Denkmäler & Monumente
Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica
Porta Westfalica, Nordrhein-Westfalen
- 1–2 Std.
Denkmäler & Monumente
Porta Westfalica, Nordrhein-Westfalen
Wo sich die Weser zwischen Wiehen- und Wesergebirge hindurchzwängt, steht hoch am Hang ein steinerner Baldachin mit Kaiserkrone, darunter ein bronzener Kaiser mit erhobener Hand. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica ist insgesamt 88 Meter hoch und von der Ebene um Minden aus weithin zu sehen. Gebaut als Monument nationaler Größe, ist es heute vor allem ein Aussichtspunkt mit Geschichte zum Nachdenken.
Nach dem Tod Kaiser Wilhelms I. im März 1888 entstanden in ganz Preußen Denkmäler für ihn. Der westfälische Provinziallandtag entschied sich am 15. März 1889 mit knapper Mehrheit für die Porta Westfalica, das „Tor nach Westfalen“, als Standort. Im Rennen war auch die Hohensyburg bei Dortmund. Den Anstoß gab Landrat Alexander von Oheimb aus Minden.
Gebaut wurde 1892 bis 1896 nach Plänen des Berliner Architekten Bruno Schmitz, die Kaiserfigur schuf der Bildhauer Caspar von Zumbusch. Eingeweiht wurde am 18. Oktober 1896, bewusst am Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig und der Krönung Wilhelms zum preußischen König 1861. Der Stil gilt als Monumentalstil, ein Übergang vom Historismus zur Moderne. Eigentümer ist heute der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der das Denkmal saniert und 2018 ein Besucherzentrum eröffnet hat.
Verbaut wurde Portasandstein aus dem nahen Steinbruch Wolfsschlucht, er war günstiger als der zuerst geplante Ibbenbürener Sandstein. Beim Bau der Terrasse setzte sich der Boden, Steine lösten sich und stürzten ab. Gegenüber auf dem Jakobsberg im Wesergebirge steht seit 1902 der Bismarckturm, die Porta hat also auf beiden Seiten ihr Nationaldenkmal. Jährlich kommen etwa 100.000 bis 200.000 Menschen herauf.
Gelände und Denkmal sind frei zugänglich und kostenlos. Der Parkplatz am Denkmal ist kostenpflichtig und an schönen Wochenenden schnell voll. Sonn- und feiertags fährt der Shuttlebus der Linie 518 von den Parkplätzen „Porta Bahnhof“, „Willem“ und „Kaiserhof“ hinauf. Mit der Regionalbahn kommst du bis Porta Westfalica oder Minden. Zu Fuß führen vom Bahnhof Porta Westfalica zwei Wege hinauf: der direkte über die Goethe-Freilichtbühne oder der steilere durch die Wolfsschlucht.
Bis zur oberen Terrasse ist das Gelände barrierefrei, zum Standbild selbst geht es nur über Treppen. Das Besucherzentrum hat zwei Aufzüge. Am Denkmal gibt es ein Restaurant, am Parkplatz einen Kiosk. Plane für Denkmal, Ausstellung und Aussicht etwa eine bis zwei Stunden ein, mit Wanderung entsprechend mehr. Die Öffnungszeiten des Besucherzentrums prüfst du am besten vorab.
Fahr nach dem Besuch hinunter an die Weser und schau vom Ufer zurück. Erst aus dem Tal versteht man, warum genau dieser Platz gewählt wurde: Das Denkmal steht wie ein Wächter über dem Durchbruch.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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