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Highlights

  • Turm mit 121 Stufen und Panoramablick bis zum Wiehengebirge
  • Kasematten: rund 300 m unterirdische Gänge, nur mit Führung
  • Vier Rondelle und die Bastion „Scherpentiner" von Alessandro Pasqualini
  • Burggelände ganzjährig frei zugänglich
  • Ausgrabungen mit freigelegten Mauern der Hauptburg
  • Denkmal des Großen Kurfürsten im Burghof

Über diesen Ort

Schon aus der Bielefelder Innenstadt siehst du ihn: den runden Turm der Sparrenburg, der gut 60 Meter über der Altstadt auf dem Sparrenberg im Teutoburger Wald steht. Die Grafen von Ravensberg bauten hier vor 1250 eine Burg, im 16. Jahrhundert wurde daraus die größte Festung Westfalens. Heute ist die Anlage das Wahrzeichen der Stadt, das Burggelände ist ganzjährig frei zugänglich, und unter deinen Füßen verlaufen rund 300 Meter alte Festungsgänge.

Geschichte: von der Grafenburg zur Festung

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg 1256. Sie sicherte den Pass über den Teutoburger Wald und schützte die um 1214 gegründete Stadt. 1377 übernachtete hier Kaiser Karl IV. Als Kanonen die alten Mauern nutzlos machten, ließ Herzog Johann III. von Jülich-Kleve-Berg die Burg ab 1535 zur Festung mit Rondellen und Kasematten ausbauen. Für die schwache Westecke holte man 1556 den italienischen Festungsbaumeister Alessandro Pasqualini, der die Bastion „Scherpentiner" entwarf. Im Dreißigjährigen Krieg wechselte die Festung mehrmals den Besitzer, unter anderem belagerten Schweden und Hessen die spanische Besatzung fast ein Jahr lang. Danach nutzte der Große Kurfürst sie als westfälische Nebenresidenz, zwei seiner Kinder kamen hier zur Welt.

Im 18. Jahrhundert verfiel die Anlage, Steine wurden abgetragen und verkauft. Bielefelder Bürger ließen 1842/43 den Turm als Aussichtsturm wieder aufbauen, 1879 kaufte die Stadt die Burg für nur 8.934,90 Mark, obwohl ihr Wert auf 70.000 Mark geschätzt war. Beim Luftangriff vom 30. September 1944 wurde fast alles außer dem Turm zerstört. Seit 2006 legen Archäologen immer wieder neue Funde frei, 2014 kam ein Besucherzentrum des Architekten Max Dudler hinzu.

Was du sehen solltest

  • Der Turm: 121 Stufen führen hinauf, bis zu den Zinnen sind es 31,5 Meter. Oben reicht der Blick über die Stadt und bei klarem Wetter bis zum Wiehengebirge.
  • Die Kasematten: Bei der einstündigen Tour gehst du durch dunkle, gewölbte Gänge, Verliese und Lichtschächte. Der nordwestliche Teil bleibt die meiste Zeit gesperrt, weil dort Fledermäuse Unterschlupf finden.
  • Rondelle und Bastion: Kiekstatt-, Schuster- und Marienrondell sowie der „Scherpentiner" bilden den Festungsring. Auf dem Kiekstattrondell wurde 2007 eine alte Geschützplattform drei Meter unter dem heutigen Boden entdeckt.
  • Die Ausgrabungen: Im Bereich der Hauptburg sind Grundmauern eines Gebäudes aus der Zeit um 1500 freigelegt.
  • Das Kurfürstendenkmal: Die Statue des Großen Kurfürsten von Fritz Schaper wurde 1900 im Beisein Kaiser Wilhelms II. aufgestellt.

Öffnungszeiten und Preise (Stand: Oktober 2026)

  • Burggelände: ganzjährig frei zugänglich, nachts wird das Brückengitter geschlossen.
  • Turm und Besucherzentrum: 1. April bis 31. Oktober täglich 10–18 Uhr, 1. November bis 31. März nur samstags, sonntags und an Feiertagen 11–18 Uhr. Zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen, letzter Ticketverkauf 17:45 Uhr.
  • Turmaufstieg: 3 €, ermäßigt 2,50 €, Kinder von 3 bis 13 Jahren 2 €.
  • Kasematten-Tour: nur vom 1. April bis 31. Oktober, täglich um 12 und 14:30 Uhr, sonn- und feiertags zusätzlich um 16 Uhr, maximal 30 Personen. Erwachsene 9 €, ermäßigt 6 €, Kinder 5 €.
  • Kombiticket Turm und Führung: 11 €, ermäßigt 7,50 €, Kinder 6,50 €.

Tickets für die Kasematten gibt es im Besucherzentrum und online (plus 0,50 € Gebühr). Hunde sind auf dem Gelände an der Leine willkommen, dürfen aber weder auf den Turm noch in die Gänge.

Anfahrt

Die Adresse des Besucherzentrums ist Am Sparrenberg 40, 33602 Bielefeld. Mit der Stadtbahn fährst du bis „Adenauerplatz" (Linie 1) oder „Landgericht" (Linien 1 und 2) und gehst von dort zu Fuß den Berg hinauf. Die Burg liegt an einem Höhenwanderweg über den Teutoburger Wald und ist jedes Jahr Ziel des Hermannslaufs vom Hermannsdenkmal.

Tripto-Tipp

Plane ein bis zwei Stunden ein, mit Kasematten-Tour eher zwei. Die Touren sind auf 30 Plätze begrenzt; buch an Wochenenden lieber online. Am letzten Juliwochenende findet unterhalb der Burg das Sparrenburgfest mit mittelalterlichem Markt statt. Fans der „Bielefeld-Verschwörung" erkennen die Burg übrigens wieder: Szenen des gleichnamigen Films wurden 2009 in den Kasematten gedreht. Im Restaurant Stadtblick Sparrenburg kannst du anschließend mit Aussicht auf die Stadt einkehren.

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