberg „Camerathen“, der zur Landesgartenschau 2012 wieder angelegt wurde.

Wissenswertes

Im Dezember 2025 wurden sechs neue Glocken in die Türme gehängt. Im Hof des ehemaligen Wirtschaftshofs steht der Merkurbrunnen, in der alten Klosterbrauerei ist ein Brauereimuseum eingerichtet. Fernsehzuschauer kennen den Berg aus der Krimikomödie „Pfarrer Braun – Braun unter Verdacht“ (2007), die zu großen Teilen hier spielt.

Öffnungszeiten (Stand: Oktober 2026)

Die Kirche ist seit 1. Mai 2026 freitags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Während der Gottesdienste ist keine Besichtigung möglich.

Anfahrt

Vom Dom gehst du in etwa zehn Minuten hinauf, der Weg führt bergan durch die Bergstadt. Am schönsten ist der Weg zu Fuß aus der Altstadt, vorbei an den Bürgerhäusern der Bergstadt.

Tripto-Tipp

Plane 45 bis 90 Minuten ein, nimm für den Himmelsgarten ein Fernglas oder die Kamera mit Zoom mit, die Pflanzen sind hoch oben. Da die Kirche nur Freitag bis Sonntag offen ist, leg deinen Bamberg-Besuch aufs Wochenende. Im Advent kombinierst du den Berg mit dem Weihnachtsmarkt am Maxplatz unten in der Inselstadt.

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Verifiziert16. Oktober 2026

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