Burgen
Sparrenburg
Bielefeld, Nordrhein-Westfalen
- 1–2 Std.
Burgen
Bielefeld, Nordrhein-Westfalen
Schon aus der Bielefelder Innenstadt siehst du ihn: den runden Turm der Sparrenburg, der gut 60 Meter über der Altstadt auf dem Sparrenberg im Teutoburger Wald steht. Die Grafen von Ravensberg bauten hier vor 1250 eine Burg, im 16. Jahrhundert wurde daraus die größte Festung Westfalens. Heute ist die Anlage das Wahrzeichen der Stadt, das Burggelände ist ganzjährig frei zugänglich, und unter deinen Füßen verlaufen rund 300 Meter alte Festungsgänge.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg 1256. Sie sicherte den Pass über den Teutoburger Wald und schützte die um 1214 gegründete Stadt. 1377 übernachtete hier Kaiser Karl IV. Als Kanonen die alten Mauern nutzlos machten, ließ Herzog Johann III. von Jülich-Kleve-Berg die Burg ab 1535 zur Festung mit Rondellen und Kasematten ausbauen. Für die schwache Westecke holte man 1556 den italienischen Festungsbaumeister Alessandro Pasqualini, der die Bastion „Scherpentiner" entwarf. Im Dreißigjährigen Krieg wechselte die Festung mehrmals den Besitzer, unter anderem belagerten Schweden und Hessen die spanische Besatzung fast ein Jahr lang. Danach nutzte der Große Kurfürst sie als westfälische Nebenresidenz, zwei seiner Kinder kamen hier zur Welt.
Im 18. Jahrhundert verfiel die Anlage, Steine wurden abgetragen und verkauft. Bielefelder Bürger ließen 1842/43 den Turm als Aussichtsturm wieder aufbauen, 1879 kaufte die Stadt die Burg für nur 8.934,90 Mark, obwohl ihr Wert auf 70.000 Mark geschätzt war. Beim Luftangriff vom 30. September 1944 wurde fast alles außer dem Turm zerstört. Seit 2006 legen Archäologen immer wieder neue Funde frei, 2014 kam ein Besucherzentrum des Architekten Max Dudler hinzu.
Tickets für die Kasematten gibt es im Besucherzentrum und online (plus 0,50 € Gebühr). Hunde sind auf dem Gelände an der Leine willkommen, dürfen aber weder auf den Turm noch in die Gänge.
Die Adresse des Besucherzentrums ist Am Sparrenberg 40, 33602 Bielefeld. Mit der Stadtbahn fährst du bis „Adenauerplatz" (Linie 1) oder „Landgericht" (Linien 1 und 2) und gehst von dort zu Fuß den Berg hinauf. Die Burg liegt an einem Höhenwanderweg über den Teutoburger Wald und ist jedes Jahr Ziel des Hermannslaufs vom Hermannsdenkmal.
Plane ein bis zwei Stunden ein, mit Kasematten-Tour eher zwei. Die Touren sind auf 30 Plätze begrenzt; buch an Wochenenden lieber online. Am letzten Juliwochenende findet unterhalb der Burg das Sparrenburgfest mit mittelalterlichem Markt statt. Fans der „Bielefeld-Verschwörung" erkennen die Burg übrigens wieder: Szenen des gleichnamigen Films wurden 2009 in den Kasematten gedreht. Im Restaurant Stadtblick Sparrenburg kannst du anschließend mit Aussicht auf die Stadt einkehren.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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